Nahostkonflikt: Europäischer Gaspreis steigt deutlich
Höhere Gaspreise und knapper werdende Vorräte setzen die Energiemärkte unter Druck. Experten warnen vor Folgen für Inflation und Wirtschaftswachstum.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der europäische Erdgaspreis ist nach den vorerst gescheiterten Gesprächen zwischen den USA und Iran wieder deutlich gestiegen. Die maßgeblichen Future-Kontrakte legten am Montag um bis zu 18 Prozent zu. Mit der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus, zu blockieren, verschärft sich die weltweite Energiekrise.
An der Börse in Amsterdam stieg die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zuletzt um 8,5 Prozent auf 47,35 Euro je Megawattstunde (MWh).
Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran vor mehr als sechs Wochen war der Gaspreis zwischenzeitlich über die Marke von 70 Dollar geklettert. Vor dem Krieg hatte der Preis bei lediglich gut 30 Dollar gelegen. Auch Öl verteuerte sich wieder deutlich.
Die US-Streitkräfte werden die Blockade ab Montag, 10 Uhr New Yorker Zeit (16.00 Uhr MESZ), in Kraft setzen, wie das US Central Command mitteilte. Sie gelte für alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.
Energiemärkte unter Druck
Die globalen Energiemärkte stehen durch den Krieg im Nahen Osten unter Druck. Höhere Preise drohen die Inflation anzuheizen und zugleich das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Raffinerien und Händler weltweit ringen nun um sofort verfügbare Rohöllieferungen, da die vorhandenen Vorräte knapp werden.
"Mir erscheint das ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen, und es löst das Problem der Störungen nicht", sagte Mona Yacoubian, Direktorin des Nahostprogramms am Zentrum für Strategische und Internationale Studien, zu dem Blockadeplan der USA. "Es ist schwer, den Sinn dahinter zu verstehen."
Finanzexperte: Markt hat zu früh auf Deeskalation gesetzt
Sollte der Iran seine Ölexporte tatsächlich bedroht sehen, könnte er die Huthi-Rebellen im Jemen dazu drängen, den Transit durch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Eingang zum Roten Meer anzugreifen, so Yacoubian. Die Huthis traten Ende März in den Krieg ein und sind in der Lage, den Schiffsverkehr zu unterbrechen.
Der Markt habe zu früh auf die Deeskalation gesetzt, sagte Haris Khurshid, Chief Investment Officer bei Karobaar Capital in Chicago. Die US-Blockade führe zu langsameren Lieferungen, verspäteten Frachten und höheren Versicherungskosten. "Genau das verengt den Markt und schlägt sich im Preis nieder."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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