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Waldbrandgefahr in Berlin am 18.06.2024: Kritische Lage für viele Waldflächen im Bundesland

Achtung vor Fahrlässigkeit im Wald! Trockenheit und Hitze führen aktuell zu drohenden Waldbränden. Lesen Sie auf news.de, welche Wälder es konkret betrifft und wie die Vorhersage für die kommenden Tage ist.

Die Waldbrandgefahr ist aktuell in vielen Teilen Deutschlands erhöht. (Foto) Suche
Die Waldbrandgefahr ist aktuell in vielen Teilen Deutschlands erhöht. Bild: Adobe Stock / Animaflora PicsStock

Besonders im Sommer steigt die Gefahr von Waldbränden enorm an. Die Kombination aus hohen Temperaturen, ausbleibenden Niederschlägen und vermehrtem Personenaufkommen im Wald ist der perfekte Mix für ein Feuer. Um zu verhindern, dass es zu einem Brand kommt, kann jeder einzelne mit der Einhaltung einiger einfacher Vorkehrungen beisteuern. In diesem Artikel erfahren Sie die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe Ihrer Region, wie Sie sich am besten verhalten und weitere Informationen über Waldbrände.

Welche Wälder in Berlin sind aktuell gefährdet?

Aktuell besteht glücklicherweise für keinen Wald eine hohe oder extrem hohe Gefahr auf Waldbrand. Die momentanen Wetterbedingungen führen jedoch trotzdem zu einer mittleren Waldbrandgefahr, sodass jeder, der einen Wald betritt oder sich in dessen Nähe aufhält, sich an die Verhaltensrichtlinien halten sollte, um die Natur zu schützen.

Interessant zu wissen: Die Art des Waldes bestimmt mit, wie hoch das Risiko eines Brandes ist. So sind harzhaltige Nadelbäume sehr viel anfälliger für Feuer und reine Nadelwälder leiden unter einem grundsätzlich höherem Risiko als Mischwälder oder reine Laubwälder.

Einflussfaktor Wetter

Wenn es um die Risikoeinschätzung für einen Waldbrand geht, spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Luftfeuchtigkeit, Bodenfeuchte, Niederschlag, Windstärke und Temperaturen legen den Grundstein für den Zustand des Waldes. Entweder ergeben sie einen feuchten, schwer brennbaren oder einen trockenen, leicht entzündlichen Wald.
Berlin darf sich heute über Niederschlag freuen, doch ab morgen wird es erst einmal nicht mehr regnen. Feuchtigkeit sorgt für einen natürlichen Schutz gegen Feuer, sodass Regen ein sehr gutes Zeichen ist, dass die Waldbrandgefahr gering ausfällt. Die Temperaturen sinken in den kommenden Tagen ab, was das Risiko eines Waldbrandes senken kann. Der aktuell starke Wind wird abnehmen. Die Rolle des Windes in einem Waldbrand besteht darin, dass er einem entstehenden Feuer zusätzlichen Sauerstoff zuführt - je stärker der Wind also weht, desto mehr werden die Flammen genährt. Betrachtet man das heutige Wetter insgesamt, begünstigt es Waldbrände, da kräftiger Wind weht und heiße Temperaturen vorherrschen.

Waldbrandgefahr für Berlin? Aktuelle Gefahreneinstufung der Messstationen

Ein Großteil der Waldgebiete in Berlin ist von erhöhter Brandgefahr betroffen. Mehr als die Hälfte der Messstationen des deutschen Wetterdienstes melden für die kommenden fünf Tage mindestens einmal die Warnstufe 3 und somit eine mittlere bzw. erhöhte Gefahr für einen Waldbrand. 3 von 4 Stationen werden aufgeführt, weil sie einen WBI von 3 oder mehr aufweisen.

Stationsname18.06.202319.06.202320.06.202321.06.202322.06.2023Entwicklung
Berlin-Marzahn🟠🟢🟢🟠🟢↔️
Berlin-Tempelhof🟠🟢🟡🟠🟡↗️
Berlin-Dahlem🟠🟢🟡🟠🟡↗️

🟢 = Warnungsstufe 1
🟡 = Warnungsstufe 2
🟠 = Warnungsstufe 3
🔴 = Warnungsstufe 4
🟣 = Warnungsstufe 5

Alle Stationen messen heute die Stufe 3, aber schon morgen sinkt die Warnstufe an allen Orten in Berlin auf 1. Wie die längerfristige Entwicklung zeigt, sinkt der WBI für keine Stationen in den kommenden Tagen ab, für 1 bleibt er gleich und für 2 steigt er an. Der allgemeine Trend des WBI für Berlin deutet damit auf einen Anstieg hin.

Waldbrandgefahrenstufen – was bedeuten sie?

