Polizei-News Wiesbaden, 08.05.26: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und BKA nehmen deutschen Betreiber von Crimenetwork in Spanien fest
Ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde aktuell von der Polizei in Wiesbaden gemeldet. Was ist zur Zeit bekannt?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
Suche
und das Bundeskriminalamt (BKA) haben am Mittwoch in einer international koordinierten Aktion die Neuauflage der kriminellen Online-Handelsplattform "Crimenetwork" abgeschaltet. Der mutmaßliche Betreiber, ein 35-jähriger deutscher Staatsbürger, wurde auf der Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an seinem Wohnsitz auf Mallorca durch eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei festgenommen.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, bereits wenige Tage nach der Abschaltung der Vorgängerversion von "Crimenetwork" und der Festnahme des damaligen Administrators im Dezember 20241 eine vollständig neue technische Infrastruktur aufgebaut und administriert zu haben, die er ebenfalls "Crimenetwork" nannte. Gegen den Beschuldigten besteht daher der Verdacht des Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet gemäß § 127 des Strafgesetzbuches. Daneben werden ihm weitere Straftaten vorgeworfen, wie etwa der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gemäß §§ 29a, 30a des Betäubungsmittelgesetzes.
"Crimenetwork" war vor der Abschaltung durch die Strafverfolgungsbehörden Ende 2024 über viele Jahre hinweg einer der zentralen Handelsplätze der deutschsprachigen Underground Economy. Die Neuauflage der Plattform bot ein ähnlich breites Spektrum an illegalen Waren und Dienstleistungen an, darunter gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente. Die Neuauflage zählte zuletzt über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Verkäufer.
Die Nutzer der neuen Plattform verwendeten Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Monero, um ihre Transaktionen abzuwickeln. Bei den Einsatzmaßnahmen sicherten die Strafverfolgungsbehörden umfangreiche Beweise, die auf einen Umsatz der Plattform von mehrals 3,6 Millionen Euro schließen lassen. Der Betreiber der Plattform erhielt für die Abwicklung der Verkäufe Provisionszahlungen und die Verkäufer leisteten monatliche Gebühren für Werbung und Verkaufslizenzen. Bei den jüngsten Maßnahmen wurden mutmaßlich inkriminierte Vermögenswerte mit unmittelbarem Bezug zu "Crimenetwork" in Höhe von rund 194.000 Euro vorläufig sichergestellt. Zudem konnten sowohl umfangreiche Nutzer- als auchTransaktionsdaten erlangt werden, die wertvolle Ermittlungsansätze zur weiteren Aufklärung der kriminellen Strukturen hinter der Plattform bieten. Die Kunden der Plattform dürften sich überwiegend im deutschsprachigen Raum aufhalten.
Dieser erneute Erfolg ist auch das Ergebnis einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem BKA, der ZIT und internationalen Strafverfolgungsbehörden, insbesondere denspanischen (Policía Nacional) und moldauischen (Inspectoratul Național de Investigații Centrul pentru Combaterea Crimelor Cibernetice) Behörden mit Unterstützung durch Eurojust.
Ebenfalls erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe - Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg, dem Polizeipräsidium Offenburg und dem Polizeipräsidium Reutlingen, die zeitgleich Maßnahmen gegen den Beschuldigten in einemErmittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs umsetzten.
Carsten Meywirth, Direktor beim Bundeskriminalamt und Abteilungsleiter Cybercrime:"Die Neuauflage von Crimenetwork ist gescheitert und ein weiterer Administrator wird sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen. Auch im Darknet setzen wir gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern geltendes Recht konsequent durch. Cybercrime lohnt sich nicht."
Dr. Benjamin Krause, Leitender Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der ZIT:"Im März 2026 ist der mutmaßliche Betreiber der Vorgängerversion von 'Crimenetwork' durch das Landgericht Gießen zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem ist durch das Gericht die Einziehung von Taterträgen in Höhe von über zehnMillionen Euro angeordnet worden. Auch wenn dieses Urteil noch nicht rechtskräftig ist, zeigt es eindeutig: Auch Kriminalität im Darknet hat Konsequenzen."
Weitere Informationen können unter www.bustedagaincrime.network abgerufen werden. Diese Webseite richtet sich auch an die ehemaligen Nutzer der erneut abgeschalteten Handelsplattform.Gemeinsame Pressemitteilung der GenStA Karlsruhe, des PP Offenburg und des PP Reutlingenhttps://generalstaatsanwaltschaft-karlsruhe.justiz-bw.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Bundeskriminalamt vom 08.05.2026 gegen 10:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region Wiesbaden:
- Polizei-News Wiesbaden, 07.05.26: Mülltonnen in Brand gesetzt - Polizei bitte um Hinweise +++ Nach Einbruch in Pizzeria und Kiosk festgenommen
- Polizei-News Wiesbaden, 06.05.26: Autoteile von hochwertigen Fahrzeugen gestohlen +++ Einbruch in ein Wohnhaus +++ Mit Brückengeländer kollidiert
- Polizei-News Wiesbaden, 06.05.26: Menschlichkeit im Amt - Verantwortung staatlicher Akteure in diskriminierenden Systemen und Zeiten des Wandels
- Polizei-News Wiesbaden, 05.05.26: Widerstand nach Diebstahl geleistet +++ Verkehrsunfall mit erheblichem Sachschaden +++ Einbruch in ein Wohnhaus
- Polizei-News Wiesbaden, 05.05.26: 16-Jährige aus Wiesbaden vermisst - Polizei bittet um Hinweise
roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.