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AfD auf Rekordhoch: Experten warnen Merz-Regierung - die Zeit wird knapp

AfD auf dem Vormarsch: Experten sehen Vertrauenskrise der Merz-Regierung Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

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  • AfD steigt in aktuellen Umfragen auf historische 29 Prozent
  • Union fällt auf 22 Prozent zurück, SPD verharrt bei 12 Prozent
  • Experten sehen Schwarz-Rot unter massivem Druck

Die AfD erreicht in aktuellen Umfragen einen historischen Höchststand von 29 Prozent. Damit legt die Partei erneut um einen Prozentpunkt zu und distanziert sich weiter von der Konkurrenz. Für die Regierungskoalition sieht es düster aus: CDU und CSU rutschen auf nur noch 22 Prozent ab – ein Minus von einem Punkt. Die SPD stagniert bei mageren 12 Prozent. Bei Union und Sozialdemokraten herrscht angesichts dieser Zahlen große Nervosität. Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil stehen unter massivem Druck. Politikexperten sehen die schwarz-rote Koalition in einer ernsten Krise, während die Rechtsaußen-Partei ihren Aufwärtstrend fortsetzt.

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AfD knackt Umfragerekord: Experten mahnen Regierung zu Geschlossenheit und Bürgernähe

Kurzfristig sieht Politologe Benjamin Höhne von der TU Chemnitz kaum Chancen, den Aufstieg der AfD zu bremsen. Für die Regierung gehe es zunächst um Schadensbegrenzung. "Um den AfD-Aufschwung nicht weiter zu beschleunigen, müsste Schwarz-Rot geschlossen auftreten, Politik handwerklich gut durchsetzen", erklärt Höhne gegenüber "Bild". Das Scheitern der 1.000-Euro-Prämie sei ein abschreckendes Beispiel gewesen. Auf lange Sicht plädiert der Wissenschaftler für eine stärkere Einbindung der Bevölkerung. Volksentscheide auf Bundesebene kombiniert mit Bürgerräten könnten dafür sorgen, dass sich die Menschen wieder von der Politik repräsentiert fühlen.

Schwarz-rote Regierung ohne Zukunftsvision

Politologin Andrea Römmele von der Hertie School Berlin vermisst bei der Koalition eine positive Perspektive. Die andauernde wirtschaftliche Krise verunsichere viele Bürger zusätzlich. "Dadurch entsteht bei immer mehr Wählern das Gefühl: Die Regierung kann es nicht. Das spielt automatisch der AfD in die Hände", analysiert Römmele. Ähnlich bewertet Politikwissenschaftler Volker Kronenberg von der Universität Bonn die Situation. Für ihn fungiert die AfD als Sammelbecken für alle, die von der schwarz-roten Koalition enttäuscht sind. INSA-Chef Hermann Binkert unterstreicht das Ausmaß der Krise: "Noch nie war eine Bundesregierung so unbeliebt. Davon profitiert die AfD."

Absolute Mehrheit für AfD in Sachsen-Anhalt möglich

Besonders brisant ist die Lage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Dort kommt die AfD derzeit auf 41 Prozent – eine absolute Mehrheit rückt damit in greifbare Nähe. "Trotzdem hat Schwarz-Rot noch eine Chance, die Entwicklung zu drehen – aber die Zeit wird knapp", warnt Römmele. Sie fordert eine umfassende Reformagenda sowie ein klares Zukunftsbild für Deutschland. Auch Kronenberg hält eine Trendwende für möglich, sofern die Regierung wichtige Reformen etwa bei Rente und Gesundheit anpackt. INSA-Chef Binkert betont jedoch: Bloße Versprechen genügen nicht – die Bürger müssten Verbesserungen tatsächlich im Alltag spüren.

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