Stromausfall: Wie Sie sich bei Blackouts unabhängig mit Strom versorgen können

Wenn der Strom plötzlich weg ist, wird schnell klar, wie abhängig unser Alltag davon ist. Was bedeutet ein Blackout für Privathaushalte - und wie können Sie sich selbst auf einen Stromausfall vorbereiten?

Von news.de-Redakteur - Uhr

Eine Taschenlampe kann im Notfall ein kleiner Lebensretter sein. (Foto) Suche
Eine Taschenlampe kann im Notfall ein kleiner Lebensretter sein. Bild: AdobeStock/Alexey
  • Bei einem Stromausfall fällt nicht nur das Licht aus
  • Auch das Internet, der Kühlschrank und andere Geräte fallen aus
  • Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich auf den Ernstfall vorbereiten können

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Der jüngste Stromausfall in Berlin hat vielen Menschen vor Augen geführt, wie abhängig unser Alltag von einer funktionierenden Stromversorgung ist. Licht, Internet, Heizung, Handy-Ladegeräte oder der Kühlschrank - all das funktioniert nur so lange, wie Strom aus der Steckdose kommt. Fällt er plötzlich aus, sieht es düster aus. Die gute Nachricht: Vorsorge ist möglich – und sie muss weder kompliziert noch teuer sein.

Zuerst überlegen: Was ist wirklich wichtig?

Bevor man sich Gedanken über technische Lösungen machen kann, ist es sinnvoll, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen: Welche Geräte und Funktionen sind im Ernstfall wirklich unverzichtbar? In vielen Haushalten zählen dazu:

  • WLAN-Router und Smartphone (für Informationen und Notrufe)
  • Heizung oder Wärmepumpe
  • Kühlschrank und Gefriertruhe
  • Lichtquellen
  • Homeoffice-Arbeitsplatz
  • Medizinische Geräte, die auf Strom angewiesen sind

Nicht alles muss dauerhaft weiterlaufen. Oft reicht es schon, wichtige Geräte für einige Stunden mit Strom zu versorgen oder sie kontrolliert ausschalten zu können. Diese Einschätzung hilft, unnötige Ausgaben zu vermeiden und gezielt vorzusorgen.

Unterbrechungsfreie Stromversorgung: Auch zu Hause sinnvoll

Unterbrechungsfreie Stromversorgungen, kurz USV, gelten vielen als typische Büro- oder Servertechnik. Dabei gibt es kompakte und bezahlbare Modelle, die sich auch im privaten Umfeld sinnvoll einsetzen lassen. Sie sorgen dafür, dass wichtige Geräte bei einem Stromausfall nicht abrupt ausgehen, sondern noch für kurze Zeit weiterlaufen.

Gerade für den WLAN-Router, den Homeoffice-PC oder eine Smart-Home-Zentrale kann das entscheidend sein. Schon wenige Minuten Puffer reichen oft aus, um Daten zu sichern, Geräte ordentlich herunterzufahren oder während kurzer Ausfälle weiterhin online zu bleiben.

Was für Lösungen gibt es für längere Stromausfälle?

Hält ein Stromausfall mehrere Stunden an, sind andere Maßnahmen gefragt. Für den privaten Gebrauch haben sich in den letzten Jahren unter anderem mobile Powerstations etabliert. Gemeint sind große Akkus mit Steckdosen und USB-Anschlüssen. Diese lassen sich einfach bedienen, arbeiten geräuschlos und kommen ohne Abgase aus. Sie können Licht, Router, Smartphones oder kleinere Elektrogeräte zuverlässig mit Energie versorgen und sind für viele Haushalte eine praktikable Notstromlösung.

Klassische Stromaggregate liefern zwar deutlich mehr Leistung, bringen aber mehr Nach- als Vorteile mit sich. Sie sind laut, benötigen Treibstoff und dürfen in Wohngebieten nur eingeschränkt betrieben werden. Zudem sind sie für die meisten Wohnungen schlichtweg zu groß. Eine andere Möglichkeit sind fest installierte Batteriespeicher, etwa in Kombination mit einer Solaranlage. Sie bieten hohen Komfort und arbeiten leise, sind jedoch mit höheren Anschaffungskosten verbunden.

Das müssen Sie bei einem Blackout beachten (Foto) Suche
Das müssen Sie bei einem Blackout beachten Bild: news.de/ nano banana

Warum Solaranlagen bei Stromausfall oft nicht helfen

Obacht: Obwohl viele davon ausgehen, dass ihre Photovoltaikanlage sie automatisch auch bei einem Blackout versorgt, ist das in der Praxis ein Irrtum. Aus Sicherheitsgründen schalten sich die meisten Anlagen bei einem Stromausfall vollständig ab.

Wer im Notfall trotzdem Solarstrom nutzen möchte, benötigt eine spezielle Not- oder Ersatzstromfunktion sowie einen passenden Batteriespeicher. Zudem muss die Anlage in der Lage sein, unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu arbeiten. Diese Punkte sollten idealerweise bereits bei der Planung berücksichtigt werden, da spätere Nachrüstungen aufwendig und teuer sein können.

Vorsicht: Gefahren bei der Rückkehr des Stroms

Nicht nur der Ausfall selbst ist kritisch, auch wenn die Stromversorgung wiederhergestellt wird, können Probleme auftreten. Beim Wiedereinschalten des Netzes kommt es häufig zu Spannungsspitzen, die empfindliche Elektronik beschädigen können. Fernseher, Computer, Router oder smarte Haushaltsgeräte sind davon besonders betroffen.

Abhilfe schaffen Überspannungsschutz in der Hausinstallation, hochwertige Steckdosenleisten und USV-Geräte, die Spannungsschwankungen ausgleichen und filtern. Diese Schutzmaßnahmen verlängern die Lebensdauer der Geräte und verhindern teure Schäden. Dennoch bleibt die simpelste Lösung, bei sensiblen Geräten im Zweifel lieber den Stecker zu ziehen.

Gute Vorbereitung beginnt im Kopf

Technische Lösungen sind hilfreich, ersetzen aber keine organisatorische Vorbereitung. Im Ernstfall sind digitale Informationen oft nicht erreichbar. Umso wichtiger ist es, auf einfache, analoge Hilfsmittel zurückgreifen zu können. Taschenlampen, geladene Powerbanks, etwas Bargeld oder ein batteriebetriebenes Radio können den Alltag während eines Stromausfalls deutlich erleichtern. Wichtige Informationen wie Telefonnummern, Adressen oder ähnliches, die auf Geräten wie PCs, Tablets oder Handys gespeichert sind, sollten Sie sich für den Fall der Fälle auf Zettel schreiben.

Wer sich frühzeitig vorbereitet, bleibt ruhiger, kann überlegt handeln und reduziert Stress - ganz unabhängig davon, wie lange der Stromausfall dauert.

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