05.05.2020, 07.58 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Corona-Sterberisiko?

Ein Vitamin-D-Mangel sorgt nicht nur für Depressionen, Müdigkeit und Muskelschmerzen. Mehrere Studien zeigen nun einen erschreckenden Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem Verlauf einer Coronavirus-Infektion. 

Schützt Vitamin D vor Covid-19? Bild: AdobeStock / nicoletaionescu

Noch ist die Coronavirus-Pandemie nicht überstanden. Mehr als 3,5 Millionen Fälle wurden bisher verzeichnet, über 247.000 Menschen sind gestorben (Stand: 04.05.2020). Bislang gibt es weder ein verlässliches Medikament noch einen Impfstoff, der vor dem Virus schützt. Nun haben Wissenschaftler offenbar einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Covid-19-Sterblichkeit herausgefunden. So sei es wahrscheinlicher, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel an Covid-19 erkranken und daran sterben. Kann eine Supplementierung von Vitamin D vor einer Corona-Infektion schützen?

Coronavirus-Studie aktuell: Schützt Vitamin D vor Covid-19?

Die Studie stammt von Wissenschaftlern des Queen Elizabeth Hospital Foundation Trust und der University of East Anglia und wurde vorläufig aufder Pre-Print-Website Research Square veröffentlicht. Die Forscher haben den durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel in 20 europäischen Ländern mit der Covid-19-Infektionsrate sowie der Mortalität verglichen. Dabei fanden sie Hinweise, die darauf deuten, dass ein Vitamin-D-Mangel die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Patient nach einer Coronavirus-Infektion stirbt. So zeigte sich bei der Untersuchung eine Korrelation zwischen Ländern mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel und Ländern mit der höchsten Mortalität und der höchsten Covid-19-Fallzahl."Wir glauben, dass wir eine Vitamin-D-Supplementierung zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen empfehlen können", heißt es in der Studie.

Studie zeigt: Vitamin-D-Mangel korreliert mit Corona-Sterblichkeit

Vor allem bei älteren Menschen sei der Vitamin-D-Spiegel besorgniserregend niedrig. Genau diese Bevölkerungsgruppe sei auch einem höheren Sterberisiko bei einer Coronavirus-Infektion ausgesetzt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und dem Institute of Medicine (IOM) gilt ein Serumwert von mehr als 50 nmol/l als ausreichend. Liegt die Menge von Vitamin D jedoch unter 30 nmol/l liegt ein Mangel vor.

Die Studie zeigt einen durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel von 26 nmol/l in Spanien, 28 nmol/l in Italien und 45 nmol/l in nordischen Ländern bei älteren Menschen."Das sind Länder mit einer hohen Anzahl von Covid-19-Fällen. Ältere Menschen sind die Gruppe mit dem höchsten Risiko für Morbidität und Mortalität bei SARS-CoV-2", heißt es in der Studie weiter."Die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe ist auch diejenige mit dem größten Vitamin-D-Defizit", schließen die Forscher ihren vorläufigen Bericht.

Vitamin D nimmt der menschliche Körper über seine Ernährung (beispielsweise durch Pilze, Fisch, Leber, Butter, Milch, Eier, Haferflocken) auf. Durch Sonneneinstrahlung wird es jedoch auch durch die Hautzellen produziert. Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Kalizium-Haushaltes und bei der Reifung von Immunzellen.

Kann die Supplementierung von Vitamin D vor dem Coronavirus schützen? 

Ob eine Supplementierung von Vitamin D jedoch vor dem Coronavirus schützen kann, ist fraglich. Die Ergebnisse der Studie wurden nämlich noch nicht von anderen Wissenschaftlern begutachtet und geprüft. Allerdings ist die Untersuchung des Queen Elizabeth Hospital Foundation Trust und der University of East Anglia nicht die einzige, die sich mit dem Einfluss von Vitamin D auf das Coronavirus beschäftigt hat.

So hat eine Studie vom Trinity College Dublin kürzlich ergeben, dass bei Erwachsenen, die Vitamin-D-Präparate einnehmen, die Zahl der Atemwegsinfektionen um 50 Prozent zurückging. Eine weitere Studie legt nahe, dass Vitamin D die Heilungschancen nach einer Corona-Infektion verbessern kann. Bevor man Vitamin D seinem Körper jedoch zusätzlich zuführt, sollte man vorher einen Test beim Arzt machen. Zu viel Vitamin D kann nämlich auch Nebenwirkungen haben.

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bua/loc/news.de

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