Pollensaison 2026 beginnt "ungewöhnlich früh": Keine Verschnaufpause für Allergiker - Allergie-Saison nimmt schon jetzt Fahrt auf
Für Pollenallergiker beginnt bereits im Januar die Pollensaison 2026 - die ersten Haselsträucher stehen in voller Blüte und verursachen quälende Allergie-Symptome. Wie Betroffene wirksam gegensteuern können, wird hier verraten.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Pollensaison 2026 in vollem Gange - und das schon Mitte Januar
- Keine Verschnaufpause mehr für Allergiker? Pollenflug beginnt "ungewöhnlich früh" laut Experten
- Der Pollenallergie den Kampf ansagen: Welche Medikamente helfen, wann muss der Arzt ran?
Während viele Menschen in den Wintermonaten noch mit Erkältungen kämpfen, beginnt für Allergiker bereits Mitte Januar 2026 die nächste Belastungsprobe. Im Westen Deutschlands fliegen die Haselpollen in diesem Jahr außergewöhnlich früh und intensiv. Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell vor mittelstarkem Pollenflug in mehreren Regionen.
Pollenflugsaison 2026 hat begonnen - Haselpollen machen Allergikern das Leben schwer
Nordrhein-Westfalen, das Rhein-Main-Gebiet und der Oberrhein sind besonders stark betroffen. Auch Niedersachsen und das Saarland verzeichnen erhöhte Belastungen. "Das ist außergewöhnlich früh", erklärt Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD. Eine derart starke Pollenkonzentration Mitte Januar sei sehr ungewöhnlich. Naturbeobachter des Wetterdienstes entdeckten den ersten blühenden Haselstrauch bereits am 10. Dezember 2025. Zum Jahreswechsel stand in NRW fast jeder zweite Haselstrauch in voller Blüte. Im Osten Deutschlands hingegen bremste kühlere Luft die Entwicklung der Frühblüher.
Klimawandel verschiebt Pollensaison um mehr als zwei Wochen nach vorn
Der frühe Pollenflug ist kein Zufall, sondern eine direkte Folge des Klimawandels. Seit Jahren beginnt die Allergiesaison immer früher im Jahr. Innerhalb von drei Jahrzehnten hat sich der Start der Heuschnupfen-Zeit im Durchschnitt um 16 Tage nach vorn verlagert. Die milderen Winter sorgen dafür, dass sich Pflanzen schneller entwickeln. Zusätzlich deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass menschengemachte CO2-Emissionen die Pollenproduktion direkt ankurbeln. Kurzfristige Wetterereignisse wie Niederschläge oder Stürme beeinflussen die Belastung ebenfalls stark. "Für einige Allergiker gibt es fast keine Pause mehr", warnt Karl-Christian Bergmann, Professor an der Berliner Charité und Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Die Pollenflugsaison erstrecke sich mittlerweile von Januar bis Oktober.
Welche Medikamente helfen bei Pollenallergie und wovon sollte man die Finger lassen?
In Apotheken sind wirksame Medikamente gegen Heuschnupfen frei erhältlich. Doch Experten warnen vor einem häufigen Fehler: Abschwellende Nasensprays, die bei Erkältungen helfen, sollten Allergiker mit Bedacht einsetzen. Während der langen Pollenflugzeit besteht die Gefahr, diese Mittel zu lange anzuwenden und dadurch die Nasenschleimhaut dauerhaft zu schädigen.
Professor Karl-Christian Bergmann rät Betroffenen dringend, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, um den gefürchteten Etagenwechsel zu vermeiden, bei dem sich die Allergiebeschwerden von den oberen in die unteren Atemwege verlagert. "Bei jedem dritten Patienten entwickelt sich aus einem Heuschnupfen ein Asthma, wenn man sich nicht behandeln lässt", mahnt der Experte. Trotz der verlängerten Pollensaison zeigen Studien übrigens keine Zunahme der Allergikerzahlen. Rund 14 Prozent der Bevölkerung leiden an Heuschnupfen – dieser Anteil blieb in den vergangenen zwei Jahrzehnten stabil.
Schon gewusst? Haustiere können Kinder vor Allergien schützen
Für Eltern mit Heuschnupfen, die eine Weitergabe der Allergie-Veranlagung an ihre Kinder befürchten, hat Professor Bergmann einen überraschenden Ratschlag: "Wenn Sie die räumlichen Möglichkeiten haben, schaffen Sie sich einen Hund oder eine Katze an." Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, entwickeln nachweislich seltener Allergien. Der Experte widerspricht damit einem weit verbreiteten Irrtum. Viele Eltern glauben, sie müssten ihren Nachwuchs vor sämtlichen Keimen abschirmen. "Manche Eltern denken, die müssten alles vermeiden und ihre Kinder von allen Bakterien fernhalten – aber das ist einfach nicht richtig", betont Bergmann. Der Kontakt mit Tieren im frühen Kindesalter trainiert offenbar das Immunsystem und senkt das Risiko für spätere allergische Erkrankungen messbar.
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loc/news.de/dpa/stg
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