Von news.de-Redakteurin - 25.08.2017, 14.52 Uhr

Paydirekt AGBs: Diese Änderung nervt Sparkassen-Kunden gewaltig

Anfang August teilte die Sparkasse ihren Kunden mit, dass sich die AGB der Girokonten ändern werde. Jeder erhalte automatisch und kostenfrei ein paydirekt-Konto. Wer es ablehnt, muss aktiv widersprechen. Datenschützer sind alarmiert.

Alle Sparkassen-Kunden, die nicht widersprechen, werden automatisch Paydirekt-Kunde. Bild: dpa

Der Bezahldienst Paypal hat Konkurrenz aus Deutschland bekommen. Seit 2014 bietet das Unternehmen Kunden von Banken und Sparkassen damit eine Alternative an. Nun startet paydirekt offenbar eine Großoffensive: Alle Sparkassen-Kunden werden automatisch auch paydirekt-Kunden. Zumindest, wenn sie dem nicht widersprechen.

Sparkasse jubelt Kunden paydirekt-Konten unter - So lehnen Sie ab

In einem Schreiben, welches news.de vorliegt, teilt die Sparkasse ihren Kunden eine Änderung der AGB mit. Ab Anfang November können alle Kunden paydirekt kostenfrei nutzen. Besonders dreist: Kunden müssen diesem angeblichen "Angebot" widersprechen, wenn sie es nicht nutzen wollen. "Ihre Zustimmung zum Änderungsangebot gilt gemäß § 675g Abs. 2 Satz 1 BGB i.V.m. Nr. 2 Abs. 2 unserer AGB als erteilt, wenn Sie uns nicht vor dem vorgeschlagenen Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung (03.11.2017) Ihre Ablehnung angezeigt haben", heißt es im Sparkassen-Schreiben. Um die Änderung abzulehnen, reicht ein formloser Widerspruch.

Datenschützer sehen AGB-Änderung der Sparkasse kritisch

Wer nicht bis zum Stichtag widerspricht, bekommt automatisch ein Nutzerkonto bei paydirekt. ist das rechtlich überhaupt einfach so möglich? Wie "t3n.de" schreibt, beruft sich die Sparkasse dabei auf das BGB. Zahlungsdienstleister haben die Möglichkeit, Änderungen im Vertrag automatisch wirksam werden zu lassen. Der Kunde darf diesen nur nicht widersprechen. Die automatische Einrichtung eines paydirekt-Kontos wird als Änderung des Girokonto-Vertrags angesehen.

Einziger Vorteil gefährdet! Datenschützer sind alarmiert

Paydirekt schreibt Datenschutz groß. Doch wird nicht genau hier darauf verzichtet? Immerhin geben die Sparkassen sensible Kundendaten weiter. Datenschutzbehörden sind alarmiert und wollen das Vorgehen prüfen.

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bua/sam/news.de

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