Mehr Kinder unter fünf sterben: Gates bittet Deutschland um Umsicht bei Hilfskürzungen
Bill Gates warnt: Weniger Entwicklungshilfe könnte weltweit mehr Kinderleben kosten. Auch an Berlin hat er eine Botschaft.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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US-Milliardär und Großspender Bill Gates mahnt die Bundesregierung zu Umsicht bei der Kürzung von Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit. "Deutschland kann sehr stolz auf die bereitgestellten Gelder sein und auf die unglaublichen Auswirkungen, die sie hatten", sagte der 70-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.
"Letztlich liegt es an den Entscheidungsträgern, ob sie unverhältnismäßige Kürzungen bei den Mitteln vornehmen, die das Leben von Kindern in den ärmsten Ländern der Welt retten. Ich hoffe sehr, dass solche unverhältnismäßigen Kürzungen nicht vorgenommen werden", sagte Gates der dpa. Die Stiftung des Microsoft-Mitgründers ist ein bedeutender Geldgeber im Bereich globaler Gesundheit und Entwicklung.
Gates: Kürzungen würden Tod von Millionen Menschen verursachen
Forscher im Auftrag der Stiftung sagen vorher, dass die weltweite Kindersterblichkeit in diesem Jahr erstmals wieder ansteigen wird – nachdem sie sich seit der Jahrtausendwende mehr als halbiert hatte. Im Gesundheitsbereich seien die weltweiten Entwicklungshilfegelder in diesem Jahr um 26,9 Prozent gesunken, heißt es in dem Bericht.
Hauptgrund des Rückgangs ist die Entscheidung der USA, einen großen Teil ihrer Hilfszahlungen einzustellen. Aber auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und andere europäische Länder geben weniger Geld. "Ich bin der Meinung, dass Regierungen diese Hilfsbudgets nicht kürzen sollten, da solche Kürzungen den Tod von Millionen Menschen zur Folge hätten", sagte Gates der dpa.
Deutschland gehört zu den größten Gebern weltweit. Die Bundesregierung will die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit erneut senken – nachdem der Haushalt des Ministeriums bis 2020 allerdings jahrelang gestiegen war. 2026 sollen laut Haushaltsentwurf noch 9,94 Milliarden Euro und damit rund 340 Millionen Euro weniger als in diesem Jahr zur Verfügung stehen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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