Oberwiera: Nach 2,5 Jahren: Rückbau eines XXL-Windrads sorgt für Fragen
Gerade erst gebaut, jetzt schon wieder weg: Ein XXL-Windrad in Oberwiera wird nach Lärmproblemen abgebaut. Was steckt hinter dem plötzlichen Rückzug?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nur zweieinhalb Jahre nach Inbetriebnahme wird eines der größten Windräder Sachsens wieder abgebaut. Der Rückbau der Anlage in Oberwiera (Landkreis Zwickau) wurde dem Umweltamt des Landkreises Zwickau am 16. Juni 2026 durch den Betreiber entsprechend den gesetzlichen Vorgaben angezeigt, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte. Den fachgerechten Rückbau wird der Hersteller ab Juli 2026 durchführen.
Lärmprobleme sorgten für Unmut
Hersteller und Betreiber reagieren damit offenbar auf Lärmprobleme der Anlage. Zahlreiche Anwohner hatten laut "Freie Presse" auf die Probleme aufmerksam gemacht. Erst im Dezember 2023 war die rund zehn Millionen Euro teure Anlage mit einer Nennleistung von sechs Megawatt ans Netz gegangen. Rein rechnerisch kann sie bis zu 5.000 Privathaushalte versorgen. Der Bürgermeister der Gemeinde bestätigte auf Anfrage die Problematik, Details nannte er auf Anfrage nicht.
Nach dpa-Informationen gab es eine uneingeschränkte Betriebserlaubnis, in Absprache mit dem Hersteller Vestas ging das Windrad aber von Anfang an in den reduzierten Betrieb. Wegen der Lärmproblematik war im vergangenen Jahr sogar das Getriebe des Windrades ausgewechselt worden - dies brachte aber nur eine teilweise Verbesserung.
Vestas mit Sitz in Dänemark ist nach eigenen Angaben seit 1986 auf dem deutschen Markt tätig und hat bundesweit bis heute mehr als 9.100 Windenergieanlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 18,5 GW installiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.300 Mitarbeitende in Deutschland.
Betreiber und Hersteller einigen sich auf Rückbau
"Wir als Betreiberfirma haben mit dem Hersteller Vestas eine Einigung erzielt", sagte Betreiber Andreas Berger zum Rückbau. Weitere Angaben zu den Hintergründen der Entscheidung, den Kosten des Rückbaus und dazu, wer diese trägt, machten weder Hersteller noch Betreiber. Alleine der Abtransport der jeweils 81 Meter langen Rotorblätter bedarf sorgfältiger Planung und verursacht hohe Kosten für die Transportfahrzeuge und Straßensperrungen.
Sachsen bleibt eines der Schlusslichter beim Ausbau der Windkraft
Ohnehin ist Sachsen Nachzügler bei Windkraft. Im vergangenen Jahr waren lediglich 13 neue Windräder ans Netz gegangen, wie der Bundesverband WindEnergie mitgeteilt hatte. Der Freistaat ist damit weiterhin unter den Schlusslichtern beim Ausbau. Sachsen steuert gut 64,8 Megawatt und damit 1,2 Prozent der bundesweit neu installierten Leistung bei. Spitzenreiter sind den Zahlen zufolge Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Zudem ist der sächsische Windpark den Abgaben des Verbandes zufolge mit einem Durchschnittsalter von 20,8 Jahren der älteste in Deutschland. Sieben Anlagen wurden im vergangenen Jahr stillgelegt. Insgesamt gab es zum Stichtag Ende vergangenen Jahres in Sachsen 858 Windräder. Das entspricht 2,1 Prozent der bundesweit 29.226 Anlagen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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