Manuel Hagel privat: Das muss man zum CDU-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg wissen
Manuel Hagel tritt am 8. März 2026 als Spitzenkandidat der CDU bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg an. Bild: picture alliance/dpa | Katharina Kausche
Erstellt von Claudia Löwe
04.03.2026 15.27
- Manuel Hagel als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg
- So hat der CDU-Politiker aus Ehingen bislang Karriere gemacht
- Manuel Hagel privat: Wie lebt der CDU-Mann mit Ehefrau und Kindern?
Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Schon vorab steht fest: Das Bundesland wird einen neuen Ministerpräsidenten bekommen, denn Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nach 15 Regierungsjahren nicht wieder an. Realistische Chancen auf seine Nachfolge haben sowohl Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir als auch CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel. Seit 2016 wird Baden-Württemberg von einer grün-schwarzen Koalition regiert. Wer ist der Mann, der für die Christdemokraten ins Rennen geht - und wie lebt Manuel Hagel privat abseits des Politik-Parketts?
CDU-Politiker Manuel Hagel im Steckbrief
- Name: Manuel Hagel
- Geburtsdatum und -ort: 1. Mai 1988 in Ehingen (Donau)
- Sternzeichen: Stier
- Familie: seit dem 18.06.2016 verheiratet mit Ehefrau Franziska, drei Söhne
- Konfession: römisch-katholisch
- Beruf: Bankkaufmann, Bankfachwirt, Bankbetriebswirt (Diplom)
- politische Laufbahn (Auswahl): CDU-Mitglied seit 2006, 2010 bis 2013 Kreisvorsitzender Jungen Union, 2016 bis 2021 Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, seit 2021 CDU-Fraktionsvorsitzender im baden-württembergischen Landtag, seit 2023 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz
- Manuel Hagel bei Instagram
Manuel Hagel als Spitzenkandidat für die CDU bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg
Als Spitzenkandidat der Christdemokraten will Manuel Hagel bei den Wahlen am 08.03.2026 dafür sorgen, dass Baden-Württemberg nach 15 Jahren grüner Regierungsführung wieder einen schwarzen Ministerpräsidenten bekommt. Im Fall eines Wahlsieges der CDU wäre Manuel Hagel, der am 1. Mai 1988 geboren wurde, mit 37 Jahren der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte Baden-Württembergs.
In den wenige Tage vor der baden-württembergischen Landtagswahl durchgeführten Wählerumfragen lag die CDU zuletzt vor, doch der Vorsprung vor der Partei von Hagels Kontrahent Cem Özdemir ist in den letzte Wochen vor dem Wahlsonntag deutlich geschrumpft. Die Grünen haben zuletzt stark aufgeholt, wenige Tage vor dem Urnengang bleibt der Ausgang damit spannend.
Manuel Hagels bisherige Karriere: Vom Bankschalter in die Landespolitik
Manuel Hagel verkörpert einen ungewöhnlichen Aufstieg. Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann und arbeitete sich bis zum Filialdirektor der Sparkasse Ulm in seiner Heimatstadt Ehingen hoch. Mit 18 Jahren wurde er CDU-Mitglied. Seine politische Laufbahn verlief rasant: 2016 zog er erstmals in den Landtag ein und übernahm gleichzeitig das Amt des Generalsekretärs der Südwest-Union in der CDU. Es folgten der Fraktionsvorsitz und 2023 die Wahl zum Landesvorsitzenden. Im Mai 2025 kürte ihn die Partei in Stuttgart mit knapp 94 Prozent zum Spitzenkandidaten. Der gläubige Katholik hat es geschafft, den einst zerstrittenen Landesverband zu einen. Mit seiner "Agenda 2036" setzt er auf Wirtschaftsförderung, Bürokratieabbau und das Thema Familie, das Manuel Hagel als Vater von drei Söhnen besonders am Herzen liegt.
Manuel Hagel privat: CDU-Politiker schwebt mit Ehefrau Franziska auf Wolke sieben
Zur Familie von Manuel Hagel gehören allerdings nicht nur drei Kinder, sondern auch seine Ehefrau Franziska, mit der der CDU-Politiker 2016 den Bund der Ehe einging. Bis heute schwebt das Ehepaar Hagel auf Wolke sieben, wie Manuel und Franziska Hagel im gemeinsamen "Bunte"-Interview betonten. "Ich würde ihn sofort wieder heiraten", sagte Franziska Hagel. "Diese zehn Jahre waren geprägt von Liebe, Geborgenheit und natürlich auch von ein paar Herausforderungen." Ihr Ehemann sei ein Partner "auf Augenhöhe".
