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Weltgesundheitsorganisation beunruhigt: Diese Erreger könnten neue globale Pandemien auslösen

Das Marburg-Virus - hier unter dem Mikroskop zu sehen - bereitet Forschenden Kopfzerbrechen: Wird der Erreger die nächste weltweite Pandemie auslösen? Bild: picture alliance / Bernhard-Nocht-Institut/Bni/dpa | Bernhard-Nocht-Institut

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Was Ende 2019 im chinesischen Wuhan seinen Anfang nahm, hielt wenig später die ganze Welt in Atem: Die Corona-Pandemie hat das alltägliche Leben rund um den Globus zum Stillstand gebracht, binnen drei Jahren wurden weltweit rund 677 Millionen Infektionen mit Sars-CoV-2 und knapp 6,9 Millionen Todesfälle durch das Coronavirus gezählt. Jetzt, da die heftigsten Auswirkungen der Pandemie überstanden scheinen, lehnen sich Forschende aus dem Gesundheitssektor jedoch keinesfalls zurück: Die nächsten Pandemien stehen bereits in den Startlöchern.

Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm: Diese Viren könnten die nächste Pandemie auslösen

Einer Auflistung, die von Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgelegt wurde, zufolge sind es gleich neun Erreger, die das Zeug haben, der Menschheit eine neue verheerende Pandemie zu bescheren. Bei den Krankheitserregern, die den WHO-Experten besonderes Kopfzerbrechen bereiten, handelt es sich dem britischen "Mirror" zufolge um jene Viren, deren Pandemie-Potenzial als besonders hoch eingestuft werde.

Coronavirus und Lassa-Fieber als Gefahren für die Menschheit laut WHO

Neben dem seit der jüngsten Pandemie leidlich bekannten Coronavirus, das der Wissenschaft in verschiedenen Ausprägungen bekannt ist und unter anderem Fieber, Atemwegssymptome und Entzündungen im Organismus auslösen kann, findet sich beispielsweise das Lassa-Fieber als Pandemie-Kandidat auf der Liste der WHO wieder. Bei der Erkrankung, die durch infizierte Nager auf den Menschen übertragen werden kann, sind in den meisten Fällen Symptome wie Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit. Erbrechen und Husten zu beobachten. Tödlich endet eine Infektion mit dem Lassa-Fieber nur selten, dennoch sind Fälle beschrieben worden, in denen das in westafrikanischen Ländern wie Nigeria, Liberia oder Guinea endemisch grassierende Lassavirus lebensbedrohliche Sepsis auslöste.

Schwangere und Ungeborene besonders gefährdet: Das sind die Folgen einer Zika-Virus-Infektion

Ebenfalls durch Tiere auf den Menschen übertragen wird das Zika-Virus, das sich jedoch nicht über Nagetiere, sondern über infizierte Mücken verbreitet. Dabei handelt es sich um einen Vertreter der Flaviviren, die im Regelfall nur milde Symptome bei Erkrankten auslösen - unter anderem erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen, gerötete Augen oder Muskel- und Gelenkschmerzen. Wird jedoch eine Schwangere von einer Mücke mit dem Zika-Virus infiziert, kann das für das ungeborene Kind schwerwiegende Folgen haben und Missbildungen wie beispielsweise Mikrozephalie, eine Fehlbildung des Kopfes, nach sich ziehen.

Von Krim-Kongo-Fieber über Ebola bis Marburg-Virus: Diese Erreger haben hohes Pandemie-Potenzial

Nicht minder alarmiert sind die Forschenden von den Gefahren, die eine unkontrollierte Ausbreitung des Krim-Kongo-Fieber-Virus birgt. Der zu den Orthonairoviren zählende Erreger ruft durch Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten die als Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber bekannte Infektion hervor, die sich mit Symptomen wie bis zu zwölf Tagen andauerndem Fieber, Schüttelfrost, Glieder- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Bauchweh bemerkbar macht. In diesen Punkten ähnelt die Erkrankung einer Ebola-Infektion, die ebenso auf der Warn-Liste der WHO steht. Bisweilen sind auch Hämorrhagien, also Blutungen, im Verdauungstrakt oder auf der Haut zu beobachten, eine Schutzimpfung gegen das Krim-Kongo-Fieber gibt es nicht.

Zu den hämorrhagischen Fieber-Erkrankungen zählt außerdem das Marburg-Virus, das der Experten-Einschätzung zufolge ebenfalls pandemisches Potenzial besitzt. Bei dem Erreger des Marburg-Virus handelt es sich um einen der gefährlichsten Erreger, der je entdeckt wurde, liegt die Sterblichkeitsrate doch bei 88 Prozent.

Sorge wegen "Krankheit X": Welche Pandemie sucht die Welt als nächstes heim?

Mit Argusaugen von der WHO beobachtet werden auch das Nipah-Virus sowie das damit eng verwandte Hendra-Virus. In den meisten Fällen verursacht das in Asien grassierende Virus beim Menschen Gehirnentzündungen mit nicht selten tödlichem Ausgang. Zur macht sich eine Infektion in der Regel mit Fieber, Kopfschmerzen, Benommenheit und Atemnot bemerkbar - heilbar ist eine Nipah-Virus-Infektion nicht, lediglich die Symptome können medizinisch gelindert werden.

Ein besonderes Rätsel für die Forschenden ist indes die sogenannte "Krankheit X", die seit einigen Jahren als hypothetischer Platzhalter für eine globale Pandemie genannt wird, ohne dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt abzusehen wäre, welcher Erreger die Weltbevölkerung in Angst und Schrecken versetzen könnte. Unermüdlich sind Forschende damit beschäftigt, bislang unbekannte Pandemie-Kandidaten aufzuspüren und Viruserkrankungen auf ihr Pandemiepotenzial hin abzuklopfen.

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