Leitungswasser vs. Mineralwasser: Wasser ist nicht immer gleich gesund - worauf kommt es an?

Darf es Mineralwasser, Leitungswasser oder Tafelwasser sein? Nicht nur geschmacklich gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Wasserarten. Welche Aspekte Sie bei der Auswahl berücksichtigen sollten.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Trinkwasser gilt in Deutschland als gesundheitlich unbedenklich - doch andere Wasserarten haben noch mehr Vorteile. (Foto) Suche
Trinkwasser gilt in Deutschland als gesundheitlich unbedenklich - doch andere Wasserarten haben noch mehr Vorteile. Bild: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
  • In Deutschland gibt es mehrere anerkannte Arten von Wasser
  • Aus gesundheitlicher Sicht ist vor allem die Mineralstoff-Zusammensetzung wichtig
  • Was Verbraucher beim Kauf beachten sollten, verraten wir Ihnen hier

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Auf dem Markt finden sich zahlreiche verschiedene Wasser-Sorten: Mineralwasser, Tafelwasser, Quellwasser und sogar Heilwasser. Doch macht die Auswahl wirklich einen Unterschied oder handelt es sich nur um reine Marketing-Begriffe? Auf welche Eigenschaften Verbraucher beim Kauf achten müssen, verraten wir Ihnen hier.

Trinkwasser wird am strengsten kontrolliert

Trink- oder Leitungswasser ist das wohl am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland - und wird von der Trinkwasser-Verordnung (TrinkwV) gesetzlich geregelt. Diese legt Grenzwerte für etliche Parameter fest - darunter zur chemischen Zusammensetzung und mikrobiologischen Eigenschaften. Trinkwasser stammt in der Regel aus Grundwasser, Oberflächenwasser oder Quellwasser, das in Aufbereitungsanlagen für den täglichen Gebrauch bearbeitet wird.

In der Regel enthält Trinkwasser nur geringe Mengen an Mineralstoffen, was daran liegt, dass es bei der Aufbereitung vor allem um die Reinheit des Wassers geht. Dennoch können die Mineralstoffgehalte je nach Region variieren. Grundsätzlich ist es das am besten geeignete weil am schärfsten kontrollierte Wasser für den täglichen Konsum. Allerdings können andere Arten von Wasser es in Sachen gesundheitlicher Wirkung übertrumpfen.

Wie gesund ist Mineralwasser?

Auch Hersteller von Mineralwasser müssen der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTWVO) entsprechend bestimmten Kriterien folgen: So muss es seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen haben und von ursprünglicher Reinheit sein. Außerdem muss es eine natürliche Mineralisierung aufweisen, die es von Trinkwasser unterscheidet und es muss ab Quellort abgefüllt und amtlich anerkannt werden.

In der Regel zeichnet es sich durch seinen natürlichen Gehalt an verschiedenen Mineralstoffen und Spurenelementen aus, so enthält es häufig beispielsweise Calcium, Magnesium, Natrium oder Sulfat. Je nach Quelle kann diese Zusammensetzung variieren und unterschiedliche gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Damit eignet sich auch Mineralwasser sehr gut als tägliches Getränk.

Quell- und Tafelwasser im Vergleich

Quellwasser muss laut gesetzlichen Anforderungen direkt aus unterirdischen Wasservorkommen stammen und wird direkt an der Quelle gewonnen. Es muss von natürlicher Reinheit sein und nur äußerst wenigen Behandlungsverfahren ausgesetzt werden. Der Mineralstoffgehalt von Quellwasser ist oftmals geringer als bei Mineralwasser, wobei die Zusammensetzung sehr stark variieren kann. Als tägliches Getränk ist es durchaus geeignet, wobei es aus gesundheitlicher Perspektive weniger vorteilhaft ist als Mineralwasser.

Tafelwasser ist - etwa im Gegensatz zu Quellwasser - kein Naturprodukt, sondern wird in der Regel aus Trinkwasser hergestellt, dem Stoffe wie natürliches Mineralwasser, Meerwasser, Salze oder Kohlensäure hinzugefügt werden können. Die genaue Zusammensetzung ist weniger streng als bei natürlichem Wasser geregelt. Wie förderlich Tafelwasser für die Gesundheit ist, hängt von der Zusammensetzung ab. Wie gut es den Körper mit Mineralstoffen versorgt, ist daher unterschiedlich.

Wie wirkungsvoll ist Heilwasser tatsächlich?

Sogenanntes "Heilwasser" ist etwas anders als die anderen Wasserarten zu betrachten. Je nach Produkt fällt es laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) tatsächlich unter die Kategorie der Arzneimittel und damit unter das Arzneimittelgesetz. Dafür benötigt es allerdings eine Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Diese erhalten Produkte, wenn ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen werden kann - so gibt es bestimmte Wasserarten, die spezielle Beschwerden lindern können oder hohe Konzentrationen von Mineralstoffen oder Spurenelementen enthalten.

Heilwasser ist - eben weil es teils als medizinisches Produkt gilt - nicht als tägliches Getränk gedacht. Die Anwendung sollte vor allem dann erfolgen, wenn sie ärztlich abgesprochen ist und bestimmte Leiden lindern soll.

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