Polizei-News Zwickau, 01.04.2026: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
Nach Informationen des Polizeipräsidiums Zwickau hat sich ein Vergehen ereignet. Die aktuellen Fälle von Mittwoch, dem 01.04.2026 im Überblick.
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- Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
Verantwortlich: Christina Friedrich
Zeit: 01.01.2025 bis 31.12.2025Ort: Vogtlandkreis und Landkreis Zwickau
Die Polizeidirektion Zwickau berichtet über die Kriminalitätsentwicklung sowie die politisch motivierte Kriminalität im Vogtlandkreis und Landkreis Zwickau im Jahr 2025.
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau ist die Kriminalität im Jahr 2025 angestiegen. Insgesamt registrierte die Polizei 31.456 Straftaten, was einem Anstieg um 16,8 Prozent entspricht. Die Häufigkeitszahl erhöhte sich auf 5.981 Straftaten pro 100.000 Einwohner, ist jedoch nach wie vor niedriger als der sachsenweite Durchschnitt. Mit 61,7 Prozent war die Aufklärungsquote knapp zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die größten Anstiege der Fallzahlen sind bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, bei Betrugsdelikten, einfachen Diebstählen, einfachen Körperverletzungen und sonstigen Straftatbeständen, beispielsweise Beleidigungen, zu verzeichnen.
Einschätzung zu den Kriminalitätszahlen
Leitende Polizeidirektorin Marika Schwanitz, kommissarische Leiterin der Polizeidirektion Zwickau: »Nachdem die Kriminalitätsentwicklung seit 2017 sechs Jahre lang rückläufig war, registrieren wir nun das dritte Jahr in Folge wieder steigende Fallzahlen. Obwohl die Kriminalitätsbelastung in Südwestsachsen damit immer noch unter dem sachsenweiten Durchschnitt liegt, ist es uns als Polizeidirektion Zwickau wichtig, dem Anstieg der Fallzahlen entgegenzuwirken. In der Vergangenheit initiierte, koordinierte Maßnahmen werden fortgesetzt und intensiviert. Für die Bekämpfung der Gewaltkriminalität wurde ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das unter anderem verstärkte Präsenz- und Kontrollmaßnahmen im öffentlichen Raum vorsieht. Einen nicht unerheblichen Anteil des Anstiegs machen Betrugsstraftaten aus – hier ist neben einer hohen Fachexpertise der ermittelnden Beamtinnen und Beamten insbesondere Prävention wichtig, um Bürgerinnen und Bürger für eigene Vorsichtsmaßnahmen zu sensibilisieren.«
Entwicklungen in einzelnen Deliktbereichen
Die Fälle von Gewaltkriminalität nahmen im Vergleich zum Vorjahr erneut um 21,6 Prozent auf 1.280 Fälle zu. Die Aufklärungsquote lag mit 84,5 Prozent auf dem Niveau der Vorjahre.
Bei der Rauschgiftkriminalität wurden im zurückliegenden Jahr 816 Straftaten erfasst, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Nach dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes im Jahr 2024 waren die Fallzahlen von Rauschgiftkriminalität im Zusammenhang mit Cannabis stark zurückgegangen – diese Entwicklung setzte sich 2025 fort. Gleichzeitig war wieder mehr Rauschgiftkriminalität im Zusammenhang mit Crystal und anderen Betäubungsmitteln zu verzeichnen. Im Jahr 2025 wurden 23,2 Kilogramm Marihuana, etwa ein Kilogramm Haschisch, 2,1 Kilogramm Crystal, 58 Gramm Amphetamin und 2.908 Ecstasy-Tabletten sichergestellt.
Im Bereich Kinderpornografie erfasste die Polizeidirektion Zwickau im Betrachtungszeitraum 269 Fälle – damit bewegen sich die Fallzahlen seit mehreren Jahren auf hohem Niveau, auch wenn dies im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 15,4 Prozent darstellt. Die Aufklärungsquote bei Fällen von Kinderpornografie lag im Jahr 2025 bei 91,4 Prozent.
