Konjunktur: Eurozone: Wirtschaft wächst im Sommer stärker als erwartet

Die Wirtschaft der Eurozone wächst im Sommer doppelt so stark wie von Experten prognostiziert. Doch die Entwicklung fällt von Land zu Land sehr unterschiedlich aus.

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Täglich bestens informiert mit den aktuellen Wirtschaftsnachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Dmitry Nikolaev

Die Wirtschaft der Eurozone hat sich in den Sommermonaten überraschend robust entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie die Statistikbehörde Eurostat laut einer ersten Schätzung mitteilte. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung allerdings noch um 0,6 Prozent gewachsen. Trotz der Belastung durch hohe Preise für Energie sehen Ökonomen aber weiter ein "solides" Wachstum im Währungsraum.

In den Monaten Juli bis September stieg die Wirtschaftsleistung doppelt so stark wie erwartet. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Wachstum um 0,2 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal stieg das BIP um 1,3 Prozent. Hier war mit einem Zuwachs um 1,1 Prozent gerechnet worden.

Unter den größten Volkswirtschaften der Eurozone verzeichnete Spanien im dritten Quartal das stärkste Wachstum mit 0,6 Prozent im Quartalsvergleich. In Deutschland legte die Wirtschaft um 0,2 Prozent zu, während die Wirtschaftsleistung in Frankreich leicht geschrumpft war. Aus Italien wurde eine Stagnation gemeldet.

Deutschland sorgt für "positive Überraschung", Frankreich "Sorgenkind"

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht in den deutschen Wachstumsdaten einen "wesentlichen Grund für die positive Überraschung auf Ebene der Eurozone". Dagegen bleibt die französische Volkswirtschaft weiter ein "Sorgenkind" im Währungsraum. Frankreich leide unter einem empfindlichen Rückgang der Investitionen. Diese seien nicht nur das dritte Quartal in Folge geschrumpft, sondern mit 0,6 Prozent auch erneut recht deutlich, sagte Gitzel.

Analyst Ralph Solveen von der Commerzbank wie allerdings darauf hin, das ein ungewöhnlich starkes Wachstum in Irland mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent einen "beträchtlichen Anteil" am Gesamtwachstum habe. Konjunkturdaten aus Irland sind häufig starken Schwankungen unterworfen. Hintergrund sind große Technologie- und Pharmakonzerne aus den USA, die wegen niedriger Unternehmenssteuern ihren Sitz in Irland haben und mit ihren Umsätzen die Wirtschaftsleistung beeinflussen können.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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