Polizei-News Trier, 10.03.26: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 - Weniger Straftaten, hohe Aufklärungsquote

Ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde aktuell von der Polizei in Trier gemeldet. Was ist heute passiert?

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Die Polizei informiert über ein aktuelles Delikt (Symbolbild). (Foto) Suche
Die Polizei informiert über ein aktuelles Delikt (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Peter Kneffel

Die Polizeiliche Kriminalstatistik bildet eine verlässliche Grundlage, um die Kriminalitätslage sachlich und über längere Zeiträume hinweg einzuordnen. Sie macht Entwicklungen transparent und ermöglicht gezielte Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung." Das erklärte der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling als er gestern zusammen mit Mario Germano, dem Präsidenten des Landeskriminalamts, die sogenannte PKS für das Land Rheinland-Pfalz vorstellte. Heute veröffentlicht das Polizeipräsidium Trier (PP Trier) zusätzlich regionale Zahlen.

Die im Jahr 2025 im PP Trier erfassten Straftaten sind gegenüber dem Vorjahr um 2.925 auf nunmehr 33.896 Fälle (-7,9 %) gesunken. Diese Gesamtzahl beinhaltet auch 3.612 Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz. Die Besonderheit an diesen Straftaten ist, dass ein weit überwiegender Teil von Asylbegehrenden im Zusammenhang mit ihrer Einreise, ihrem Aufenthalt und ihrer Registrierung in Deutschland begangen wird. Diese werden als sogenannte "Formalverstöße" bezeichnet. Mit Abnahme der Zahl aufgenommener Geflüchteter sinken automatisch auch die diesbezüglichen Fallzahlen. Es ist üblich diese ausländerrechtlichen Verstöße herauszurechnen. Das Ergebnis wird als "tatsächliche Kriminalität" bezeichnet. Auch nach dieser Bereinigung liegt der Rückgang der Fallzahlen noch bei 4,8 Prozent und entspricht damit dem landesweiten Trend. Die weiterhin hohe Aufklärungsquote im PP Trier liegt bei 70,8 Prozent beziehungsweise bei 67,4 Prozent ohne die oben erläuterten Straftaten gegen das Aufenthalts¬-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz.

Insgesamt ist ein Rückgang der Fallzahlen in nahezu allen Deliktsgruppen zu verzeichnen. Ausnahmen bilden lediglich Straftaten gegen das Leben (plus sechs Fälle) oder die sexuelle Selbstbestimmung (plus 20 Fälle) sowie Schwere Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (plus 41 Fälle). Gerade die Straftaten gegen das Leben, die stets ein großes öffentliches Interesse nach sich ziehen, bewegen sich aber zahlenmäßig weiterhin nur im niedrigen zweistelligen Bereich. Zudem liegt die Aufklärungsquote im Jahr 2025, wie auch in den meisten vorherigen Jahren, bei 100 Prozent - es konnten also in allen Fällen Tatverdächtige ermittelt werden. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erreichen bei einem nur leichten Anstieg einen Fünf-Jahres-Höchststand. Gleichzeitig liegt hier auch die Aufklärungsquote mit 93,7 Prozent auf dem höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.

Bei Fokus auf deliktische Untergruppen lassen sich leichte Anstiege auch bei Bedrohungen (plus 77 Fälle), Urkundenfälschungen (plus 22 Fälle) und Branddelikten (plus 38 Fälle) verzeichnen. Das Tatmittel Internet ist im Deliktsbereich Bedrohung mit 213 Fällen von nicht unerheblicher Bedeutung. Generell liegen Straftaten mit dem Tatmittel Internet und/oder anderen IT-Geräten im Fünf-Jahres-Vergleich auf einem Höchstwert - ebenso wie die entsprechende Aufklärungsquote. Die Fallzahlen im konkreten Deliktsbereich Cybercrime liegen etwa auf dem Vorjahresniveau.

Der bedeutendste Rückgang der Fallzahlen ist wie bereits im vergangenen Jahr im Bereich Betäubungsmittelkriminalität zu verzeichnen. Dieser resultiert weiterhin insbesondere aus der Teillegalisierung von Cannabis zum 1. April 2024. Seit dem vergangenen Jahr werden in der PKS nun Verstöße gegen das Konsumcannabisgesetz (KCanG) gesondert ausgewiesen. Statistisch belastbare Entwicklungen werden sich daraus allerdings erst in den kommenden Jahren und der damit einhergehenden wachsenden Datengrundlage ableiten lassen.

Hinsichtlich der ermittelten Tatverdächtigen im PP Trier lassen sich folgende Aussagen treffen: Männer machen unverändert rund drei viertel aller Tatverdächtigen aus. Etwa 65 Prozent der Tatverdächtigen sind Deutsche Staatsbürger. Statistisch überrepräsentiert im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung im PP Trier sind - neben Männern - Jugendliche, Heranwachsende sowie nichtdeutsche Personen. Es ist hervorzuheben, dass nur etwa ein Drittel der nichtdeutschen Tatverdächtigen einen Zuwanderungsstatus haben.

Als Messgröße dafür, wie sicher die Menschen in einem Polizeibezirk leben und wie hoch ihr Risiko ist, Opfer einer Straftat zu werden, dient die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl. Sie beschreibt die Anzahl der Straftaten je 100.000 Einwohner und liegt im Polizeipräsidium Trier mit 4.860 (ohne ausländerrechtliche Formalverstöße) erneut weit unter dem Landesdurchschnitt (5.427). Wir leben also weiterhin in einer sicheren Region.

Eine detaillierte Aufschlüsselung und weitere Ergebnisse der Kriminalitätsentwicklung auf der Basis der PKS des Polizeipräsidiums Trier finden Sie auf unserer Internetseite unter https://s.rlp.de/Iwini.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidium Trier vom 10.03.2026 gegen 10:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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