Lebensbedrohliches Virus: Ebola: Ärzte ohne Grenzen bereiten Großeinsatz im Kongo vor
Ein Ausbruch einer seltenen Ebola-Variante löst in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda einen internationalen Gesundheitsnotstand aus. Ein Wettlauf zur Eindämmung beginnt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nach einem neuen Ausbruch des gefährlichen Ebola-Fiebers in der Demokratischen Republik Kongo bereitet die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen einen Großeinsatz vor. Aktuell gibt es nach Angaben der Gesundheitsorganisation Africa CDC 336 Verdachtsfälle sowie 88 gemeldete Todesfälle. Dazu gehört auch ein im benachbarten Uganda an Ebola gestorbener Mann. Bei dem Ausbruch handelt es sich um den Bundibugyo-Stamm des Virus, für den es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinen zugelassenen Impfstoff gibt.
"Die Zahl der Fälle und Todesfälle, die wir in so kurzer Zeit beobachten, ist äußerst besorgniserregend", sagte die Leiterin des Nothilfeprogramms von Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport. Dazu komme die Ausbreitung über mehrere Gesundheitszonen innerhalb des Kongo hinweg sowie über die Grenze nach Uganda. Die Lage sei zusätzlich dadurch erschwert, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung in der Region schwierig sei, so Newport. Die Organisation stelle derzeit Teams zusammen, die Erfahrung im Umgang mit Ausbrüchen von viralem hämorrhagischem Fieber hätten und mobilisiere lebenswichtige Hilfsgüter.
Die WHO rief in der Nacht zum Sonntag eine internationale Gesundheitsnotlage aus. Alle zehn Nachbarländer des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar.
Seltene Bundibugyo-Variante
Bei früheren Ausbrüchen der lebensbedrohlichen Krankheit hatte es sich laut Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt, für den ein Impfstoff entwickelt wurde. Allerdings habe die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent.
Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben, 2007 in Uganda sowie 2012 im Kongo.
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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