Mehrere Affenpocken-Ausbrüche gemeldet: Gefährlicher Subtyp auf dem Vormarsch - beliebte Urlaubsinsel neuer Hotspot?
Erstmals wurde auf Mallorca der gefürchtete Affenpocken-Subtyp Klade 1 nachgewiesen – einer der Infizierten hatte sexuellen Kontakt mit einer Person aus Deutschland. Und auch in Berlin wurden mehrere Fälle gemeldet. Was bisher bekannt ist.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Affenpocken-Fälle in Berlin, Mpox-Ausbruch auf Mallorca
- Erstmals neue Mpox-Variante in Deutschland und auf den Balearen nachgewiesen
- Trotz gefährlicherer Variante Klade 1b - überwiegend milde Fälle gemeldet
- Landesamt in Berlin rät zur Impfung - wer besonders betroffen ist
Ein neuer, gefährlicherer Mpox-Virustyp breitet sich in Europa aus – und erreicht nun gleich mehrere bekannte Reise- und Metropolregionen. Sowohl in Berlin als auch auf Mallorca wurden erstmals Infektionen mit der sogenannten Klade 1 gemeldet.
Mehrere Mpox-Fälle in Berlin - neue Variante Klade 1b erstmals in Deutschland gemeldet
In Berlin zirkuliert erstmals der gefährlichere Mpox-Subtyp Klade 1b ohne erkennbare Verbindung zu Auslandsreisen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) bestätigte seit Mitte Dezember 2025 drei Infektionen mit dieser Virusvariante – zwei davon entstanden offenbar direkt in der Hauptstadt.
Bislang standen Ansteckungen mit dem Klade-1b-Virus stets in Zusammenhang mit Reisen in Länder, in denen der Erreger verbreitet ist. Diese Lage hat sich nun grundlegend verändert. „Mpox der Klade 1b ist nun in Berlin angekommen", erklärte Lageso-Präsident Alexander Straßmeir. Er bezeichnete die Impfung als wichtigste Schutzmaßnahme gegen eine Erkrankung und schwere Verläufe, berichtet unter anderem "t-online.de".
Auch international wurden inzwischen mindestens zwei weitere Fälle gemeldet, bei denen Berlin als möglicher Infektionsort gilt.
Mallorca meldet Klade-1-Virus-Fälle – Affenpocken-Ausbruch auf den Balearen
Während Berlin erstmals eine lokale Übertragung des neuen Subtyps verzeichnet, häufen sich auch im Ausland neue Mpox-Fälle. Parallel zum Berliner Geschehen registrierten die Behörden auf den Balearen einen Mpox-Ausbruch mit insgesamt neun Infektionen. Die Ansteckungen ereigneten sich zwischen Ende November und Dezember 2025.
Erstmals wurde dabei auf Mallorca der Subtyp Klade 1 nachgewiesen – jene Virusvariante, die die Weltgesundheitsorganisation bereits 2024 zur Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstands veranlasst hatte, berichtet unter anderem die "Mallorca Zeitung".
Besonders brisant ist dabei: Einer der ersten Infizierten mit dem Klade-1-Subtyp gab an, sexuellen Kontakt zu einer Person aus Deutschland gehabt zu haben. Die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Elena Esteban, räumte jedoch ein, dass sich eine klare epidemiologische Verbindung bislang "nicht herstellen" lasse. Ein "großes Stigma" erschwere die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erheblich.
Mpox-Gefahr aktuell: Überwiegend milde Verläufe trotz gefährlicherer Virusvariante
Bei den Betroffenen in Berlin handelt es sich ausschließlich um Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Zwei von ihnen waren nicht geimpft und entwickelten typische Symptome wie
- Fieber,
- Hautveränderungen und geschwollene Lymphknoten.
Ein Patient mit einer Impfdosis zeigte hingegen deutlich mildere Beschwerden.
Auf den Balearen waren überwiegend Männer zwischen 35 und 40 Jahren betroffen, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte hatten. Zwei Patienten wurden vorsorglich stationär behandelt, konnten die Klinik jedoch rasch wieder verlassen. Alle neun Erkrankten auf Mallorca haben sich laut Behörden vollständig erholt.
Die Krankheit beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen. Nach wenigen Tagen folgen Hautveränderungen, die sich von Flecken über Bläschen bis hin zu Krusten entwickeln. Die Heilung dauert meist zwei bis vier Wochen.
Affenpocken-Fälle häufen sich: Behörden rufen Risikogruppen dringend zur Impfung auf
Das Lageso betont die Schutzimpfung als wirksamste Maßnahme gegen Mpox-Infektionen und schwere Krankheitsverläufe. Empfohlen wird sie insbesondere Männern sowie trans und nicht-binären Personen mit wechselnden männlichen Sexualpartnern. Auch Sexarbeiter zählen zur Zielgruppe.
Die Ständige Impfkommission rät zur Immunisierung bei erhöhtem Ansteckungsrisiko oder nach Kontakt mit nachweislich Infizierten. In diesem Fall sollte die Impfung innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Der Impfstoff ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.
Wer bislang keine Pockenimpfung erhalten hat, benötigt für die Grundimmunisierung zwei Dosen im Abstand von mindestens 28 Tagen. Auch auf Mallorca appellierte Gesundheitsdirektorin Esteban an Risikogruppen: "Es ist wichtig, aufmerksam zu sein und vorzubeugen – aber ohne die Bevölkerung zu beunruhigen."
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