Die Zahl der Straftaten mit dem Tatmittel Internet (inklusive Cybercrime) steigen seit Jahren an – im vergangenen Jahr wurden 2.987 Fälle registriert. Hinzu kommen 3.069 sogenannte Auslandstaten: Dabei handelt es sich um Straftaten, bei denen die Geschädigten im Vogtlandkreis oder Landkreis Zwickau gemeldet sind, die Taten aber aus dem Ausland begangen wurden. Diese Fälle gehen nicht in die Polizeiliche Kriminalstatistik ein, da sich der Tatort außerhalb des Zuständigkeitsbereichs befindet. Zudem ist im Bereich der Straftaten mit dem Tatmittel Internet von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Die Anzahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Betrugsstraftaten stieg auf 3.970 Fälle an, hinzu kommen 2.959 Auslandstaten. Dies entspricht einem Anstieg um insgesamt 25,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Vermögensschaden, der durch Betrugsstraftaten aus dem In- und Ausland zu beklagen ist, nahm ebenfalls zu und lag im Jahr 2025 bei rund 17,5 Millionen Euro.
Die Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl und Kraftwagendiebstahl nahmen in den vergangenen Jahren wieder zu. Insgesamt wurden 336 Wohnungseinbruchdiebstähle registriert, von denen 21,7 Prozent aufgeklärt werden konnten. Zu den 121 Kraftwagendiebstählen (einschließlich des unbefugten Gebrauchs) konnten in 58,7 Prozent der Fälle Tatverdächtige ermittelt werden, was im Zehnjahresvergleich eine hohe Aufklärungsquote darstellt.
Regionale Verteilung der Straftaten bleibt unverändert
Analog zur Gesamtentwicklung stieg die Anzahl der erfassten Straftaten in beiden Landkreisen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau an. Im bevölkerungsreicheren Landkreis Zwickau waren in absoluten Zahlen mehr Straftaten zu verzeichnen als im Vogtlandkreis. Die Häufigkeitszahl war hingegen im Vogtlandkreis mit 6.060 Straftaten je 100.000 Einwohner höher als im Landkreis Zwickau mit 5.798. Die höchste Kriminalitätsbelastung im Zuständigkeitsgebiet hatten unverändert die beiden größten Städte zu verzeichnen. Jeweils rund ein Viertel der erfassten Straftaten wurden in Zwickau oder Plauen begangen. Plauen ist nach wie vor die Stadt mit der größten Häufigkeitszahl: Auf 100.000 Einwohner hochgerechnet wurden dort 10.779 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) erfasst – mehr als im Jahr zuvor.
Mit Limbach befindet sich die Gemeinde mit der niedrigsten Häufigkeitszahl (933) im Vogtlandkreis. Im Landkreis Zwickau variieren die Straftaten pro 100.000 Einwohner (ohne ausländerrechtliche Verstöße) zwischen 1.828 in Langenbernsdorf und 8.947 in Zwickau.
Ermittelte Tatverdächtige (ohne ausländerrechtliche Verstöße)
Im Jahr 2025 konnten im Bereich der Polizeidirektion Zwickau 12.091 Tatverdächtige ermittelt werden. Wie bereits in den Vorjahren waren von den Personen rund drei Viertel männlich.
Bei 77,7 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen handelt es sich um Erwachsene, die älter als 21 Jahre waren. 5,1 Prozent der Tatverdächtigen waren Kinder, 9,9 Prozent Jugendliche und 7,3 Prozent Heranwachsende. Bei Gewaltdelikten waren 31,9 Prozent aller ermittelten Tatverdächtigen Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende bis zu einem Alter von 21 Jahren. Dieser Anteil ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozentpunkte gesunken.
Von allen ermittelten Tatverdächtigen hatten 76,1 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sank leicht und lag bei 23,9 Prozent. Dabei handelte es sich um Personen mit 86 verschiedenen Nationalitäten. Am häufigsten wurden ukrainische, syrische, rumänische, tschechische und slowakische Tatverdächtige registriert.
Politisch motivierte Kriminalität (PMK)
Die politisch motivierte Kriminalität ist im Bereich der Polizeidirektion Zwickau gesunken und lag im Jahr 2025 bei 679 Fällen, was einem Rückgang um 300 Fälle und 30,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Politisch rechts motivierte Straftaten machen mit 494 Fällen knapp drei Viertel der Straftaten aus. Bei den rechts motovierten Straftaten handelt es sich in 77,5 Prozent der Fälle um Propagandadelikte, also beispielsweise das Anbringen von verfassungsfeindlichen Symbolen. Die Zahl der registrierten Angriffe auf Amts- und Mandatsträger sowie Parteieinrichtungen lag bei 29 und damit niedriger als in den beiden zurückliegenden Jahren. Die Aufklärungsquote im Bereich PMK stieg auf 39,5 Prozent. (cf)
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidiums Zwickau. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben erstellt und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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