Polizei-News Itzehoe, 18.01.26: Schockanruf endet mit Übergabe von Geld und Schmuck
Die Polizei informiert über einen aktuellen Verkehrsunfall in Itzehoe. Was ist heute passiert?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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In Itzehoe fiel am Freitagnachmittag ein älteres Ehepaar auf einen sogenannten Schockanruf herein. Unbekannte gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und behaupteten, die Tochter der Geschädigten habe in Berlin einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Ein Mann erschien später an der Haustür, nahm Geld und Schmuck entgegen und verschwand. Die Kriminalpolizei Itzehoe führt die Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Betrugs.
Gegen 15:00 Uhr erreichten die Betrüger telefonisch ein Ehepaar in Itzehoe. Nach Angaben der 85-jährigen Frau schilderten die Anrufer, ihre Tochter habe in Berlin einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem Kinder tödliche Verletzungen erlitten hätten. Die Anrufer behaupteten zudem, die Tochter sitze in Untersuchungshaft und könne nur gegen die Zahlung einer hohen Kaution entlassen werden. Um Druck aufzubauen, erklärten die Täter, sie hätten noch am Freitagnachmittag einen Gerichtsvollzieher organisiert, der Geld und Wertsachen abholen könne.
Im weiteren Verlauf täuschten die Anrufer vor, die Tochter ans Telefon zu holen. Anschließend sprach eine Frau mit verweinter und aufgelöster Stimme und bat ihre Mutter um Hilfe. Alle Personen am Telefon sprachen nach Angaben der Geschädigten akzentfrei Deutsch. Das Telefonat dauerte etwa eine Stunde, bevor ein Mann an der Haustür erschien. Er stellte sich als Gerichtsvollzieher vor, nahm Bargeld und Schmuck entgegen und erklärte, die Tochter komme frei, sofern die Anzahlung ausreiche. Der Mann verließ danach das Haus.
Nachdem das Telefonat endete, kamen der 85-Jährigen Zweifel. Sie rief ihre Tochter an und erhielt die Rückmeldung, dass keine Festnahme vorliege und sie die Polizei informieren solle.
Die Polizei empfiehlt in diesem Zusammenhang folgende Hinweise zum Schutz vor Schockanrufen und ähnlichen Betrugsmaschen:
Lassen Sie sich nicht in lange Gespräche verwickeln und setzen Sie dem Druck aktiv ein Ende. Legen Sie auf und wählen Sie die 110 selbst. Besprechen Sie Geldforderungen grundsätzlich mit Angehörigen oder Personen Ihres Vertrauens.
Geben Sie am Telefon keine Auskünfte zu Vermögen, Bargeld, Schmuck oder Aufbewahrungsorten. Täter richten die Höhe ihrer Forderungen oft nach den Informationen aus, die sie im Gespräch erhalten, damit die Forderung auch realistisch erfüllt werden kann.
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte, auch dann nicht, wenn diese sich als Polizeibeamte, Gerichtsvollzieher oder andere Amtspersonen ausgeben. Echte Polizeibeamte nehmen niemals Bargeld oder Schmuck persönlich entgegen und fordern solche Übergaben auch nicht telefonisch.
Sensibilisieren Sie insbesondere ältere Familienmitglieder frühzeitig, damit sie bei entsprechenden Anrufen konsequent auflegen und Hilfe holen. Vereinbaren Sie in der Familie einen festen Handlungsplan für verdächtige Anrufe. Beenden Sie das Gespräch konsequent. Rufen Sie anschließend eine zuvor festgelegte Vertrauensperson oder mehrere Angehörige unter bekannten Nummern an und schildern Sie kurz den Inhalt des Anrufs. Informieren Sie danach die Polizei über die 110. Nutzen Sie dabei nicht die Rückruftaste, sondern wählen Sie die Nummer selbst.
Die Kriminalpolizei Itzehoe ermittelt nun wegen gewerbsmäßigen Betrugs.
Björn
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeidirektion Itzehoe vom 18.01.2026 gegen 13:25 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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roj/news.de
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