Hohe Gefahr bei Kälte: Wie der Wetterwechsel Ihr Schlaganfall-Risiko steigert

Während Deutschland sich in den vergangenen Tagen am eher milden und sonnigen Wetter erfreuen durfte, schlägt die Kälte nun mit voller Wucht zurück. Das lässt auch das Risiko für Schlaganfälle ansteigen, warnen Experten.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Oftmals bleiben stumme Schlaganfälle unentdeckt, weil ihre Anzeichen von Betroffenen heruntergespielt werden. (Foto) Suche
Oftmals bleiben stumme Schlaganfälle unentdeckt, weil ihre Anzeichen von Betroffenen heruntergespielt werden. Bild: AdobeStock / goodluz
  • Das Risiko für "stumme" Schlaganfälle kann je nach Wetter steigen
  • Besonders bei starken Wetterwechseln und im Winter ist es hoch
  • Oftmals werden die stummen Hirninfarkte erst im Nachhinein erkannt

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Schlaganfall-Alarm: Während angenehm sonniges Wetter der Gesundheit äußerst zuträglich sein kann, bewirken abrupte Wetterwechsel genau das Gegenteil. So leidet in der Winter- und Frühlingssaison nicht nur unsere Stimmung, wenn die Temperaturen plötzlich wieder sinken, sondern auch das Risiko für sogenannte "stumme" Schlaganfälle steigt.

Was sind stumme Schlaganfälle und woran erkennt man sie?

Bei dieser Art von Schlaganfall handelt es sich laut der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe e.V. um einen kleinen Hirninfarkt, der keine sofort auffälligen Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen verursacht. Daher wird er oftmals eher per Zufall im MRT entdeckt. Bei einem stummen Schlaganfall können allerdings folgende Symptome auftreten:

  • leichte Sehstörungen
  • leicht eingeschränkte Motorik
  • Gefühl der Schwäche
  • leicht eingeschränkte kognitive Funktionen

Betroffene müssen mit dauerhaften Folgen rechnen

Langfristig können stumme Schlaganfälle Gedächtnis-, Konzentrations- und Gleichgewichtsprobleme begünstigen. Zwar müssen sie nicht zwingend als Vorboten eines "großen" Hirninfarkts gelesen werden, können aber zeigen, dass im Hirn zumindest bereits Durchblutungsstörungen oder Gefäßschäden auftreten. Zudem erhöhen sie auch das Risiko für Demenz - trotz "stillem" Verlauf sind sie also klinisch relevant.

Auch Neurologe Christian Nolte erklärt im Interview mit der Charité Universitätsmedizin Berlin: "Scheinbar gesunde Menschen, bei denen verdeckte Schlaganfälle gefunden werden, haben ein 1,5-fach bis 2,5-fach erhöhtes Risiko für offene Schlaganfälle und ein 4-fach erhöhtes Risiko eine Demenz zu entwickeln." Mit "offenen" Schlaganfällen sind hier Hirninfarkte gemeint, die sich sofort bemerkbar machen - etwa durch extreme Kopfschmerzen, Sprach- und Sehstörungen oder starke Lähmungs- und Taubheitserscheinungen.

Bei welchem Wetter ist die Gefahr für Schlaganfälle am größten?

Das Risiko für stumme Schlaganfälle steigt immer dann besonders an, wenn das Wetter sehr plötzlich umschwingt. So wirkt sich beispielsweise kaltes Wetter auf die Blutgefäße so aus, dass diese sich verengen, um möglichst viel Wärme im Körper speichern zu können. Doch das führt auch zu einem erhöhten Blutdruck - der wiederum das Schlaganfall-Risiko steigen lässt.

Forscher der Universität Jena haben in einer Studie herausgefunden, dass sich Schlaganfälle besonders im Winter häufen. Bei Untersuchungen an über 1.600 Patienten fanden sie heraus, dass schnelle Veränderungen bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall ansteigen lassen. Fällt die Temperatur innerhalb von 24 Stunden ab, steigt das Risiko zudem um elf Prozent je drei Grad Temperaturunterschied. Das erhöhte Risiko hält für zwei Tage nach dem Umschwung an.

Besonders bestimmte Risikogruppen sind von der Schlaganfall-Gefahr betroffen: "Bei Risikopatienten kann sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei Wetterwechsel teilweise vervierfachen. Vor allem Patienten mit Diabetes oder Arterienverkalkungen reagieren besonders sensibel", betont Studienleiter und Neurologe Florian Rakers vom Universitätsklinikum Jena. Auch Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Raucher, Menschen über 60 Jahren sowie Übergewichtige reagieren stärker auf Wetterumschwünge.

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