03.04.2011, 12.47 Uhr

Monarchie: Die britische Monarchie und die Rolle der Queen

Großbritannien gilt als die älteste konstitutionelle Monarchie der Welt. Ende des 17. Jahrhunderts mussten die absoluten Monarchen der Insel das Recht der Gesetzgebung an das Parlament abtreten.

Die britische Monarchie und die Rolle der Queen Bild: dpa

Berlin (dpa) - Großbritannien gilt als die älteste konstitutionelle Monarchie der Welt. Ende des 17. Jahrhunderts mussten die absoluten Monarchen der Insel das Recht der Gesetzgebung an das Parlament abtreten.

Im 18. Jahrhundert übernahmen die Abgeordneten nach und nach auch die Kontrolle der Regierung. Heute liegt die eigentliche Regierungsmacht beim Premierminister. Er bestimmt die Richtlinien der Politik und schlägt die Minister der Regierung vor.

Formal besitzt Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt viele Befugnisse: Sie kann die Regierung absetzen, hat den Oberbefehl über die Streitkräfte und genießt volles Konsultationsrecht. Die Königin nimmt etwa bei wöchentlichen Besprechungen mit dem Premierminister Einfluss. Sie seien nicht nur eine Formalität, die Queen bringe hier «beachtlichen Sachverstand» ein, befand die frühere Regierungschefin Margaret Thatcher. De facto sind die politischen Mitwirkungsrechte der Krone aber auf Repräsentationsaufgaben beschränkt. Zum Beispiel verliest die Queen bei der jährlichen Parlamentseröffnung traditionell eine vom Premier verfasste Thronrede.

«Im Namen Ihrer Majestät» erlassene Gesetze sind nur formell von der Zustimmung der Krone abhängig. Auch für die Rechtsprechung über ihre Untertanen ist die Monarchin nur theoretisch verantwortlich. Als weltliches Oberhaupt der Staatskirche von England hat Elizabeth II., Königin «von Gottes Gnaden», zwar das Recht zur Ernennung von Erzbischöfen und Bischöfen. Die letzte Entscheidung trifft aber auch hier der Premier.

Die Queen ist als Repräsentantin des Staates allgegenwärtig: Briefmarken, Banknoten und Münzen tragen ihr Konterfei. Treue- und Fahneneide sowie die Nationalhymne gelten ihr und nicht dem Staat.

news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser