Triggerpunkte selbst behandeln: Dieser einfache Trick soll Nackenschmerzen lindern

Verspannter Nacken, schmerzende Schultern oder ein Ziehen im Rücken: Für viele gehören solche Beschwerden zum Alltag. Der Ratgeber "Triggerpunkte: Einfache Methoden zur Schmerzlinderung" zeigt mit 40 bebilderten Anleitungen, wie sich Triggerpunkte selbst behandeln lassen.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Mit der Behandlung von Triggerpunkten kann man Schmerzen lindern. (Foto) Suche
Mit der Behandlung von Triggerpunkten kann man Schmerzen lindern. Bild: AdobeStock / Tanya
  • Triggerpunkte können Beschwerden auslösen, die nicht immer direkt an der betroffenen Stelle zu spüren sind
  • Behandlungsmethode setzt auf gezielten Druck, auch mit einfachen Hilfsmitteln wie Faszien- oder Tennisbällen
  • Ratgeber von Amanda Oswald zeigt mit 40 bebilderten Anleitungen, wie verschiedene Körperregionen mit der Triggerpunkt-Methode behandelt werden können

Verspannter Nacken, schmerzender Rücken – fast jeder kennt das. Doch was viele nicht wissen: Hinter den Beschwerden stecken häufig sogenannte Triggerpunkte, kleine Verhärtungen im Bindegewebe, die sich wie Knoten anfühlen und erstaunlich hartnäckig sein können. Die britische Therapeutin Amanda Oswald hat mit "Triggerpunkte. Einfache Methode zur Schmerzlinderung" einen Ratgeber verfasst, der Betroffenen zeigt, wie sie diese Problemstellen eigenständig aufspüren und durch gezielten, sanften Druck behandeln können.

Das Buch richtet sich ausdrücklich an Einsteiger und kommt ohne medizinisches Fachwissen aus. Insgesamt 40 bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen decken den gesamten Körper ab – vom Kiefergelenk bis zu den Fußsohlen. Oswalds Versprechen: Wer regelmäßig übt und etwas Fingerspitzengefühl mitbringt, kann sowohl akute als auch chronische Schmerzen dauerhaft lindern – ganz ohne Arztbesuch.

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Was sind Triggerpunkte? Wie entstehen sie?

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Triggerpunkte sind Verhärtungen in den Faszien – dem Bindegewebe, das Muskeln, Sehnen und Gelenke durchzieht. Sie können winzig wie ein Sandkorn oder so groß wie ein Golfball sein und treten vorwiegend in der Muskulatur auf, manchmal aber auch in Bändern oder im Gewebe rund um Nerven und Knochen. Besonders tückisch: Die Beschwerden zeigen sich nicht immer dort, wo die Verhärtung tatsächlich sitzt. Mediziner sprechen dann von übertragenem Schmerz – ein Phänomen, das die Diagnose erheblich erschwert. Neben Muskelschmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit können Triggerpunkte laut Oswald auch Schlafstörungen, Sehprobleme oder Gleichgewichtsschwierigkeiten auslösen. Gerade weil sich diese Knoten medizinisch schwer einordnen lassen, werden sie als Schmerzursache häufig übersehen oder es wird fälschlicherweise eine andere Erkrankung diagnostiziert.

Die Auslöser für Triggerpunkte sind vielfältig, wurzeln aber fast immer im Alltag. Zu den häufigsten Ursachen zählt Oswald eine unausgewogene Körperhaltung, die Muskeln dauerhaft überfordert, weil sie ständig Mehrarbeit leisten müssen. Ebenso problematisch: stundenlanges Sitzen am Arbeitsplatz auf der einen Seite, übertriebene sportliche Belastung auf der anderen. Auch anhaltender Stress spielt eine zentrale Rolle. Wer permanent unter Anspannung steht, dessen Muskulatur befindet sich in einer Art Daueralarm – Verhärtungen sind die logische Folge. Hinzu kommen Verletzungen jeder Art, von kleinen Blessuren bis hin zu schweren Unfällen, sowie Narbengewebe nach Operationen. Entscheidend ist laut Oswald: Meist wirken mehrere dieser Faktoren zusammen. Die Verhärtungen entwickeln sich schleichend über Monate oder sogar Jahre – und bleiben bestehen, solange die Gewohnheiten unverändert fortbestehen.

