Lange unterschätztes Problem: Barmer: Mehr Frauen erhalten Endometriose-Diagnose
Die Zahl erfasster Endometriose-Fälle ist stark gestiegen. Das liegt nicht daran, dass mehr Frauen erkranken. Grund ist vielmehr eine positive Entwicklung.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Immer mehr Frauen in Deutschland haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Diagnose Endometriose erhalten. Das geht aus Hochrechnungen aus dem Arztreport der Krankenkasse Barmer hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Zahl der Frauen mit Endometriose habe sich von rund 230.000 im Jahr 2005 auf rund 510.000 Betroffene im Jahr 2024 mehr als verdoppelt.
Endometriose ist eine chronische Krankheit, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – etwa an den Eierstöcken, der Gebärmutterwand, Blase, Darm oder im Beckenraum. Die betroffenen Frauen können starke Schmerzen haben.
Zudem kann Endometriose die Fruchtbarkeit erheblich beeinträchtigen. Viele Frauen blieben ungewollt kinderlos, weil bei ihnen die Diagnose nicht rechtzeitig gestellt wurde und damit auch keine gezielte Behandlung erfolgte.
Endometriose stärker im Bewusstsein angekommen
Im Report heißt es, dass nicht davon ausgegangen werde, dass die Häufigkeit von Endometriose innerhalb der vergangenen Jahrzehnte stark gestiegen sei, sondern dass es vor allem ein größeres Bewusstsein gebe - sowohl bei Patientinnen als auch bei Ärztinnen und Ärzten. Außerdem habe sich die Diagnostik verbessert.
"Endometriose ist viel stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen", erklärte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub. "Somit wird die Diagnose früher gestellt, und für die Frauen entfallen Jahre der Ungewissheit." Wichtig sei, dass betroffene Frauen schnell passende und langfristige Behandlung bekämen.
Frühere Diagnosen
Grundlage für die Auswertung sind Abrechnungsdaten von rund acht Millionen Menschen, die in der Zeit bei der Barmer versichert waren. Die Ergebnisse seien auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet worden.
Laut Analyse stieg auch die Zahl der Behandlungen im Krankenhaus aufgrund von Endometriose stark an: um mehr als 80 Prozent auf rund 38.000 Fälle. Das Durchschnittsalter der erstmals diagnostizierten Patientinnen sank von 2015 bis 2024 um 3,8 auf 37,4 Jahre.
Weitere Aufklärung nötig
Die Daten zeigen zudem regionale Unterschiede: Die Diagnose werde eher in dicht als in dünn besiedelten Regionen gestellt, hieß es. Das zeige, dass noch weitere Aufklärungsarbeit nötig sei. Es sei davon auszugehen, dass nach wie vor viele Frauen von ihrer Erkrankung nichts wüssten und sie für Regelschmerzen hielten.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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