Erstellt von - Uhr

Nahrungsergänzungsmittel: Drohende Schäden? So gefährlich sind die Vitaminpillen wirklich

Um der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, nimmt mittlerweile jeder zweite Deutsche Nahrungsergänzungsmittel ein. Doch Experten warnen eindringlich vor den Vitaminpillen. Wie gefährlich sind die Mittel wirklich?

Die Verbraucherzentrale warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln. (Foto) Suche
Die Verbraucherzentrale warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln. Bild: Adobe Stock/ ExQuisine

Vitamine, Mineralstoffe, Mittel für Schönheit von innen - die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln versprechen oft wohltuende Wirkungen. Doch die Pillen, Tropfen oder Pulver sind nicht ganz unproblematisch, meinen Experten.

Nahrungsergänzungsmittel: Immer mehr Deutsche greifen zu Vitaminpillen und Mineralien

Immer mehr Menschen in Deutschland greifen laut einer neuen Umfrage zuNahrungsergänzungsmitteln. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hatte innerhalb der vergangenen sechs Monate ein oder mehrere solcherMittel gekauft - dies zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch (29.03.2022) vorlag. Nach einer Vorgängeruntersuchung verwendeten 2016 erst 35 Prozent Nahrungsergänzungsmittel.

Ausschlaggebende Aspekte für den Kauf der Mittel waren der neuen Umfrage zufolge bei 67 Prozent der Käufer der Präparate, die Inhaltsstoffe und bei 52 Prozent die damit verbundenen Gesundheitsaussagen. Jeweils rund zwei Fünftel kauften die Mittel in Apotheken oder Drogerien. 68 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Behörden die Unbedenklichkeit der Mittel überprüfen sollten.

Verbraucherzentrale warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln  - aus diesem Grund

Die Verbraucherzentrale forderte die Bundesregierung auf, Verbraucherinnen und Verbraucher vor gesundheitlichen Risiken zu schützen und den Markt mit Nahrungsergänzungsmitteln strenger zu regulieren. Es sei inakzeptabel, dass die Politik diesen Milliarden-Markt nicht regele und vor Irreführung und gesundheitlichen Risiken schütze.

"Superfood fürs Immunsystem, Vitamin D gegen Coronaviren, Mineralstoffe für Schönheit von innen: Glaubt man den Werbeaussagen mancher Anbieter, können Nahrungsergänzungsmittel wahre Wunder bewirken", sagte die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale, Christiane Seidel. "Tatsächlich können sie aber ernsthafte gesundheitliche Probleme wie Herz- und weitere Organschäden oder Muskelschwäche verursachen." Besonders häufig warnten die Verbraucherzentralen demnach vor krebserregendem Ethylenoxid in pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln, vor unzulässigen Arzneisubstanzen, Salmonellen und zu hohen Dosierungen einzelner Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln - etwa zu viel Curcumin und Piperin in Kurkuma-Produkten. Diese könnten leberschädigend wirken. Auch von Vitamin D und Vitamin B12 sollte man nicht zu viel nehmen. Beim Vitamin B12 gibt es aber keine eindeutigen Ergebnisse, die aussagen, ob und wie schädlich zu hohe Dosen sind. 

Gefährliche Vitaminpillen? Nahrungsergänzungsmittel nicht ohne ärztlichen Rat nehmen

Dennoch rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die tägliche Höchstmenge von 25 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag durch Nahrungsergänzungsmittel nicht zu überschreiten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält hingegen eine Dosis von 4 Mikrogramm am Tag für ausreichend. Die Angaben beziehen sich auf Erwachsene. In jedem Fall sollten Nahrungsergänzungsmittel immer unter ärztlicher Aufsicht und nur nach einem Bluttest eingenommen werden. 

Seit fünf Jahren betreiben die Verbraucherzentralen das Internetportal www.klartext-nahrungsergaenzung.de zum Thema. Das dort tätige Expertenteam meldete seither 250 Produkte an die Überwachungsbehörden, die ihnen zuvor durch Verbraucheranfragen und -beschwerden zugetragen wurden, wie es hieß.

Schon gelesen? Gefährlicher Promi-Trend! Experten warnen vor Vitamin-Infusionen

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

/hos/news.de/dpa

Themen: