21.03.2017, 14.49 Uhr

Down-Syndrom:  Trisomie 21 als Hauptgrund für Abtreibungen in Polen?

POLEN: Ob das Down-Syndrom in Polen zu den Hauptgründen für eine Abtreibung zählt - wie die nationalkonservative Regierung behauptet - ist Frauenrechtlern zufolge schwer zu beurteilen. Laut Regierung werden in dem katholisch geprägten Land etwa 1000 Abtreibungen pro Jahr vorgenommen. Die Dunkelziffer wird allerdings auf rund 150.000 geschätzt. Die Regelungen sind extrem streng, Schwangerschaften dürfen nur abgebrochen werden, wenn das Leben der Mutter bedroht, das Kind schwer behindert oder die Frau vergewaltigt worden ist. Letztes Jahr trieb die der katholischen Kirche nahestehende Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ein Abtreibungsverbot voran, scheiterte jedoch am Protest Zehntausender Frauen.

Wie in anderen europäischen Ländern werden Menschen mit Down-Syndrom in Polen im Bildungsbereich an Spezial-Einrichtungen und Inklusionsschulen gefördert sowie mit Sozialleistungen unterstützt.

Was ist das Down-Syndrom?

Menschen mit Down-Syndrom haben in jeder Zelle ein Chromosom mehr als andere Menschen. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Die Folge sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Die Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich. Häufige organische Probleme sind angeborene Herzfehler, Schwerhörigkeit oder eine Anfälligkeit für Infekte.

Statistisch gesehen kommt bei etwa 600 bis 700 Geburten ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt. Benannt ist das Down-Syndrom nach seinem Entdecker, dem englischen Arzt John Langdon Down (1828-1896).

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kad/news.de/dpa

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