Hautkrebsrisiko: Können Tattoos Krebs auslösen? Das müssen Sie wissen

Sind Tattoos wirklich so gefährlich für die Gesundheit, wie oftmals behauptet wird? US-amerikanische Forscher haben sich auf die Suche nach Antworten begeben - und sind zu verblüffenden Ergebnissen gekommen.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wer besonders viele Tattoos hat, könnte laut einer neuen Studie mehrere Effekte spüren. (Foto) Suche
Wer besonders viele Tattoos hat, könnte laut einer neuen Studie mehrere Effekte spüren. Bild: picture alliance/dpa | Christoph Reichwein
  • Immer wieder wird behauptet, dass Tattoos zu Hautkrebs führen können
  • Wissenschaftler haben das Risiko bei tätowierten Menschen untersucht
  • Dabei sind die Forscher auf verblüffende Ergebnisse gestoßen

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Können Tattoos wirklich zu Hautkrebs führen? Die Behauptung hat sich zumindest wie ein Lauffeuer verbreitet und wird auch heute noch von vielen geglaubt. Doch handfeste wissenschaftliche Untersuchungen gab es dazu bislang nicht. Was es mit der Hautkrebs-Panik auf sich hat und ob Sie möglicherweise von Gesundheitsrisiken betroffen sind, verraten wir Ihnen hier.

Können Tätowierungen das Hautkrebsrisiko erhöhen?

Tattoos sind zumindest in Deutschland mittlerweile weit verbreitet: Etwa jeder fünfte Erwachsene trägt laut Angaben des Meinungsforschungsinstituts YouGov mindestens eine Körperverzierung unter der Haut. Dennoch zeigen sich viele Menschen noch immer äußerst skeptisch gegenüber den Inhaltsstoffen von Tattoo-Tinte - und viele befürchten gesundheitliche Folgen, insbesondere für ihre Haut.

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler des US-amerikanischen Huntsman Cancer Institutes an der University of Utah analysiert, inwiefern Tattoos das Risiko für schwarzen Hautkrebs beeinflussen Die Forscher haben insgesamt über 7.000 Menschen für ihre Studie untersucht, darunter sowohl Personen mit wenigen Tätowierungen als auch solche mit vielen. Davon hatten insgesamt 1.167 bereits eine Hautkrebsdiagnose erhalten, 566 litten an einem sogenannten "in situ"-Melanom, einer frühen Form von schwarzem Hautkrebs.

Forscher beobachteten geringeres Risiko bei mehreren Tattoos

Die Teilnehmenden machten in der Studie Angaben dazu, wie viele Tattoo-Sitzungen sie bereits hatten, wie groß die Tattoos waren und in welchem Alter sie ihre ersten Tattoos erhalten hatten. Bei der Auswertung dieser Punkte machten die Forscher besonders bei Menschen mit vielen Tattoos interessante Beobachtungen:

  • Wer bereits mindestens vier Tattoo-Sitzungen hinter sich hatte, hatte ein deutlich geringeres Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Ihr Risiko für ein Melanom war rund 56 Prozent geringer als das von Menschen ohne Tattoos.
  • Personen mit drei oder vier großflächigen Tattoos hatten sogar ein um 74 Prozent geringeres Risiko.
  • Wer sein erstes Tattoo bereits vor dem 20. Lebensjahr erhielt, hatte später ein geringeres Risiko für die gefährlichere Form von Hautkrebs (invasives Melanom). Das Risiko war nur halb so hoch wie bei Personen ohne Tattoos.

Die Ergebnisse zeigen: Statt das Hautkrebsrisiko zu erhöhen, standen Tattoos im Zusammenhang mit einem grundsätzlich geringeren Risiko.

Sonnencreme schützt die Haut, nicht die Tattoos selbst

Das bedeutet allerdings nicht, dass Tattoos schlichtweg das Risiko senken. Studienleiterin Dr. Rachel McCarthy erklärt in einer Mitteilung der Universität in Utah: "Tätowierer raten ihren Kunden, regelmäßig Sonnenschutzmittel zu verwenden, um das Verblassen der Tattoos zu verhindern." Entsprechend tragen Menschen mit mehr Tätowierungen häufiger Sonnencreme auf, was sie wiederum vor der gefährlichen UV-Strahlung schützt.

Sind die Inhaltsstoffe von Tattoo-Farben gesundheitsschädlich?

Auch Befürchtungen, dass die Inhaltsstoffe von Tattoo-Farben gefährlich oder gar krebserregend seien, lassen sich nicht direkt belegen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind die am häufigsten verwendeten Pigmente schwarzer Ruß und weißes Titandioxid. Für bunte Tattoos werden in der Regel organische Pigmente verwendet. Grundsätzlich gibt es derzeit noch wenig Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Inhaltsstoffe.

Allerdings können einige Farbpigmente Schwermetalle oder Substanzen enthalten, die zu allergischen Reaktionen führen können. Darüber hinaus können auch in der Trägerflüssigkeit Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel oder Stoffe, die für eine bessere Verteilung des Pigments sorgen, enthalten sein. Die überwiegende Mehrheit der Komplikationen sind laut dem BfR lokale Hautreizungen oder allergische Hautreaktionen.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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