Digitalpolitik: Was die EU-Länder an Cookies im Internet ändern wollen

Annehmen, Ablehnen oder irgendwas dazwischen: Cookie-Abfragen sind zur dauerhaften Begleiterscheinung beim Surfen geworden. Eine Idee aus Brüssel soll das ändern - hat es aber schwer.

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Täglich bestens informiert mit den aktuellen Wirtschaftsnachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Dmitry Nikolaev

Die EU-Staaten haben sich gegen einen Vorschlag zur Reduzierung von aufploppenden Cookie-Bannern im Internet ausgesprochen. Um den Nutzern mehr Abfragen zu ersparen, wollen die Mitgliedsländer zwar mehr Ausnahmen für die Betreiber von Internetseiten schaffen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Sie lehnen aber den Vorschlag für eine grundsätzliche, technische Lösung ab, mit der Internetnutzer die Haltung gegenüber Cookies einmalig etwa im Browser speichern könnten.

Wie geht es in der Debatte über das unliebsame Phänomen nun weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Dateien, die beim Surfen auf dem Onlinegerät eines Nutzers gespeichert werden. Weil diese Dateien oft eindeutige Kennungen enthalten, können Webseiten ihre Besucher damit wiedererkennen. Ein Browser kann sich somit etwa ein Login merken oder die Inhalte eines virtuellen Warenkorbs. Vor allem machen Cookies aber personalisierte Werbung möglich.

Betreiber von Online-Shops oder digitalen Plattformen sind nach europäischem Recht dazu verpflichtet, eine Einwilligung von Kunden oder Nutzern einzuholen, wenn sie personenbezogenen Daten verarbeiten wollen. Deswegen gibt es Cookie-Banner.

Was hat die EU-Kommission vorgeschlagen?

Die Europäische Kommission schlug im November 2025 vor, das Aufploppen der Cookie-Banner zu reduzieren. Statt immer wieder der Nutzung von Cookies zuzustimmen oder sie abzulehnen, sollten Internetnutzer ihre Einstellungen zu Cookies dem Vorschlag nach auf dem eigenen Gerät speichern können. Diese Einstellung würde dann automatisch an die Seiten übermittelt werden.

Wer Cookies demnach nie oder immer akzeptieren will, müsste dies in der Regel nur einmal pro Gerät festlegen. Betreiber großer Internetbrowser, etwa Google Chrome oder Microsoft Edge, sollten dem Vorschlag der EU-Kommission nach verpflichtet sein, die nötige technische Lösung einzurichten.

Wie positionieren sich die EU-Länder nun?

Diesen Vorschlag lehnen die EU-Staaten ab. Stattdessen greifen sie einen anderen Vorschlag der Kommission auf und setzen auf mehr Ausnahmen für die Betreiber von Internetseiten. Demnach soll es den Anbietern ohne vorherige Einwilligung ihrer Besucherinnen und Besucher erlaubt sein, Cookies zur Diensterbringung, Reichweitenmessung oder IT-Sicherheit zu nutzen.

Was sagen Verbraucherschützer?

Noch vor wenigen Wochen hatten Verbraucherschützer in einem offenen Brief dazu aufgerufen, an dem Vorschlag der EU-Kommission festzuhalten. Sie befürchteten eine zu große Einflussnahme der Werbewirtschaft, die von Cookies enorm profitiert. Die automatisierten Signale würden das Leben der Nutzer vereinfachen, sagte Cláudio Teixeira von europäischen Verbraucherschutzorganisation Beuc. Es sei daher äußerst besorgniserregend, dass die politischen Entscheidungsträger erwägen würden, diesen Vorschlag zu streichen.

Wie geht es jetzt weiter?

Bevor Änderungen in Kraft treten können, müssen Vertreter der EU-Staaten und Abgeordnete des Europaparlaments eine Einigung finden. Eine Positionierung des EU-Parlaments gibt es aber bislang nicht. Da neben Cookie-Bannern auch zahlreiche andere Änderungen an Digitalgesetzen diskutiert werden müssen, könnten die Verhandlungen Wochen oder Monate dauern.

Worum geht es bei den Verhandlungen sonst noch?

Bei der Kompromissfindung wird es auch um die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gehen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sollen hier von einem Bürokratieabbau profitieren. Die EU-Staaten sprechen sich etwa dafür aus, dass die Firmen in risikoarmen Szenarien weniger Informationspflichten unterliegen sollen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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