TV: Missbrauchsvorwürfe: Britischer Sender streicht Dating-Show
Mehrere Frauen erheben nach ihrer Teilnahme bei einer Dating-Show schwere Vorwürfe und berichten von sexueller Gewalt. Nun ist die bei vielen Briten beliebte Sendung Geschichte.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der britische Sender Channel 4 hat die beliebte Dating-Show "Married At First Sight" nach Vorwürfen sexueller Gewalt endgültig aus seinem Programm gestrichen. Die Entscheidung folgt auf eine externe Untersuchung wegen "schwerwiegender Vorwürfe von Fehlverhalten", die im Mai im Zuge einer Recherche der BBC ans Licht gekommen waren. Die Sendung wurde daraufhin zwischenzeitlich aus dem Programm genommen.
Zwar wurden im Zuge der Untersuchung laut Geschäftsführerin Priya Dogra keine schwerwiegenden Versäumnisse des Senders festgestellt. Dennoch habe man sich dazu entschieden, die Sendung abzusetzen, heißt es in einer Mitteilung von Channel 4. Auch die bereits gedrehte sechste Staffel wird demnach nicht ausgestrahlt.
Zwei Frauen hatten der BBC gegenüber angegeben, während der Dreharbeiten vergewaltigt worden zu sein. Eine dritte berichtete von sexuellem Fehlverhalten. Die drei beschuldigten Männer bestreiten die Vorwürfe. Im Juni wurde der Nachrichtenagentur PA zufolge ein Teilnehmer wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen. Er befindet sich inzwischen wieder unter Auflagen auf freiem Fuß. Die Ermittlungen dauern an.
Singles lernen sich am Hochzeitstag kennen
In der Show werden Singles von Experten zusammengebracht und lernen sich erst am Tag ihrer Hochzeit kennen. Die Ehen sind rechtlich nicht bindend. Die BBC bezeichnet das Format als "gewagtes soziales Experiment".
Die mit der externen Überprüfung beauftragten Experten stellten zwar keine Verstöße gegen die Vorgaben der Aufsichtsbehörde Ofcom fest, identifizierten aber einzelne Fälle, in denen Schutzmaßnahmen nicht vollständig umgesetzt worden waren. Zudem empfahlen sie Änderungen am Format. So sollte unter anderem die sogenannte "Intimacy Week" abgeschafft werden, in der die frisch verheirateten Paare ihre körperliche Intimität vertiefen sollten.
Die Empfehlungen seien "sinnvoll und umsetzbar", sagte Dogra laut Mitteilung, jedoch erforderten sie ein "wesentlich höheres Maß an Eingriffen, Überwachung und Kontrolle". Die Sendung habe zudem "nach zehn Jahren ihren Lauf genommen".
Grenzwertige, oft als Experiment ausgelegte britische Reality-TV-Formate sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für Aufruhr. Etwa in der inzwischen eingestellten Channel-4-Sendung "Naked Attraction" wählten Teilnehmer ihre Dating-Partner anhand gezeigter Geschlechtsteile aus. Die Gesichter bekamen sie erst zum Schluss zu sehen.
Deutscher Reality-Star verurteilt
Auch in Deutschland sorgte ein Fall sexueller Gewalt im Zuge einer Reality-Show für Aufsehen. Reality-Star Yasin Mohamed wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht München wegen Vergewaltigung nach der Dating-Show "Love Island V.I.P." zu ein Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er seine Mitkandidatin Sophie Imelmann im Sommer 2024 nach den Dreharbeiten zur Dating-Show in einem Hotel in Griechenland vergewaltigt hatte. Mohamed bestreitet die Vorwürfe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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