Hochverarbeitete Lebensmittel: Krebsrisiko steigt - vor allem Softdrinks sind Schuld
Was haben Fertigessen, pflanzliche Fleischalternativen und Cola gemeinsam? Richtig: Bei diesen Produkten handelt es sich um hochverarbeitete Lebensmittel. Eines davon ist allerdings deutlich schädlicher als die anderen.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
Suche
- Hochverarbeitete Lebensmittel können das Krebsrisiko erhöhen
- Besonders Getränke scheinen dabei großen Einfluss zu haben
- Studien zeigen: Säfte und Limos sind besonders ungesund
Mehr interessante Nachrichten rund um das Thema Krebs finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Tag für Tag landen hochverarbeitete Lebensmittel auf unseren Tellern oder in unseren Gläsern. Die Gründe sind klar: Sie sind praktisch, lassen sich schnell zubereiten und verzehren und schmecken in der Regel sehr intensiv. Doch wie wirken sich diese Nahrungsmittel auf unseren Körper aus? Britische Forscher gingen dieser Frage nach - und fanden heraus, dass sich vor allem eine Kategorie von hochverarbeiteten Lebensmitteln besonders schädlich auswirkt.
Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko deutlich
Für die 2023 im Fachmagazin "eClinicalMagazine" veröffentlichte Studie aus Großbritannien werteten die Forscher Daten von mehr als 200.000 Teilnehmern der UK Biobank aus. Die Ergebnisse zeigen: Durchschnittlich machten hochverarbeitete Lebensmittel 22,9 Prozent der Nahrung der Studienteilnehmer aus. Während des Beobachtungszeitraums von 9,8 Jahren erkrankten 15.921 Personen an Krebs. 4.009 davon betroffene Teilnehmer starben an ihrer Erkrankung.
Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass das Erkrankungsrisiko dabei eng mit der Menge an konsumierten hochverarbeiteten Lebensmitteln zusammenhing. Je zehn Prozent Erhöhung stieg die Inzidenz für Krebs um zwei Prozent, für Eierstockkrebs sogar um 19 Prozent. Zudem stieg damit auch das Gesamtsterblichkeitsrisiko um sechs Prozent. Dafür sprach auch, dass die Teilnehmer mit dem höchsten Konsum eine insgesamt höhere Inzidenz für Krebs, aber spezifisch auch für Hirntumore, Kopf- und Halskrebs aufwiesen.
Säfte und zuckerhaltige Getränke sind besonders gefährlich
Ernährungsmediziner Martin Smollich wies auf der Plattform "X" (ehemals Twitter) allerdings darauf hin, dass der Effekt der hochverarbeiteten Lebensmittel "im wesentlichen ein Effekt von Softdrinks und Säften" sei. "Andere Produkte (z.B. pflanzliche Fleischalternativen) spielen hier überhaupt keine Rolle", so der Experte.
Das passt auch zu den Erkenntnissen einer ebenfalls 2023 veröffentlichen Metaanalyse, nach der zuckerhaltige Getränke das Risiko für diverse Krebsarten erhöhen:Mega spannende Studie: Je mehr hochverarbeitete Lebensmittel (#UPF) konsumiert werden, desto höher ist das #Krebs-Risiko. Klingt wenig überraschend. ABER: Sehr aufschlussreich ist der Blick in die Lebensmittelgruppen: ...@Imperial_PCPH @TheLancet https://t.co/2BHYByk8MD pic.twitter.com/4wP5zOUHTy
— Martin Smollich (@ErnMedBlog) February 1, 2023
- Brustkrebsrisiko steigt um 17 Prozent
- Risiko für kolorektalen Krebs wird um 10 Prozent erhöht
- Biliäre Karzinome werden ganze 30 Prozent wahrscheinlicher
- Gefahr durch Prostatakrebs steigt um 10 Prozent
Dabei können auch künstliche Süßungsmittel das Krebsrisiko erhöhen - so steigt etwa das Risiko für Leukämie durch erhöhten Konsum so gesüßter Getränke um 16 Prozent. Auch Fruchtsäfte sind problematisch, wie die Analyse zeigt. Allein 250 ml pro Tag reichen aus, um das allgemeine Krebsrisiko um 31 Prozent ansteigen zu lassen.
Andere Faktoren beeinflussen Krebsrisiko ebenfalls
Wie sowohl die Autoren der Studie als auch der Metaanalyse betonen, lässt sich hierbei lediglich ein statistischer Zusammenhang feststellen, ein ursächlicher Zusammenhang muss erst durch weitere Forschung belegt werden. Zusätzlich sind einige Schwächen der Studie nicht zu leugnen: So haben Menschen, die besonders häufig hochverarbeitete Lebensmittel konsumieren, auch in anderen Aspekten einen deutlich anderen Lebensstil als Menschen, die jeden Tag frisch und reichhaltig kochen. Auch abseits der Ernährung können Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder Bewegung das Krebsrisiko maßgeblich beeinflussen.
Hier lesen Sie mehr über verschiedene Krebsarten und aktuelle Studien:
- Diese drei Frühwarnzeichen deuten auf Blasenkrebs hin
- Ständiges Sodbrennen kann Anzeichen für Speiseröhrenkrebs sein
- Wie Sie mit nachhaltiger Ernährung das Krebsrisiko senken
- Konservierungsstoffe können Krebsrisiko erhöhen
- Krebsfälle steigen bei Millennials drastisch an
sfx/bua/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.