Luftqualität-Warnungen in Deutschland: 115 Messstationen messen gefährliche Werte
In mehreren Städten Deutschlands, insbesondere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, werden aktuell erhöhte Schadstoffwerte gemessen. Die Wettermessstationen rufen zur Wachsamkeit auf.
Von news.de-Redakteur Lucas Meyer - Uhr
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- 115 Wetterstationen melden schlechte Luft durch Feinstaub
- Höchste Grenzwert-Überschreitung in Halle/Nord mit 93 µg/m³
- Umweltbundesamt meldet: Luftqualitätsindex im roten Bereich
- Das Umweltbundesamt empfiehlt insbesondere Risikogruppen, Anstrengungen im Freien zu vermeiden
Die Wettermessstationen schlagen Alarm! Momentan werden an 115 Stationen in ganz Deutschland schlechte bis sehr schlechte Luftqualität gemessen. In Brandenburg sind derzeit mit 26 Messstellen die meisten Stationen betroffen. Hauptverursacher ist Feinstaub - eine Mischung winziger Partikel, die tief in die Atemwege eindringen und die Gesundheit gefährden können.
Die höchste Überschreitung wird zurzeit in Halle/Nord gemessen. Hier liegt der Luftqualitätsindex aktuell im roten Bereich. Der Grenzwert für Feinstaub₁₀ wird mit 93 µg/m³ überschritten.
Die Karte zeigt eine Auswahl der Stationen mit überschrittenen Werten. Für eine vollständige Liste besuchen Sie die Luftkarten des Umweltbundesamtes (UBA).
Schlechte Luftqualität: Auswirkungen und Risikogruppen
Sensible Personengruppen können momentan in der Umgebung der Wetterstationen von der Luftverschmutzung negativ beeinflusst werden. Falls Sie Asthmatiker sind oder eine Vorerkrankung der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems haben, gehören Sie zur Risikogruppe. Laut UBA löst der Feinstaub "Stress in menschlichen Zellen aus." Eine langfristige Belastung kann zu Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystem, des Nervensystem führen oder den Stoffwechsel nachhaltig beeinflussen. Hinzu kommen akute Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit der durch den Stress im Körper ausgelöst wird.
Wie kann ich mich bei Luftverschmutzung schützen?
Vor allem auf Sport oder andere strapazierende Aktivitäten sollten Sie momentan verzichten oder diese in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Zur Risikogruppe gehörende Personen sollten darauf achten, körperliche Aktivitäten im Freien zu reduzieren und sich stattdessen in gut belüfteten, klimatisierten Räumen aufzuhalten. In geschlossenen Räumen kann die Luftqualität durch Luftbefeuchter oder Pflanzen sichergestellt werden. Dafür empfiehlt die Krankenkasse AOK Efeu, Bogenhanf und Grünlilien. Wenn sich die Luftqualität anhaltend verschlechtert, ist es ratsam, in Risikobereichen eine FFP2-Maske oder ähnliche Atemschutzmasken zu tragen.
Ursachen für schlechte Luftqualität
Die steigende Luftverschmutzung durch die Schadstoffe wird hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht. Dabei kann ein unverhältnismäßig hohes Verkehrsaufkommen ein Auslöser sein, aber auch industriell oder landwirtschaftlich erzeugte Schadstoffe. Zusätzlich führen zunehmende Umweltkatastrophen wie Sandstürme, großflächige Waldbrände und Vulkanausbrüche global zu einer andauernden Beeinträchtigung der Luft. Den Informationen der Schweizer Institution für Luftqualität IQAir zufolge beeinflussen auch akute Wetterfaktoren die Luftverschmutzung. Demnach kann Regen bei der Verdünnung von Feinstaub (PM10) helfen, intensive Sonneneinstrahlung gemischt mit Fahrzeugabgasen zur Erhöhung des Ozons führen und Wind die Verbreitung von Schadstoffen begünstigen.
Zudem informiert das Umweltbundesamt (UBA) bei akuten Wetterlagen oder langanhaltenden Schadstoffbewegungen in ihrer Pressestelle.
Luftqualität im Fokus: Diese Schadstoffe belasten unsere Atemluft
Feinstaub (PM10, PM2,5, PM1), Ozon (O₃) und Stickstoffdioxid (NO₂) gehören zu den Hauptverursachern der Luftverschmutzung. PM10 umfasst Partikel bis 10 Mikrometer, PM2,5 bis 2,5 Mikrometer und PM1 ultrafeine Partikel unter 1 Mikrometer. Sie entstehen durch den Straßenverkehr, Industrieanlagen, Kraftwerke sowie natürliche Quellen wie Waldbrände. Schwefeldioxid (SO₂), das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird, trägt zur Feinstaubbildung und saurem Regen bei. Bodennahes Ozon (O₃) entsteht durch Reaktionen von Stickstoffoxiden (NOₓ) mit Sonnenlicht und erreicht im Sommer gesundheitsschädliche Werte. NO₂, ein stechend riechendes Reizgas aus Verbrennungsprozessen, fördert die Bildung von Feinstaub und Ozon. Der Luftqualitätsindex (LQI) wird aus den Konzentrationen verschiedener Schadstoffe berechnet, indem für jede Komponente ein Teilindex ermittelt wird. Der höchste Wert bestimmt die Gesamteinstufung der Luftqualität von "sehr gut" bis "sehr schlecht".
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+++Dieser Text wurde auf der Basis des Umwelt Bundesamt (UBA) generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unter hinweis@news.de mitteilen. +++
mel/roj/news.de
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