Sahra Wagenknecht: Gasspeicher-Kritik an Reiche - Wagenknecht fordert Rücktritt
Die Heizsaison steht bevor, doch die deutschen Gasspeicher sind nur zur Hälfte gefüllt. BSW und Linke werfen Wirtschaftsministerin Reiche Untätigkeit vor - und fordern drastische Maßnahmen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wegen der niedrigen Gasspeicherstände scharf angegriffen und zum Rücktritt aufgefordert. "Die leeren Gasspeicher sind Staatsversagen. Wirtschaftsministerin Reiche hat dieses Desaster zu verantworten und muss deshalb zurücktreten", erklärte Wagenknecht. Es dürfe nicht sein, "dass eine Ministerin mit der Versorgungssicherheit der Bevölkerung spielt und damit auch die Preise für normale Familien und Unternehmen noch weiter in die Höhe treibt".
Wagenknecht fordert Rückkehr zu russischem Gas
Wagenknecht warf Reiche vor, seit dem Frühjahr untätig geblieben zu sein. "Schon im Frühjahr gab es historische Tiefstände. Dass die Ministerin ein halbes Jahr die Hände in den Schoß gelegt hat, ist ein Skandal", erläuterte die BSW-Politikerin. "Wir brauchen das preiswerte russische Pipeline-Gas. Nord Stream muss aufgedreht werden!", forderte sie als Lösung. Die Landtage in Magdeburg und Schwerin würden sich nach einem BSW-Einzug für die Rückkehr zu russischem Gas aussprechen, "um die Speicher in Rekordzeit wieder zu füllen". Im September stehen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen an.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 50 Prozent gefüllt. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren. Nach Angaben des Branchenverbands Initiative Energien Speichern (Ines) handelt es sich um den niedrigsten Stand seit Start der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Eine Sprecherin von Reiches Ministerium hatte eingeräumt, dass die Speicher momentan "sehr gering" gefüllt seien und die Gashändler zum Einspeichern aufgefordert. Eine Gasmangellage im kommenden Winter sei nach aktuellem Erkenntnisstand aber nicht zu erwarten, hieß es aus dem Ministerium.
Linke: Bundesregierung spielt "Beamten-Mikado"
Kritik kommt auch von Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner. Sie sagte: "Bundeskanzler Merz ist im Urlaub und Wirtschaftsministerin Reiche hofft auf gutes Wetter. Die Bundesregierung spielt bei der deutschen Gasreserve Beamten-Mikado."
Die sichere Gasversorgung im kommenden Winter dürfe nicht dem Zufall überlassen werden, erklärte Schwerdtner weiter und forderte, der staatliche Gashändler Sefe müsse angewiesen werden, die leeren Gasspeicher zu füllen. "Die Kosten könnte die Bundesregierung leicht wieder reinholen, wenn sie endlich die horrenden Profite der Mineralölkonzerne in der ersten Jahreshälfte mit einer Übergewinnsteuer zurückholt."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":
Verkaufsoffener Sonntag am 23.08.2026: In welchen Städten diesen Sonntag Sommer-Shopping möglich ist
Trumps Zollchaos: Was nach einem Jahr vom EU-US-Zolldeal geblieben ist
Zu heiß und trocken: Frankreichs Schneckenbauern bangen wegen Hitze um Ernte
Noch mehr Nachrichten über Sahra Wagenknecht lesen Sie hier.
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.