Triggerpunkte selbst behandeln: Hartnäckige Schmerzen mit gezieltem Druck lösen

Die Behandlungsmethode selbst ist denkbar simpel: Zunächst wird der betroffene Muskel systematisch abgetastet, bis eine verhärtete, druckempfindliche Stelle spürbar wird. Auf diesen Punkt wird dann gleichmäßiger Druck ausgeübt – maximal 90 Sekunden lang oder bis der Schmerz merklich nachlässt. Wer statischen Druck als unangenehm empfindet, kann alternativ mit kurzen, kräftigen Streichbewegungen arbeiten.

Wichtig dabei: Nach jeder Behandlung sollte die bearbeitete Körperpartie sanft gedehnt werden, um die Muskelentspannung zu fördern. Mehr als 30 Minuten täglich empfiehlt Oswald ausdrücklich nicht – Übereifer kann zusätzliche Reizungen provozieren.

Auch Aufwärmen gehört zum Programm. Kalte Muskeln verstärken Verhärtungen und erschweren die Behandlung. Feuchte Wärme, etwa eine in ein nasses Handtuch gewickelte Wärmflasche, kann hier Abhilfe schaffen. Und vor allem gilt: Geduld mitbringen – wer jahrelang Verspannungen aufgebaut hat, löst sie nicht an einem Nachmittag.

Tennisball an die Wand: Diese Hilfsmittel können helfen

Nicht jeder Triggerpunkt lässt sich bequem mit den eigenen Fingern erreichen. Für schwer zugängliche Stellen – etwa zwischen den Schulterblättern oder am Rücken – empfiehlt Oswald den Einsatz von Hilfsmitteln. Faszienbälle lassen sich zwischen Körper und Wand klemmen oder auf dem Boden platzieren, um gezielt Druck auf die betroffene Stelle auszuüben. Wer beide Seiten der Wirbelsäule gleichzeitig bearbeiten möchte, steckt zwei Bälle in einen Beutel – so bleibt direkter Druck auf die empfindlichen Wirbelkörper aus.

Auch gewöhnliche Tennisbälle eignen sich gut, für intensiveren Druck tut es ein härterer Squashball. Aufblasbare Varianten bieten dagegen sanfteren, großflächigeren Druck. Ergänzend gibt es Triggerpunkt-Massagestäbe, die an einen Spazierstock mit Verdickungen erinnern – besonders hilfreich für Menschen mit eingeschränkter Handkraft oder Beweglichkeit.

Wie Sie Schmerzen an der hinteren Schulter lindern

Ein gutes Anwendungsbeispiel ist die hintere Schulter – das beweglichste und zugleich verletzungsanfälligste Gelenk des Körpers. Dazu wird ein Faszienball zwischen Schulterblatt und Wand platziert und langsam über die gesamte Fläche gerollt. Sobald eine empfindliche Stelle spürbar wird, den Druck mit dem Körpergewicht verstärken und bis zu 90 Sekunden halten. Einige dieser Punkte können dabei einen übertragenen Schmerz auslösen, der bis in die Hand ausstrahlt.

So können Sie neuen Verspannungen vorbeugen

Mindestens ebenso wichtig wie die Behandlung ist laut Oswald die Prävention. Oft sind es unbewusste Alltagsgewohnheiten, die neue Verhärtungen begünstigen: die Sitzposition im Auto, die Tasche stets auf derselben Schulter, fehlende Bewegung in der Freizeit oder eine ungünstige Schlafhaltung. Wer diese Muster erkennt und verändert, kann verhindern, dass sich neue Triggerpunkte bilden.

"Triggerpunkte: Einfache Methoden zur Schmerzlinderung" von Amanda Oswald (Foto) Suche
"Triggerpunkte: Einfache Methoden zur Schmerzlinderung" von Amanda Oswald Bild: DK Verlag

Titel: "Triggerpunkte: Einfache Methoden zur Schmerzlinderung"
Autorin: Amanda Oswald
Verlag: DK Verlag, 2026
Seitenzahl, Buchart: 144, Hardcover
Preis: 15,00 Euro
ISBN: 978-3831053452

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