Pandemie: Ex-RKI-Chef dankt Mehrheit für Unterstützung in Pandemie

In der Corona-Pandemie verloren manche ihr Vertrauen ins offizielle Krisenmanagement. Wie erklärt einer der obersten Krisenmanager von damals das Misstrauen in Teilen der Bevölkerung?

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Der damalige Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat ein gemischtes Fazit zum deutschen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie gezogen. Eine unzureichende Datenlage etwa zur Krankheitslast habe zur Verunsicherung der Bevölkerung in Deutschland beigetragen, sagte Wieler in einer Anhörung der Enquete-Kommission des Bundestags zur Aufarbeitung der Gesundheitskrise.

Ausdrücklich dankte Wieler "der großen Mehrheit" in Deutschland, "deren kontinuierliche Unterstützung die Eindämmung der Covid-19-Pandemie erst ermöglicht hat". Anfangs sei die Unterstützung "außerordentlich groß" gewesen. Aber: "Die Unterstützung der Bevölkerung ließ im Laufe der Pandemie nach", so Wieler.

Warum Vertrauen nachließ

Der frühere RKI-Präsident machte auf mögliche Gründe aufmerksam. So habe man zwar gewusst, dass die Impfungen weltweit Millionen Todesfälle verhinderten. Zahlen zur Wirksamkeit der Impfungen in Deutschland hätten mangels ausreichender Daten aber erst mit Verzögerung vorgelegt werden können, sagte Wieler. "Dies verzögerte wichtige Erkenntnisse im Inland und sorgte für Unsicherheit."

Der ehemalige RKI-Chef sagte: "Die Pandemie hat wichtige Lernprozesse angestoßen." Ausgebaut werden sollten der öffentliche Gesundheitsdienst sowie die Kapazitäten des RKI und der anderen zentralen Einrichtungen, forderte der Professor am Hasso-Plattner-Institut. Für Wieler wichtig: eine "Verbesserung der Gesundheitsdaten-Infrastruktur". Diese Informationen müssten in viel stärkerem Maß automatisiert fließen sowie - "ohne exzessiven Datenschutz" - verknüpft und ausgewertet werden können. Dies sei wichtig für ein besseres Krisenmanagement. "Das ist aber auch Grundlage für gesellschaftliches Vertrauen", mahnte Wieler. Hierfür fehlten noch finanzielle, technische und gesetzliche Voraussetzungen.

Stiko-Chef: Ressourcen nicht ausreichend

Auch der Intensivmediziner Christian Karagiannidis mahnte besser nutzbare und automatisierte Daten an. Nutzen aus den damals entwickelten Maßnahmen ziehe man heute etwa beim Abwassermonitoring, bei dem Viruslast in Abwasser gemessen wird.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Reinhard Berner, hob die Rolle des unabhängigen Gremiums hervor, das im Lauf der Pandemie 25 Empfehlungen veröffentlicht habe. Er wies darauf hin, dass die Ressourcen der Stiko-Geschäftsstelle für einen Pandemiefall nicht ausreichend seien. Stärker berücksichtigt werden müssten Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.

Der Toxikologe Helmut Sterz machte deutlich, dass er damalige Studien zu Corona-Impfstoffen als unzureichend einschätzt. Die Sicherheit der Vakzine sei nur "vorgetäuscht" worden. Die Infektiologin Maria Vehreschild kritisierte aus ihrer Sicht teils suboptimale Bedingungen für Forschungsbereiche, die für Gesundheit und Pandemiebekämpfung zentral seien.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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