Schlechte Luftqualität in Deutschland: 154 Messstationen messen gefährliche Werte

In mehreren Städten Deutschlands, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, werden aktuell erhöhte Schadstoffwerte gemessen. Bewohner:innen in betroffenen Gebieten sind zur Wachsamkeit aufgerufen.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Städtische Luftverschmutzung durch Schadstoffe (Foto) Suche
Städtische Luftverschmutzung durch Schadstoffe Bild: Adobe Stock / yo camon
  • 154 Wetterstationen melden schlechte Luft durch Feinstaub
  • Höchste Grenzwert-Überschreitung in Berlin Mariendorfer Damm mit 96 µg/m³
  • Umweltbundesamt meldet: Luftqualitätsindex im roten Bereich
  • Das Umweltbundesamt empfiehlt insbesondere Risikogruppen, Anstrengungen im Freien zu vermeiden

UBA-Messstationen schlagen an! Momentan werden an 154 Stationen in ganz Deutschland schlechte bis sehr schlechte Luftqualität gemessen. In Nordrhein-Westfalen sind derzeit mit 42 Messstellen die meisten Stationen betroffen. Hauptverursacher ist Feinstaub - eine Mischung winziger Partikel, die tief in die Atemwege eindringen und die Gesundheit gefährden können.

Die höchste Überschreitung wird aktuell in Berlin Mariendorfer Damm gemessen. Hier liegt der Luftqualitätsindex gegenwärtig im roten Bereich. Der Grenzwert für Feinstaub₁₀ wird mit 96 µg/m³ überschritten.

Die Karte zeigt eine Auswahl der Stationen mit überschrittenen Werten. Für eine vollständige Liste besuchen Sie die Luftkarten des Umweltbundesamtes (UBA).

Auswirkungen schlechter Luftqualität: Gehöre ich zur Risikogruppe?

Sensible Personengruppen können derzeit in der Umgebung der Wetterstationen von der Luftverschmutzung Schaden nehmen. Falls Sie Asthmatiker sind oder eine Vorerkrankung der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems haben, gehören Sie zur Risikogruppe. Laut UBA löst der Feinstaub "Stress in menschlichen Zellen aus." Eine langfristige Belastung kann zu Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystem, des Nervensystem führen oder den Stoffwechsel nachhaltig beeinflussen. Hinzu kommen akute Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit der durch den Stress im Körper ausgelöst wird.

Wie kann ich mich bei Luftverschmutzung schützen?

Vor allem auf Sport oder andere strapazierende Tätigkeiten sollten Sie im Moment verzichten oder diese in die Morgen- oder Abendstunden verlegen. Zur Risikogruppe gehörende Personen wird empfohlen, körperliche Anstrengung im Freien zu vermeiden und sich in gut klimatisierten Innenräumen aufzuhalten. In geschlossenen Räumen kann die Luftqualität durch Luftbefeuchter oder Pflanzen auf ein gesundes Niveau gehalten werden. Dafür empfiehlt die Krankenkasse AOK Efeu, Bogenhanf und Grünlilien. In Fällen von anhaltend schlechter Luftqualität wird empfohlen, eine FFP2-Maske oder vergleichbare Atemschutzmasken in Risikobereichen zu benutzen.

Ursachen für schlechte Luftqualität

Die immense Verbrennung fossiler Brennstoffe ist der Hauptfaktor für die Luftverschmutzung durch Schadstoffe. Ein unverhältnismäßig hohes Verkehrsaufkommen oder ein saisonal bedingter hoher Ausstoß von industriellen oder landwirtschaftlichen Abgasen kann dabei eine Ursache für die Luftverschmutzung sein. Darüber hinaus bewirken die weltweit ansteigenden Naturkatastrophen wie Sandstürme, flächendeckende Waldbrände und Vulkanausbrüche dafür, dass die Luftqualität großflächig und für längere Zeit beeinträchtigt wird. Den Angaben der Schweizer Institution für Luftqualität IQAir zufolge tragen auch akute Wetterfaktoren zur Luftverschmutzung bei. So kann Regen bei der Verdünnung von Feinstaub (PM10) helfen, intensive Sonneneinstrahlung gemischt mit Fahrzeugabgasen zur Erhöhung des Ozons führen und Wind die Verbreitung von Schadstoffen begünstigen.

Zudem informiert das Umweltbundesamt (UBA) bei akuten Wetterlagen oder langanhaltenden Schadstoffbewegungen in ihrer Pressestelle.

Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid: Diese Schadstoffe verschmutzen unsere

Feinstaub (PM10, PM2,5, PM1), Ozon (O₃) und Stickstoffdioxid (NO₂) gehören zu den Hauptverursachern der Luftverschmutzung. PM10 umfasst Partikel bis 10 Mikrometer, PM2,5 bis 2,5 Mikrometer und PM1 ultrafeine Partikel unter 1 Mikrometer. Sie entstehen durch den Straßenverkehr, Industrieanlagen, Kraftwerke sowie natürliche Quellen wie Waldbrände. Schwefeldioxid (SO₂), das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird, trägt zur Feinstaubbildung und saurem Regen bei. Bodennahes Ozon (O₃) entsteht durch Reaktionen von Stickstoffoxiden (NOₓ) mit Sonnenlicht und erreicht im Sommer gesundheitsschädliche Werte. NO₂, ein stechend riechendes Reizgas aus Verbrennungsprozessen, fördert die Bildung von Feinstaub und Ozon. Der Luftqualitätsindex (LQI) wird aus den Konzentrationen verschiedener Schadstoffe berechnet, indem für jede Komponente ein Teilindex ermittelt wird. Der höchste Wert bestimmt die Gesamteinstufung der Luftqualität von "sehr gut" bis "sehr schlecht".

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+++Dieser Text wurde auf der Basis des Umwelt Bundesamt (UBA) generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unter hinweis@news.de mitteilen. +++

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