Manuel Hagel wiederum sagte, seine Frau sei extrem stark und selbstbewusst. "Genau dafür liebe ich sie." Gefragt danach, wer Chef in der Familie sei, sagte der Spitzenkandidat: "Meine Frau, ohne jeden Zweifel. Das ist auch sehr gut so. Sie managt quasi unseren Familienbetrieb." Manuel Hagel hält sein Privatleben bislang weitgehend aus der Politik und dem Landtagswahlkampf heraus. Öffentliche Auftritte mit seiner Ehefrau sind selten.
Kurz vor der Landtagswahl 2026 sorgt ein altes Video für Sexismus-Wirbel um Manuel Hagel
Mitten in der heißen Wahlkampfphase holte Manuel Hagel jedoch ein acht Jahre alter Videoclip ein. Zoe Mayer, ihres Zeichens Bundestagsabgeordnete der Grünen, verbreitete kurz vor der Landtagswahl im März 2026 den Mitschnitt in sozialen Netzwerken.
In einem darin gezeigten Interview berichtete der damals 29-jährige Hagel von einem Besuch an einer Realschule. In der Klasse hätten "80 Prozent Mädchen" gesessen. "Also da gibt's für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen", sagte er mit süffisantem Lächeln in der Aufnahme. Anschließend beschrieb er eine der Schülerinnen genauer: "Ich werd's nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen." Die Aussagen lösten heftige Kritik aus. Hagel distanzierte sich umgehend von seinen damaligen Worten und bezeichnete den Einstieg in das Interview als "Mist". So würde er heute nicht mehr sprechen, betonte er.
Wie reagieren Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg auf Manuel Hagels Schülerinnen-Aussagen?
Eine repräsentative YouGov-Umfrage, die von Ende Februar bis Anfang März 2026 im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur unter 1.010 Wahlberechtigten durchgeführt wurde, zeigt, wie die Kontroverse bei den Wählern in Baden-Württemberg ankommt. Von denjenigen, die das Video kannten, gaben 47 Prozent an, nun ein schlechteres Bild von Hagel zu haben. Bei 38 Prozent änderte sich die Einschätzung kaum, 13 Prozent sehen ihn sogar positiver. Bemerkenswert: Fast die Hälfte der Befragten hatte von der Debatte überhaupt nichts mitbekommen. Für die Erhebung wurden zwischen dem 25. Februar und 3. März über 1.000 Wahlberechtigte befragt.
Rückendeckung im Video-Skandal erhielt Manuel Hagel von seiner Ehefrau Franziska. Im Magazin "Bunte" sagte sie auf die Frage, ob sie die Schlagzeilen erschüttert hätten: "Das beschäftigt einen, klar. Was mich aber wirklich überrascht, war nicht die Debatte, sondern wie viele Menschen sich gemeldet haben, die Manuel auch kennen und sagen: "Das ist nicht der Mensch, den wir kennen und erleben."" Außerdem sagte Franziska Hagel: "Dass dieser Satz mal solche Wellen schlägt, hätte ich, ganz ehrlich gesagt, nicht gedacht. Ich fand ihn aber einfach nicht gut. Das hat irgendwie gar nicht zu ihm gepasst."
Hitzige Attacken im Wahlkampf: Manuel Hagel ätzt gegen Cem Özdemir
Der Wahlkampf zwischen CDU und Grünen hat in der letzten Woche vor der Abstimmung deutlich an Schärfe gewonnen. Hagel warf seinem Kontrahenten Özdemir in der "Welt" vor, nicht ehrlich zu sein. "Er verspricht Dinge, die seine eigene Partei niemals mitgehen wird", kritisierte der CDU-Kandidat. Besonders beim Thema Automobilindustrie ging Manuel Hagel auf Konfrontationskurs. Er bezeichnete es als "rotzfrech", dass Özdemir die Grünen nun als autofreundliche Partei darstelle. Der Kampf gegen das Auto sei schließlich der Gründungsmythos der Grünen. Hagel erinnerte daran, dass Özdemir das Verbrenner-Aus 2035 in den Ampel-Koalitionsvertrag verhandelt habe. Das Wort "rotzfrech" hat in diesem Wahlkampf Tradition: Özdemir hatte der Union bereits im Dezember vorgeworfen, der Bevölkerung bei der Schuldenpolitik "rotzfrech ins Gesicht gelogen" zu haben.
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