Donald Trump: US-Präsident setzt auf Militärschläge – Iran kündigt Vergeltung an
Eskalation am Golf: USA reagieren mit Luftschlägen auf Angriff im Seegebiet von Hormus Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
Erstellt von Mia Lada-Klein
27.06.2026 18.16
- US-Luftschläge auf iranische Raketen- und Radarstellungen
- Iran meldet Gegenangriffe der Revolutionsgarden
- Verhandlungen über Friedensabkommen drohen zu scheitern
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Die militärische Lage am Persischen Golf hat sich erneut zugespitzt. Nach einem Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus haben die USA mit Luftschlägen auf iranische Ziele reagiert. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verletzungen bestehender Vereinbarungen vor, während die Lage zunehmend unübersichtlich wird.
Angriff auf Tanker als Auslöser der Operation
Nach Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM begann die Eskalation mit einem Angriff auf ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff in der strategisch wichtigen Wasserstraße. Das Schiff wurde demnach beschädigt, als es die Region nahe der omanischen Küste passierte. Die USA sprechen "Bild" zufolge von einem klaren Bruch zuvor vereinbarter Absprachen zur Sicherheit der Schifffahrt. In einer Stellungnahme auf der Plattform X hieß es:
"Der ungerechtfertigte Angriff iranischer Streitkräfte auf die Handelsschifffahrt verstieß eindeutig gegen den Waffenstillstand."
Zudem sei die "Freiheit der Schifffahrt" gefährdet worden, was den internationalen Warenverkehr erheblich beeinträchtige.
US-Luftschläge auf iranische Ziele
Als Reaktion griff die US-Luftwaffe mehrere Ziele im Iran an. Laut Berichten internationaler Medien sollen sechs Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen sein. Getroffen worden seien unter anderem Raketen- und Drohnenlager sowie Radarstellungen entlang der Küste und auf einer Insel im Persischen Golf. Die Operation dauerte demnach rund 90 Minuten. Aus der iranischen Stadt Sirik wurden Explosionen gemeldet, die staatliche Medien bestätigten Schäden in der Region, machten jedoch keine unabhängigen Angaben zu Ausmaß oder Verlusten.
Gewalt wird mit Gewalt beantwortet
Auch aus Washington kamen klare Worte. US-Vizepräsident J.D. Vance stellte sich hinter die militärische Reaktion und warnte Teheran öffentlich:
"Gewalt wird mit Gewalt beantwortet."
Gleichzeitig betonte das US-Militär, weiterhin für die Sicherheit der Handelsrouten verantwortlich zu sein und die Umsetzung bestehender Absprachen zu überwachen.
Iran spricht von Gegenangriff
Teheran wiederum erklärte über staatliche Medien, man habe als Reaktion auf die US-Angriffe selbst Ziele der USA in der Region attackiert. Die Revolutionsgarden hätten zurückgeschlagen, hieß es aus iranischen Quellen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt bislang nicht vor. Aus Washington gab es zunächst keine offizielle Reaktion auf die behaupteten Gegenschläge.
Ein iranischer Parlamentsvertreter warf den USA vor, sich nicht an internationale Vereinbarungen zu halten. Die "rücksichtslose Verletzung der Waffenruhe" werde Konsequenzen haben, hieß es aus Teheran. Gleichzeitig kündigten iranische Medien eine "schnelle und entschlossene" Reaktion an.
Trump spricht von Bruch der Waffenruhe
US-Präsident Donald Trump äußerte sich bereits vor den Luftschlägen und warf dem Iran einen Verstoß gegen die vereinbarte Waffenruhe vor. Auf seiner Plattform Truth Social sprach er von einer "törichten" Aktion und behauptete, mehrere Drohnenangriffe seien abgewehrt worden. Trump erklärte, der Iran habe mit seinem Vorgehen eine kritische Phase der Verhandlungen gefährdet. Die US-Seite sehe sich daher gezwungen zu reagieren.
Friedensgespräche geraten ins Wanken
Besonders brisant ist die Eskalation vor dem Hintergrund laufender Gespräche zwischen Washington und Teheran. Erst kurz zuvor war ein Rahmenabkommen über eine mögliche Deeskalation und die Öffnung der Straße von Hormus angekündigt worden. Nun steht dieses fragile Konstrukt erneut auf der Kippe. Die Wasserstraße gilt als einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt, durch den rund ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft.
Ob die jüngsten Angriffe die Verhandlungen endgültig zum Stillstand bringen oder neue diplomatische Versuche folgen, bleibt offen. Die militärische Dynamik hat die politische Lage jedenfalls deutlich verschärft.
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