CO2-Preis steigt 2026: Das sind die Auswirkungen für Ihren Geldbeutel

Seit Neujahr 2026 kostet jeder Liter Sprit bis zu 4 Cent mehr – doch das ist erst der Anfang: Ab 2028 drohen Autofahrern und Haushalten aufgrund des steigenden CO2-Preises Mehrkosten von bis zu 1.000 Euro jährlich allein fürs Heizen.

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Mit dem Jahreswechsel ist der CO2-Preis gestiegen - beim Tanken hat das schon durchgeschlagen. Was das außerdem für Heizen und die Nebenkostenabrechnung heißt. Und wie es danach weitergeht. (Foto) Suche
Mit dem Jahreswechsel ist der CO2-Preis gestiegen - beim Tanken hat das schon durchgeschlagen. Was das außerdem für Heizen und die Nebenkostenabrechnung heißt. Und wie es danach weitergeht. Bild: picture alliance/dpa | Fabian Sommer
  • CO2-Preis zum 1.1.2026 gestiegen - was das für Verbraucher bedeutet
  • Spürbare Veränderungen beim Tanken durch Preiserhöhung
  • Das blüht Verbrauchern jetzt bei der Nebenkostenabrechnung und beim Heizen

Seit dem Jahreswechsel müssen Autofahrer in Deutschland beim Tanken deutlich mehr bezahlen. Der CO2-Preis ist zum 1. Januar 2026 von 55 Euro auf einen Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne angestiegen. Diese Erhöhung macht sich unmittelbar an den Zapfsäulen bemerkbar.

Preis-Explosion beim Tanken - steigender CO2-Preis macht sich bemerkbar

Laut ADAC-Daten kostete ein Liter Super am Neujahrstag bereits 3,4 Cent mehr als noch am Silvestertag. Bei Diesel fiel der Anstieg mit 4 Cent pro Liter sogar noch höher aus. Am oberen Ende des neuen Preiskorridors schlägt die CO2-Abgabe mit rund 3 Cent zusätzlich pro Liter zu Buche – wobei Dieselfahrer etwas stärker betroffen sind als Benziner. Neben dem CO2-Preis könnten allerdings auch weitere Faktoren zu den gestiegenen Spritkosten beigetragen haben. Die Klimaabgabe existiert in Deutschland seit 2021 und soll Anreize für sparsameres Verhalten sowie den Wechsel zu umweltfreundlicheren Technologien schaffen.

CO2-Abgabe steigt - Heizen wird spürbar teurer

Nicht nur an der Tankstelle, auch bei den Heizkosten schlägt die erhöhte CO2-Abgabe durch. Der Verbraucherzentrale Bundesverband geht davon aus, dass sich der Preis am oberen Ende des Korridors einpendeln wird. Für Heizöl bedeutet das einen Aufschlag von etwa 3 Cent je Liter, während Erdgas voraussichtlich um rund 0,3 Cent pro Kilowattstunde teurer wird. Was das konkret bedeutet, zeigt eine Beispielrechnung: In einem typischen, wenig sanierten Einfamilienhaus mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von etwa 20.000 Kilowattstunden entstehen dadurch Mehrkosten von ungefähr 50 Euro gegenüber dem Vorjahr. Haushalte, die mit Öl heizen, müssen ebenfalls mit entsprechenden Zusatzbelastungen rechnen. Die Kosten werden von den Energieversorgern direkt an die Endverbraucher weitergegeben.

Mieter und Vermieter teilen sich die Kosten

Bei Gebäuden mit Gas- oder Ölzentralheizung werden die CO2-Kosten nicht allein von den Bewohnern getragen. Stattdessen gilt ein Stufenmodell, das sich an der energetischen Qualität des Hauses orientiert. In gut gedämmten, effizienten Gebäuden müssen Mieter einen größeren Anteil übernehmen. Bei schlecht isolierten Immobilien mit veralteter Heiztechnik trägt hingegen der Vermieter den Großteil der Abgabe.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband weist darauf hin, dass Vermieter verpflichtet sind, die CO2-Kosten in der Nebenkostenabrechnung klar aufzuschlüsseln. "Mieter sollten also unbedingt darauf achten, dass der Energieverbrauch, die anfallenden CO2-Kosten und die Aufteilung in der Abrechnung nachvollziehbar ausgewiesen sind", empfehlen die Verbraucherschützer. Falls diese Transparenz fehlt, sollten Betroffene eine Korrektur einfordern.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Gasetagenheizungen geboten: Hier zahlen Mieter zunächst den vollen Betrag an ihren Versorger und müssen den Vermieteranteil anschließend selbst zurückfordern.

Mega-Preisschock ab 2028? CO2-Abgabe klettert weiter nach oben

Die aktuelle Erhöhung könnte nur ein Vorgeschmack sein auf das, was Verbrauchern in wenigen Jahren bevorsteht. Ursprünglich sollten Brennstoffe wie Benzin und Erdgas bereits 2027 in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden. Doch Europaparlament und EU-Staaten haben sich darauf verständigt, diesen Schritt auf 2028 zu verschieben – um abrupte Preissprünge vorerst abzufedern.

Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, prognostiziert ab 2028 einen Anstieg auf bis zu 200 Euro pro Tonne CO2. Die Konsequenzen wären erheblich: "Das wären für einen Liter Benzin rund 60 Cent mehr. Ein Vier-Personen-Haushalt, der noch mit Gas heizt, müsste mit rund 1.000 Euro höheren Heizkosten pro Jahr rechnen", erklärte er gegenüber der "Wirtschaftswoche". Ab Juli 2026 sollen zunächst wöchentliche Auktionen an der Leipziger Energiebörse starten.

Diese haushalte trifft die Erhöhung des CO2-Preises am härtesten

Klimaforscher Niklas Höhne vom New Climate Institute warnt vor den Folgen des neuen EU-Emissionshandelssystems. Da die Bundesregierung plane, gesetzliche Vorgaben eher zu lockern, sei mit hohen Preisen zu rechnen. "Wenn ab 2028 wirklich das neue EU-Emissionshandelssystem ungebremst einsetzt, schnellen entweder die Preise in die Höhe, oder sie werden von der Politik gedeckelt – auf Kosten der Klimaziele", prognostiziert Höhne.

Besonders problematisch: Einkommensschwache Haushalte werden durch steigende Energiekosten überproportional belastet. Ein sozialer Ausgleich sei daher unverzichtbar, betont der Wissenschaftler. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von der Politik, den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien aktiv zu unterstützen. Die bestehenden Regelungen zum Heizungstausch müssten erhalten bleiben. Ebenso wichtig sei es, den Energieverbrauch insgesamt zu senken – nur so ließen sich auch die CO2-Kosten reduzieren.

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