WHO warnt vor Geflügelpest: Erster Fall neuer Vogelgrippe-Variante in Europa angekommen
Ein Mann kehrt aus dem Senegal nach Italien zurück - und trägt dabei unwissentlich ein Virus mit sich, das Experten in Alarmbereitschaft versetzt. Es ist der erste Fall einer neuen Vogelgrippe-Variante in Europa.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- In Italien wurde erstmals die Virus-Variante A (H9N2) der Vogelgrippe in Europa entdeckt
- Das Virus grassierte bereits seit einiger Zeit in der Vogelpopulation im Senegal
- Die WHO warnt vor Kontakt mit Geflügel aufgrund von Infektionsgefahr
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In Italien ist erstmals ein Fall der Vogelgrippe-Variante A (H9N2) nach Europa eingeschleppt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte die Diagnose bei einem erwachsenen Mann, der zuvor sechs Monate im Senegal verbracht hatte. Nach seiner Rückkehr nach Italien überkamen Fieber und anhaltender Husten den Patienten, der kurz darauf eine Notaufnahme aufsuchte.
WHO warnt vor Kontakt mit Geflügelmärkten
Die WHO hat die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. "Die Öffentlichkeit sollte den Kontakt mit Hochrisikoumgebungen wie Lebendtiermärkten, Bauernhöfen oder Oberflächen meiden, die mit Geflügelkot kontaminiert sein könnten", erklärte die Gesundheitsbehörde. Obwohl die WHO das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als gering einstuft, sollten gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Personen, die beruflich oder in Hobbyhaltung mit lebendem oder totem Geflügel umgehen, sollten unbedingt einen Atemschutz tragen. Zudem sei gründliche Handhygiene durch häufiges Waschen oder die Verwendung von alkoholbasiertem Desinfektionsmittel ratsam. Gleichzeitig betonte die Organisation: Jede menschliche Infektion mit einem neuartigen Influenza-A-Virus habe "das Potenzial für erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit".
Von leichten Symptomen bis zur Hirnschwellung
Die Vogelgrippe-Variante A(H9N2) kann beim Menschen sehr unterschiedliche Krankheitsverläufe auslösen. Während einige Infizierte nur milde Atemwegsbeschwerden entwickeln, warnt die WHO vor schweren Komplikationen. Dazu zählen Bindehautentzündung, Magen-Darm-Schmerzen sowie Enzephalitis - eine gefährliche Schwellung des Gehirns. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung tödlich enden.
Der aktuelle Patient in Italien kämpft zusätzlich gegen eine weitere Erkrankung: Bei den Untersuchungen stellten die Ärzte auch eine Tuberkulose-Infektion fest. Diese doppelte Belastung erschwert die Behandlung. Rätselhaft bleibt, wie sich der Mann überhaupt angesteckt hat. Laut dem britischen "Daily Star" gab er Ermittlern gegenüber an, vor seiner Erkrankung keinen bekannten Kontakt zu Geflügel oder erkrankten Personen gehabt zu haben.
Kontaktpersonen erhalten vorsorglich antivirale Medikamente
Die Gesundheitsbehörden haben umgehend Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet. Sämtliche Kontaktpersonen des Erkrankten wurden sowohl in Italien als auch im Senegal ausfindig gemacht und stehen unter Beobachtung. Einige von ihnen erhielten vorsorglich antivirale Medikamente, um einen möglichen Ausbruch frühzeitig zu unterbinden.
Die WHO schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Mensch zu Mensch derzeit als gering ein. Dennoch beobachtet die Organisation die Lage weltweit aufmerksam weiter. Gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften muss jede menschliche Infektion mit einem neuartigen Influenza-A-Subtyp der WHO gemeldet werden, da solche Fälle "das Potenzial für erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit" besitzen.
Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.
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