Friedrich Merz News: Merz sieht Freiheit als zentral für seine Wirtschaftspolitik

"Freiheit statt Sozialismus": Kanzler Friedrich Merz greift ein CDU-Wahlkampfmotto von 1976 auf – und verbindet es mit einer aktuellen politischen Debatte in Berlin.

Erstellt von - Uhr

Friedrich Merz (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz im Bundestag (Archivbild). (Foto) Suche
Friedrich Merz (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz im Bundestag (Archivbild). Bild: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Kanzler Friedrich Merz sieht Freiheit als zentralen Bestandteil seiner Wirtschaftspolitik. Der Liberalismus habe seine politischen Vorstellungen mitgeprägt, sagte der CDU-Chef bei einer Veranstaltung der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung in Berlin.

Merz berief sich in seiner Rede auf den Namensgeber der Stiftung, den österreichischen Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek (1899-1992), einen einflussreichen Vordenker des Liberalismus.

Wirtschaftliche Anpassungsprozesse seien nötig, um Wohlstand zu erhalten, argumentierte der Kanzler. Wenn nötig, solle der Staat aber auch sozial abfedern und stützen. Mit Blick auf Berlin, wo Linke, Grüne und SPD derzeit über die Bildung einer Koalition verhandeln, bezeichnete er das CDU-Wahlkampfmotto von 1976 "Freiheit statt Sozialismus" als zentrale Fragestellung.

Plädoyer für offene Märkte

Merz bezeichnete Freiheit als Wettbewerbsvorteil. "Kein Staat kann das notwendige Wissen zentral sammeln und die richtigen Lösungen im Voraus ermitteln. Deshalb braucht es offene Märkte, deshalb braucht es unternehmerische Freiheit und eben Wettbewerb, damit sich die besten Lösungen nicht zentral, sondern dezentral entwickeln können." Der Staat müsse den Ordnungsrahmen dafür schaffen, etwa durch das Sichern von Eigentum und das Durchsetzen von Regeln.

Es gebe eine Rolle für den Staat, zum Beispiel bei der Minderung wirtschaftlicher Risiken durch Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen, sagte Merz. Er müsse helfen, breitere Bezugsquellen zu schaffen, Recycling zu stärken und auf EU-Ebene durch den Aufbau von Vorräten. Deutschland, die EU ihre Partner setzten entgegen "dem Zeitgeist der Abschottung" auf freien Handel.

Merz: Kein Taschenrechner für absolute Gerechtigkeit

Der Kanzler betonte, seine Regierung verfolge kein Ende der Energiewende, sondern setze "eine längst erfolgreiche Branche" einem größeren Wettbewerb aus. Der Ausbau erneuerbarer Energien werde sich künftig stärker an den Bedürfnissen des Marktes orientieren.

Nötig sei aber eine "Großzügigkeit im Miteinander von Bürgerinnen und Bürgern", die ihre politische und wirtschaftliche Ordnung grundsätzlich bejahten und schätzten, mahnte Merz. Diese Großzügigkeit drohe in Deutschland verloren zu gehen. Es gebe Zweifel an Gerechtigkeit und Zukunftschancen, gerade in der jungen Generation. Um diese auszuräumen, gehe die Regierung Reformen an. "Aber zugleich bleibt wahr: Es gibt den Taschenrechner nicht, der uns absolute Gerechtigkeit vorrechnen könnte."

Die Hayek-Stiftung vergibt alle zwei Jahre Preise. Der diesjährige Preis geht an Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, den auch Merz würdigte.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":

Noch mehr Nachrichten über Friedrich Merz lesen Sie hier.

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.