Das Waldbrandstufenmodell ist in fünf Stufen von 1 bis 5 eingeteilt, bei dem 1 eine sehr geringe Waldbrandgefahr und 5 eine extrem hohe Waldbrandgefahr bedeutet. Auf news.de wird ab der Stufe 3 gewarnt, weil die Waldbrandgefahr ab dieser Stufe als "mittel" beziehungsweise "erhöht" gilt und richtiges Verhalten aller, die sich in einem Wald aufhalten, verheerende Folgen abwenden kann. Deswegen möchten wir Sie für die Gefahr sensibilisieren und Ihnen Tipps an die Hand geben, wie Sie sich in der Waldbrand-Saison im Wald verhalten sollten, um die Natur Deutschlands zu bewahren. Die Erklärung zu den einzelnen Stufen, geltende Einschränkungen und Verhaltensregeln sind hier für Sie zusammengetragen:

Stufe 1 – sehr geringes Risiko
Es gibt keine weiteren Einschränkungen.

Stufe 2 – geringes Risiko
Zündquellen sind zu vermeiden. Befahren Sie Wege mit trockenem Boden nur im Notfall.

Stufe 3 – mittleres Risiko
Benutzen Sie keine öffentlichen Feuerstellen oder Grillplätze mehr. Rauchen Sie nicht in Wäldern. Führen Sie keine Waldarbeiten durch, die Funkenschlag oder Feuer beinhalten, wie das Verbrennen von Reisig oder Schweißen.

Stufe 4 – hohes Risiko
Parkplätze und touristische Einrichtungen im Wald können gesperrt werden. Verlassen Sie öffentliche Waldwege nicht und parken oder benutzen Sie Ihr Auto nicht im Wald.

Stufe 5 – extrem hohes Risiko
Waldeigentümer und Forstbehörden können vorübergehend ein Begehverbot für besonders gefährdete Gebiete verhängen. Achten Sie auf die Beschilderung und vermeiden Sie grundsätzlich Waldspaziergänge.

Mehr zum Thema: Verhaltenstipps für den Wald, die Ihr Leben retten! Was tun, wenn es brennt?

So können Sie helfen, Waldbrände zu verhindern

Mit der Beachtung einiger einfacher Verhaltensweisen können Sie das Risiko eines Waldbrands massiv verringern.

  • Vermeiden Sie in der Natur, vor allem in Wäldern, offenes Feuer. Lagerfeuer sollten nur an ausgewiesenen, dafür vorgesehenen Stellen gemacht werden
  • Werfen Sie keinen Müll in den Wald
  • Rauchen Sie nicht im Wald
  • Stellen Sie Ihr Fahrzeug auf ausgewiesenen Parkplätzen ab und befahren sie möglichst keine Waldwege mit Autos
  • Bemerken Sie unterwegs einen Brand, informieren Sie die Feuerwehr über die übliche Notfallnummer 112. Sie können den Brand auch an die zuständige Forstdienststelle melden. Wenn Sie ein Feuer verursacht haben, versuchen Sie es schnellstmöglich zu löschen, so lange es noch klein ist. Ihre eigene Sicherheit hat jedoch Vorrang.

Mythen aufgeklärt: Entgegen der oft gehörten Meinung, Glasscherben und sonstiges weggeworfenes Glas wären ein häufiger Grund für Waldbrände, ist dem im Normalfall nicht so. Forstpraxis hat eine Untersuchung dazu gemacht und kam zu dem Ergebnis, dass der Brennglaseffekt mit derzeitigen deutschen Temperaturen nicht ausreicht, um einen Brand zu verursachen. Bitte entsorgen Sie Glasmüll trotzdem ordnungsgemäß und vermeiden Sie es, im Wald Glas zurückzulassen.

Waldbrandfaktor Nummer eins: der Mensch

Weniger als 5% der Waldbrände haben natürliche Ursachen wie Blitzschläge, Vulkanausbrüche oder ähnliches. Die meisten werden durch Handlungen des Menschen verursacht. Während Brandstiftung einen beachtlichen Teil davon ausmacht, ist die Hauptursache von Waldbränden Fahrlässigkeit und Leichtsinn. So wurden 2021 laut einer Statistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung von insgesamt 259 Waldbränden, von denen die Ursachen geklärt werden konnten, 92 durch Brandstiftung, 128 durch Fahrlässigkeit und 7 durch natürliche Ursachen hervorgerufen. Die übrigen 32 passierten im Zusammenhang von sonstigen handlungsbedingten Einwirkungen des Menschen. Gut 57% der durch Fahrlässigkeit ausgelösten Brände sind dem unvorsichtigen Verhalten von Campern, Kindern und anderen Waldbesuchern zuzuschreiben. Das Klima- und Witterungsgeschehen beeinflusst ausschlaggebend, wie der Brand sich nach der ursprünglichen Entzündung weiterentwickelt.
Zu den häufigsten menschlichen Ursachen gehören achtlos weggeworfene Zigaretten, Lagerfeuer, die nicht ordnungsgemäss gelöscht werden, und Funken von Maschinen, Autos oder Geräten.

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde auf Basis aktueller Daten vom deutschen Wetterdienst KI-gestützt erstellt. Letzter Datenabruf: 18.06.2023. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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