Fünf Geschmäcker, ein Kochbuch: Mit ihren Rezepten stellt Ana Romas die Küche auf den Kopf

Keine klassische Menüfolge, keine starren Regeln: Food-Creatorin Ana Romas sortiert ihr neues Kochbuch "Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami." nach den fünf Geschmacksrichtungen und lädt Hobbyköche ein, die Küche völlig neu zu entdecken.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Ana Romas veröffentlicht mit "Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami" ihr zweites Kochbuch. (Foto) Suche
Ana Romas veröffentlicht mit "Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami" ihr zweites Kochbuch. Bild: Christian Verlag / Anastasia Romas / Sascha Hemmer & Karina Koenen
  • Ana Romas veröffentlicht "Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami."
  • Foodfluencerin ordnet ihr neues Kochbuch nach den fünf Geschmacksrichtungen statt nach Gängen
  • Die 70 vegetarischen Rezepte sollen zum Experimentieren und Kombinieren anregen
  • Viele Gerichte lassen sich einfach vegan abwandeln und ohne Spezialgeräte kochen

Mit ihrem zweiten Kochbuch wagt Ana Romas einen ungewöhnlichen Ansatz: Statt Vorspeise, Hauptgang und Dessert ordnet die Autorin ihre 70 vegetarischen Rezepte nach den fünf Grundgeschmacksrichtungen – süß, salzig, sauer, bitter und umami. Die unter dem Instagram-Handle @russischraclette bekannte Food-Creatorin knüpft damit an den Erfolg ihres Debüts "Anushka" an, schlägt jedoch einen völlig anderen Weg ein.

"Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami." von Ana Romas: Eine Anleitung für mehr Geschmack

Während das erste Werk noch einer klaren thematischen Linie folgte, versteht sich das neue Buch als kulinarische Landkarte ohne feste Routen. "Grenzen sind auf dieser Karte übrigens verboten", schreibt Romas im Vorwort. Sie stünden dem freien Zusammenspiel von Aromen im Wege. Die Rezepte speisen sich aus Eindrücken zahlreicher Reisen und ihrer eigenen Migrationsgeschichte. Das Ergebnis: ein Konzept, das Hobbyköche zum kreativen Food Pairing auf gehobenem Niveau einlädt. Das Buch setzt dabei auf maximale Flexibilität: Neben fertigen Gerichten enthält es zahlreiche Mix-and-Match-Komponenten, die sich beliebig kombinieren lassen. Eine Sauce wandert vom ursprünglichen Rezept an einen völlig anderen Ort, ein süßes Topping funktioniert plötzlich in salzigem Kontext, und Eis darf auch mal als Vorspeise überraschen.

Abschied vom kulinarischen Navigationssystem

In Deutschland werde gekocht, als gäbe es ein Navi, dem man folgen müsse, kritisiert Romas. Ihr Buch will genau diese Gewohnheit aufbrechen. Es führt kreuz und quer über die geschmackliche Landkarte und ermutigt dazu, vorgegebene Wege zu verlassen. "Geschmack ist nie statisch, sondern immer in Bewegung, genauso wie die Menschen, die ihn formen", schreibt die Autorin. Rezepte versteht sie nicht als starre Anleitungen, sondern als Ausgangspunkte für eigene Experimente. Scheitern ausdrücklich erlaubt. Das Buch soll ein Gebrauchsgegenstand werden – mit Flecken, Randnotizen und persönlichen Anmerkungen zu gelungenen Variationen. Romas' Motto dabei: "An Genuss ist nichts Verwerfliches, solange er Freude bringt."

Im Vergleich zu "Anushka" sind die neuen Rezepte deutlich zugänglicher. Lediglich drei bis vier Gerichte erfordern spezielle Zutaten oder Küchengeräte – doch dafür bietet Romas Alternativen mit haushaltsüblichen Mitteln an. Auch Veganer kommen auf ihre Kosten: Die meisten Rezepte lassen sich problemlos anpassen, oft reicht es, Käse wegzulassen oder zu ersetzen.

