Preisrutsch bei Kleinwagen: Warum E-Autos derzeit wieder so viel günstiger sind

Der Preis für Elektroautos sinkt erstmals seit fünf Jahren - warum ausgerechnet jetzt? Eine Analyse zeigt: Grund für den Preissturz sind unter anderem die strengen CO2-Vorgaben. Besonders Kleinwagen sind nun günstiger.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Elektroautos werden wieder günstiger - zu verdanken ist das vor allem den europäischen Zielvorgaben für CO2-Werte. (Foto) Suche
Elektroautos werden wieder günstiger - zu verdanken ist das vor allem den europäischen Zielvorgaben für CO2-Werte. Bild: picture alliance/dpa | Anna Ross
  • Elektroautos werden das erste mal seit fünf Jahren wieder günstiger
  • Grund für den Preissturz sind EU-Vorgaben zu CO2-Flottengrenzwerten
  • Vor allem kleinere Modelle sind deutlich im Preis gesunken

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Bereits seit Jahren monierten Verbraucher die hohen Anschaffungskosten von Elektroautos - trotz verschiedener staatlicher Förderungen. Das machte Elektroautos bislang nur für Besserverdiener interessant. Neue Untersuchungen zeigen jedoch: Das erste Mal seit fünf Jahren sind Elektroautos wieder im Preis gesunken. Welche Gründe das hat und was das für Verbraucher bedeutet, verraten wir Ihnen hier.

Vor allem elektrische Kleinwagen erleben Preisrutsch

Vom Preisrutsch maßgeblich betroffen sind laut einer Analyse des europäischen Interessenverbands Transport & Environment (T&E) insbesondere neue, bezahlbare Kleinwagen des B-Segments. Dazu zählen unter anderem Modelle wie der vollelektrische Renault 5 (bereits ab 28.000 Euro) sowie der Citroen E-C3 (gibt es ab 20.140 Euro), welche die Kosten im Durchschnitt um ganze 13 Prozent sinken ließen. Dabei waren die größeren und teureren Wägen um einiges schneller als die kleineren und günstigeren: In den höherklassigen Segmenten D und E wurden vergleichbare Preise zu Verbrennern bereits 2024 erreicht.

EU-Vorgaben haben für Preissturz bei E-Autos gesorgt

Der Analyse von T&E zufolge sind die gesunkenen Preise direkt auf die verschärften CO2-Flottengrenzwerte der Europäischen Union zurückzuführen. So hatten die verschiedenen Automobilhersteller in den Vorjahren noch auf größere E-SUVs gesetzt, statt die weltweit gesunkenen Batteriepreise für erschwinglichere Wägen zu nutzen. Tatsächlich machten die Batteriepacks bisher je nach Modell etwa 30 bis 40 Prozent der Anschaffungskosten aus - mit günstigeren Batterien wurden die E-Autos also auch insgesamt deutlich günstiger.

Strengere CO2-Vorgaben der EU sorgen nun für ein Umdenken in der Branche: Um Strafzahlungen zu vermeiden, müssen die Autohersteller nun massenhaft erschwingliche E-Autos auf den Markt pumpen. Immerhin: Etwa die Hälfte des Marktes hat es bereits im ersten Halbjahr 2025 schon geschafft, ihre Vorgaben zu erreichen. Jedoch hinken Volkswagen und Renault noch immer hinterher - laut Prognosen dürften die beiden Hersteller ihre Ziele bis 2027 dennoch erreichen.

China erobert den weltweiten E-Auto-Markt

Sebastian Bock, Deutschlandchef von T&E, warnt davor, die vom EU-Parlament beschlossenen Zielvorgaben im Nachhinein wieder abzusenken. Eine solche Maßnahme wäre nur kurzfristig im Interesse der Autobauer, um die Margen und Dividenden der Konzerne abzusichern. Langfristig würde das die europäische Industrie allerdings "nicht nachhaltig schützen".

Druck von außen kommt vor allem seitens der chinesischen Autohersteller. Diese drängen immer stärker auf europäische Märkte. China hält laut Zahlen des Fraunhofer Instituts den größten Anteil an der weltweiten Produktion von Elektrofahrzeugen - und wird die führende Rolle voraussichtlich auch in Zukunft behalten.

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