Polizei-News Berlin, 09.02.26: BDK zur LeSuBiA-Studie - Gewalt gegen Frauen ist ein strukturelles Problem - Politik und Gesellschaft müssen handeln

Ein Vergehen wurde aktuell von der Polizei in Berlin gemeldet. Alle bekannten Details zum Fall.

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Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)" zeigen aus Sicht des Bund Deutscher Kriminalbeamter e. V. (BDK) deutlich, dass Gewalt ein zentrales gesellschaftliches Problem ist und Frauen davon in besonderer Weise betroffen sind.

Die Studie belegt, dass Frauen insgesamt häufiger und schwerer von Gewalt betroffen sind als Männer, insbesondere bei sexuellen Übergriffen, sexueller Belästigung und Stalking. Gleichzeitig macht sie sichtbar, dass auch Männer Opfer von Gewalt werden - vor allem in Partnerschaften. Entscheidend ist jedoch: Frauen erleben häufiger schwere Folgen, Verletzungen, Angst und lebensbedrohliche Situationen.

Zugleich offenbart LeSuBiA eine erhebliche Diskrepanz zwischen erlebter und angezeigter Gewalt. In vielen Bereichen liegt die Anzeigequote unter zehn Prozent, in Partnerschaften teilweise unter fünf Prozent. Damit bleibt ein Großteil der Gewalt unsichtbar.

Dirk Peglow, Bundesvorsitzender des BDK:"Die Studie zeigt eindrücklich, dass Gewalt gegen Frauen kein Randphänomen ist, sondern strukturell verankert. Wer das weiterhin als individuelles Problem betrachtet, verkennt die gesellschaftliche Dimension. Wir brauchen eine klare politische Einordnung - und da-raus abgeleitet konsequentes Handeln."

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Gewaltbetroffenheit eng mit gesellschaftlichen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen zusammenhängt. Frauen sind in besonderer Weise vulnerabel, auch wenn Gewalt grundsätzlich alle Geschlechter betrifft.

Der BDK betont zugleich: Polizei allein kann dieses Problem nicht lösen."Kriminalpolitik kann gesellschaftliche Ursachen von Gewalt nicht beseitigen. Sie kann schützen, verfolgen und intervenieren - aber Prävention, Aufklärung, Unterstützungssysteme und gesellschaftlicher Wandel müssen gemeinsam gedacht werden", so Peglow weiter.

Die Studie liefert erstmals umfassende geschlechterübergreifende Dunkelfelddaten zu Gewalterfahrungen in Deutschland und schließt damit eine zentrale Forschungslücke. Erst durch die Kombination von Hellfeld- und Dunkelfeldinformationen entsteht ein realistisches Bild über Ausmaß, Strukturen und Entwicklungen von Gewalt.

Aus Sicht des BDK ergeben sich daraus klare Konsequenzen:-Gewalt gegen Frauen muss stärker als gesamtgesellschaftliches und politisches Problem anerkannt werden

  • Schutz- und Hilfesysteme müssen weiter ausgebaut und niedrigschwelliger erreichbar werden
  • Anzeigehemmnisse müssen reduziert und Betroffene konsequenter unterstützt werden
  • Prävention, Bildung und gesellschaftliche Aufklärung müssen gestärkt werden
  • Polizei braucht weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen, um wirksam schützen und intervenieren zu können

LeSuBiA macht zudem deutlich, dass jüngere Menschen besonders häufig von Gewalt betroffen sind und dass Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend langfristige Folgen haben können. Auch regionale Unterschiede und neue Gewaltformen, etwa im digitalen Raum, werden sichtbar.

"Die Studie liefert eine evidenzbasierte Grundlage für kriminalpolitische Entscheidungen. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik und Gesellschaft daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Wegsehen ist keine Option mehr", so Peglow.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Bund Deutscher vom 09.02.2026 gegen 14:25 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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