Die Bandbreite der Gerichte überrascht: Unter "Salzig" findet sich Karotten-Eis neben Dill-Kaviar und frittierten Eigelben und die Kategorie "Umami" wartet mit Burnt-Toast-Suppe, Spinat-Babka und Steinpilz-Aligot auf. Einige Rezepte arbeiten mit Fermentationsprozessen. Zu jedem Gericht liefert Ana Romas zudem zahlreiche Tipps und Varianten. Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?

Rezept für geröstete Tomaten-Zwiebeln von Ana Romas

"Ich liebe Gerichte, die beim Backen mit sich selbst verschmelzen. Diese Zwiebeln werden erst scharf angebraten und dann in einem würzigen, säuerlich-süßen Sud aus fermentierten Tomaten, Paprika und Knoblauch im Ofen weich geschmort", schreibt Ana Romas zum Rezept für geröstete Tomaten-Zwiebeln. "Es ist ein einfaches Rezept, aber mit komplexem Geschmack
und wunderbar würzig."

Als Einstieg in ihre Rezepte empfiehlt Romas selbst die gerösteten Tomaten-Zwiebeln. (Foto) Suche
Als Einstieg in ihre Rezepte empfiehlt Romas selbst die gerösteten Tomaten-Zwiebeln. Bild: Christian Verlag / Anastasia Romas / Sascha Hemmer & Karina Koenen

Zutaten für vier Portionen:

Für die Tomaten-Knoblauch-Mischung

  • 6 Knoblauchzehen
  • 100 g sauer eingelegte Tomaten,
  • gehäutet und fein gehackt (erhältlich im osteuropäischen Supermarkt)
  • 2 EL der Einlegeflüssigkeit
  • 60 ml natives Olivenöl extra
  • 3 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 EL Gemüsebrühe-Paste (oder selbstgemachtes Brühekonzentrat)
  • 1 TL Apfelessig
  • 1 TL Zucker (nach Geschmack anpassen)
  • 1 TL Salz

Für die Zwiebeln

  • 900 g gemischte Zwiebeln
  • 2 EL neutrales Pflanzenöl
  • Salz

Zum Servieren

  • frische Dillstängel
  • Petersilienblätter mit zarten Stängeln

Den Backofen auf 190 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Die Knoblauchzehen abziehen und grob zerkleinern. Die eingelegten Tomaten fein hacken.

In einer kleinen Schüssel Knoblauch, Tomaten, Einlegeflüssigkeit, Olivenöl, Paprikapulver,
Gemüsebrühe-Paste, Apfelessig, Zucker, Salz und 180 ml Wasser gut vermengen und beiseitestellen.

Die Zwiebeln abziehen, die Wurzeln beschneiden, aber intakt lassen und die Zwiebeln längs durch die Wurzel vierteln. Das Pflanzenöl in einer gusseisernen oder feuerfesten Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Die Zwiebeln mit der Schnittfläche nach unten in die heiße Pfanne setzen, leicht salzen und etwa 5 Minuten braten, bis sie kräftig Farbe annehmen. Die Zwiebeln vorsichtig auf einen Teller geben. Gegebenenfalls in zwei Chargen arbeiten und mehr Öl verwenden.

Alle Zwiebeln zurück in die Pfanne legen, diesmal mit den Schnittflächen nach oben. Die vorbereitete Tomatenmischung darüber verteilen. Die Pfanne leicht schwenken, damit sich alles verteilt. Im Ofen 30–40 Minuten backen, bis die Zwiebeln sehr weich sind und sich das Öl leicht von der Sauce trennt. 

Mit frischem Dill und Petersilie garnieren. Warm servieren – als Beilage oder als Teil eines
Mezze-Tellers.

"Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami." von Ana Romas (Foto) Suche
"Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami." von Ana Romas Bild: Christian Verlag / Anastasia Romas / Sascha Hemmer & Karina Koenen

Fazit: Wer gern nach Rezept kocht, wird hier fündig – wer lieber experimentiert, erst recht. "Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami." versteht sich als Baukasten für neue Kombinationen und überraschende Aromen. Ein Buch für neugierige Hobbyköchinnen und -köche, die gern einmal von der gewohnten Route abweichen.

Titel: "Süß. Salzig. Sauer. Bitter. Umami."
Autorin: Ana Romas
Verlag: Christian Verlag, 2026
Seitenzahl, Buchart: 224, Hardcover
Preis: 29,99 Euro
ISBN: 978-3-98951-119-4

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