Konjunktur: IWF erwartet Senkung seiner globalen Wachstumsprognose
Die Folgen des Iran-Krieges sind weltweit spürbar. Nun schraubt auch der Internationale Währungsfonds die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum nach unten.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet angesichts des Iran-Krieges mit einer Senkung seiner Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft. Ohne Lieferunterbrechung etwa bei Öl und Gas hätte die Organisation ein stärkeres Wachstum vorhergesagt, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa laut Redemanuskript vor der Frühjahrstagung kommende Woche. "Doch nun beinhaltet selbst unser optimistischstes Szenario eine Wachstumskorrektur nach unten", hieß es. Am Dienstag veröffentlicht der IWF neue Konjunkturprognosen. Georgiewa warnte zudem vor Inflationsrisiken.
Für das laufende Jahr rechnete die Organisation mit Sitz in der US-Hauptstadt Washington bislang mit einem weltweiten Wachstum von 3,1 Prozent. Deutschland dürfte demnach um 0,9 Prozent zulegen, während im Oktober für die gesamte Eurozone ein Plus von 1,1 Prozent prognostiziert wurde.
Auch andere haben bereits Prognosen gelockert
Bereits vergangene Woche hatten führende Forschungsinstitute in Deutschland ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt 2026 deutlich nach unten geschraubt. Aufgrund der Folgen des Iran-Krieges mit stark gestiegenen Energiepreisen erwarten sie nur noch einen Zuwachs um 0,6 Prozent. Vor rund einem halben Jahr prognostizierten sie noch ein Wachstum von 1,3 Prozent.
In den vergangenen Wochen hatte der Iran die Straße von Hormus blockiert und damit den Schiffsverkehr praktisch zum Erlegen gebracht. Die Meerenge ist für den globalen Öl- und Gashandel von enormer Bedeutung, auch andere wichtige Vorprodukte wie Düngemittel waren betroffen. Das ließ die Preise weltweit dramatisch steigen. Erst am Dienstag einigten sich der Iran und die USA auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus.
IWF-Chefin: Iran-Krieg wird Inflation kurzfristig antreiben
Die IWF-Chefin verwies zudem auf kurzfristige Risiken für ein Hochschnellen der Inflation infolge des Krieges. So seien die Erwartungen an die Teuerungsrate in den USA und in der Eurozone bereits deutlich gestiegen. "Glücklicherweise haben sich die längerfristigen Erwartungen nicht verändert – das ist sehr gut und sehr wichtig", sagte Georgiewa.
Der IWF und die Weltbank beginnen am kommenden Montag ihre Frühlingstagung, bei der Finanzminister, Vertreter der Finanzwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit sowie Zentralbanker zusammenkommen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":
- Eilmeldungen News 2026: Aktuelle Nachrichten im Breaking-News-Ticker
- Frankfurt am Main: Condor erfindet sich neu - Operativer Gewinn steigt
- Streik: Lufthansa will "verantwortungslosen" Streik kontern
- Fahrzeugbau: Mercedes-Benz verkauft erneut weniger Autos
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.