Häufiger bei Nachteulen: Diese Schlafgewohnheiten schwächen die Herzgesundheit

Unser Schlaf wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern kann auch gravierende Folgen für unsere körperliche Gesundheit haben. Eine neue Studie zeigt: Besonders das Herz-Kreislauf-System kann unter schlechtem Schlaf leiden.

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Wer regelmäßig sehr spät schlafen geht, könnte sich womöglich zur Risiko-Gruppe der "Nachteulen" zählen. (Foto) Suche
Wer regelmäßig sehr spät schlafen geht, könnte sich womöglich zur Risiko-Gruppe der "Nachteulen" zählen. Bild: AdobeStock/Akbari
  • Eine Studie zeigt: Auch der Körper leidet bei schlechten Schlafgewohnheiten
  • Sogenannte Nachteulen sind deutlich anfälliger für Herzkrankheiten
  • Nicht der Schlafrhythmus selbst ist schuld, sondern das Verhalten

Mehr rund um das Thema Schlaf finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Ganz alltägliche Gewohnheiten können beeinflussen, wie sich unsere psychische und körperliche Gesundheit entwickeln. Dazu zählen nicht nur Ernährung und Sport, sondern auch der Schlaf. Letzterer ist essenziell: Ohne ausreichend Schlaf können wir nicht genug Energie sammeln, um in den nächsten Tag zu starten. Doch auch darüber hinaus kann Schlafmangel der Gesundheit schaden. Eine aktuelle Studie belegt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufiger bei sogenannten "Nachteulen" auftreten.

Wie wir schlafen, hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit

Für ihre im "Journal of the American Heart Association" veröffentlichte Studie wertete ein Team des Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School in Boston Daten von mehr als 300.000 gesunden Erwachsenen zwischen 39 und 74 Jahren aus. Die Daten stammen aus der UK Biobank - einer Langzeitstudie in Großbritannien, die regelmäßig mit neuen Stichproben verschiedener Daten aktualisiert wird.

Als Indikator dafür, wie der Gesundheitszustand von Herz und Kreislauf der Probanden ist, wurde ein bestimmter Score errechnet. Dieser bezieht neben den Schlafgewohnheiten auch Ernährung, Bewegung, Nikotinkonsum, Cholesterinwerte, Blutzucker und Gewicht ein.

Nur acht Prozent sind Nachteulen

Von den einbezogenen Probanden bezeichneten sich nur acht Prozent als "definitive Abend-Menschen" - also Nachteulen. "Definitive Morgen-Menschen" (sogenannte "Lerchen") machten insgesamt 24 Prozent der Stichprobe aus. Der Rest der Probanden befand sich zwischen den beiden Gruppen und wird als Gruppe mit "mittlerem Chronotyp" bezeichnet. Der Chronotyp bezeichnet den jeweils bevorzugten Schlaf-Wach-Rhythmus jedes Menschen.

Das Ergebnis der Untersuchungen: Unter den Nachteulen lag der Anteil derjenigen mit einer grundsätzlich eher schlechten Herz-Kreislauf-Gesundheit um 79 Prozent höher als in der mittleren Gruppe. Außerdem war das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls um 16 Prozent höher als bei mittleren Chronotypen. Dabei waren Frauen mehr betroffen als Männer.

Verhalten ist schädlicher als die Schlafenszeit selbst

Der Chronotyp selbst scheint allerdings nicht das Problem zu sein: Vielmehr sind es die Gewohnheiten, die mit besagtem Chronotyp einhergehen. Wer öfter erst spät abends aktiv wird, der sorgt dafür, dass die innere Uhr entgegen des natürlich Tag-Nacht-Lichtzyklus verläuft. Zudem neigen Nachteulen öfter zu Verhaltensweisen, die sich auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken können. So rauchen sie etwa häufiger, ernähren sich weniger gesund und schlafen unregelmäßiger.

Die Ergebnisse sind laut den Forschern eine gute Nachricht für Nachteulen: Zwar lässt sich der biologische Rhythmus selbst nicht ändern, dafür aber die Gewohnheiten, die oftmals mit ihm einhergehen.

Eine ältere Analyseverschiedener Studien zeigt wiederum, dass neben dem Rhythmus auch die Schlafdauer die Herzgesundheit beeinflussen kann. Die Ergebnisse der Studien zeigen auf, dass Schlafmangel im Zusammenhang mit hohem Blutdruck, chronischen Herzerkrankungen und Diabetes steht. Umso wichtiger ist es daher, für einen gesunden Schlaf zu sorgen und auch tagsüber mit gesunder Ernährung und Bewegung für die Gesundheit zu sorgen.

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