Automobilindustrie: Südkoreas Präsident kritisiert Festnahmen in den USA scharf

Nach der Großrazzia bei einem Hyundai-Werk in den USA brodelt es zwischen Seoul und Washington. Laut Präsident Lee Jae Myung sollen die über 300 inhaftierten Koreaner bald ausreisen können.

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Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat die Festnahmen von über 300 südkoreanischen Staatsbürgern auf dem Werksgelände des Autobauers Hyundai in den USA stark kritisiert. "Ich hoffe, dass es nie wieder zu solch unfairen Eingriffen in die Aktivitäten unserer Bürger und Unternehmen kommt, die zur gemeinsamen Entwicklung Koreas und der Vereinigten Staaten beitragen", sagte Lee laut der amtlichen Nachrichtenagentur Yonhap. Er empfinde eine tiefe Verantwortung gegenüber den Festgenommenen. Diese würden voraussichtlich bald in ihre Heimat zurückkehren, so Lee weiter.

Laut Yonhap soll noch an diesem Mittwoch ein leeres Passagierflugzeug des Betreibers Korean Air von Incheon nach Atlanta fliegen, um dort die festgenommenen Koreaner abzuholen. Zuvor war Südkoreas Außenminister Cho Hyun nach Washington gereist, um über die Freilassung der festgenommenen Koreaner zu verhandeln.

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Vergangenen Donnerstag haben Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE zusammen mit dem FBI eine großangelegte Razzia auf dem gemeinsamen Werksgelände des südkoreanischen Autobauers Hyundai und des Energieunternehmens LG Energy Solution durchgeführt. Dabei wurden rund 475 ausländische Arbeiter festgenommen, über 300 von ihnen sollen südkoreanische Staatsbürger sein. Ihnen wird von den US-Behörden vorgeworfen, sich entweder illegal in den USA aufzuhalten oder dort ohne entsprechende Erlaubnis gearbeitet zu haben.

Die Angelegenheit hat zu starken Verstimmungen zwischen den zwei Alliierten Seoul und Washington geführt. Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hatte erst wenigen Wochen zuvor seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump Investitionen in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten versprochen.

"Das koreanische Volk fühlt sich, als hätte man ihm einen Schlag in den Rücken versetzt", hieß es in einem Leitartikel der südkoreanischen Tageszeitung "Hankyoreh". Laut einer aktuellen Umfrage gaben 59 Prozent aller Südkoreaner an, dass sie das Vorgehen der US-Behörden als "übertrieben" empfinden, berichtete Yonhap. Vor der US-Botschaft im Zentrum von Seoul kam es während der vergangenen Tage mehrfach zu Demonstrationen.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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