Hamburg: Hamburg prüft rechtliche Schritte nach Kostenexplosion
Nach massiven Mehrkosten bei Hamburgs neuer Müllverbrennungsanlage am Volkspark prüft die Stadt rechtliche Schritte gegen das frühere Management. Die Fertigstellung verzögert sich um Jahre.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Es stehen Kosten in Höhe von rund 750 Millionen Euro im Raum
Das Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) wird seit April 2023 gebaut und sollte ursprünglich 2025 fertig sein. Doch das konnte nicht gehalten werden. Die am Anfang einkalkulierten Kosten in Höhe von rund 234 Millionen Euro stiegen auf 534 Millionen Euro, der Fertigstellungstermin rückte auf 2026/2027. Ende April stellte sich dann jedoch heraus, dass alles noch viel schlimmer ist. Das Unternehmen will sich dazu nicht konkret äußern. Doch nach internen und externen Prüfungen ist nun unbestätigten Informationen zufolge von rund 750 Millionen Euro und weiteren jahrelangen Verzögerungen die Rede.
Dem Aufsichtsrat sei noch bis Ende vergangenen Jahres von den verantwortlichen Managern mitgeteilt worden, dass alles nach Plan laufe, sagte die Aufsichtratsvorsitzende und Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Tatsächlich war die Lage jedoch ganz anders. Die neue SRH-Chefin Daniela Enslein sagte: "Weder die geplante Inbetriebnahme noch die Annahme, mit dem freigegebenen Budget auszukommen, entsprach den tatsächlichen Gegebenheiten."
Anlage wichtig für die Wärme- und Energiewende
Das ZRE gilt als wichtiger Baustein der Hamburger Wärme- und Energiewende. Die Anlage soll künftig im Winter bis zu 75 Megawatt Fernwärmeleistung liefern und im Sommer – wenn weniger Wärme nachgefragt wird – bis zu 22 Megawatt Strom. Fegebank betonte, die Fernwärmeversorgung in der Stadt sei trotz der weiteren Verzögerungen gesichert. Und auch das im Juli 2027 geplante Stilllegen des in den 1960-Jahren erbauten Kohlekraftwerks Wedel habe Bestand. Wedel soll durch den noch im Bau befindlichen Energiepark Hafen abgelöst werden.
Die Müllverbrennungsanlage am Volkspark ist nicht das einzige Projekt, das im Zuständigkeitsbereich der Umweltbehörde aus dem Ruder gelaufen ist. So stiegen die Kosten der Klärschlammverbrennungsanlage Vera II im Hafen von ursprünglich 196 Millionen auf inzwischen 297,2 Millionen Euro. Einschließlich zweier Parallelprojekte liegt das Budget sogar bei 325 Millionen Euro. In der Folge wurde die damalige Unternehmensspitze ausgetauscht. Die Anlage soll die größte Klärschlammverbrennungsanlage Deutschlands werden. Zusammen mit Vera I sollen dort spätestens von 2029 an pro Jahr bis zu 97.000 Tonnen Klärschlamm verarbeitet werden.
Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Wirtschaft":
- IKEA News: Erneut Warnstreiks im Handel – 31 Ikea-Filialen betroffen
- Köln: Kölner Hauptbahnhof im Januar 2027 erneut elf Tage dicht
- Magdeburg/Leuna: Erneute Insolvenz in Leuna - Willingmann: "Extrem bitter"
- Deutschland - Türkei: Deutschland und Türkei wollen engere Wirtschaftsbeziehungen
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.