TV-News: "Vibes" - Motsi Mabuse und die Solidarität unter Frauen
Reality-Formate setzen gern auf Konfrontation, Krawall und Zickenkrieg. "Vibes" mit "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse schlägt da nun ungewöhnlichere, deutlich sanftere Töne an.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Eine Show von Frauen, mit Frauen, für Frauen: "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse setzt in ihrer neuen Show auf weibliche Solidarität. "Vibes - Find Your Fire" ist ein Selbstfindungs-Trip und von diesem Donnerstag (5. November) an in der ARD-Mediathek zu sehen.
Darin ziehen neun Frauen, die füreinander Fremde sind, für zwölf Tage in eine Villa auf Rhodos ein, um herauszufinden, wer sie eigentlich sind, wenn sie nicht die Erwartungen anderer erfüllen müssen und nicht der Alltagsstress sie definiert. Ziel ist die Erkenntnis: Was wollen sie - und nur sie - eigentlich wirklich von sich und ihrem Leben?
So unterschiedlich die Kandidatinnen auch sind - gemeinsam haben sie den Wunsch nach Veränderung und danach, den eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben. Eine der Frauen macht sich beispielsweise auf die Suche nach ihrem ersten vaginalen Orgasmus. Hinter all dem steht laut Produktion eine der ganz großen Lebensfragen: "Wer bin ich wirklich?"
Show mit einer "Sexological Bodyworkerin"
Bei der Suche nach der Antwort steht die 45 Jahre alte Mabuse, die aktuell auch noch mit ihrer Doku-Serie "Motsi & Oti - Meet the Mabuses" gemeinsam mit ihrer Schwester in der ARD präsent ist und als RTL-"Let's Dance"-Jurorin sowieso, den Frauen zur Seite. Außerdem gehören zum Beraterinnenteam eine Psychotherapeutin und eine Frau mit der Berufsbezeichnung "Sexological Bodyworkerin", wie es von der Produktionsfirma heißt.
"Ich arbeite schon sehr, sehr lange mit Frauen. Ich habe Frauenevents mehrfach im Jahr. Ich habe meine Retreats und die Arbeit mit Frauen macht mir Spaß. Diese ganzen Frauengeschichten zu hören und sich inspirieren zu lassen von verschiedenen Frauen, finde ich super", sagt Mabuse im Interview der Deutschen Presse-Agentur.
"Ich glaube, wir können eine Geschichte von jeder Frau mitnehmen, wo man sagt: Okay, das inspiriert mich, oder das kann ich nachvollziehen und kann wissen oder spüren, was gemeint ist."
Empathie statt Zickenkrieg
Auch in der Show zeigt sich immer wieder, dass die Frauen dort ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben im Leben, mit vergleichbaren Herausforderungen und unrealistischen gesellschaftlichen Ansprüchen zu kämpfen haben. Und es zeigt sich auch, dass Zusammenhalt mehr bewirken kann als Eifersucht und Missgunst es vermögen, wie sie oft herausgekitzelt werden in Reality-Formaten. Der vielzitierte Zickenkrieg als Quotengarant.
"Wenn es passiert, dass die Frauen uns ihre Geschichte anvertrauen, dann werden das Geschichten für alle Frauen. Dann sieht man vielleicht auch, dass man keine Konkurrenz füreinander sein muss. Wenn man bestimmte Geschichten kennt, kann man vielleicht verstehen, warum dieser Mensch so ist und wie man mit ihm umgehen kann", sagt Mabuse - und hat einen Tipp, sollte Neid den Blick auf das Gegenüber mal wieder verstellen:
"Wenn man Neid oder Eifersucht spürt, dann kann man eine Entscheidung treffen. Man kann sich fragen: Wo fehlt mir was, dass ich so etwas spüre einer anderen Frau gegenüber? Und wenn ich das andersrum von anderen Frauen spüre, dann habe ich - auch wenn es etwas absurd klingt - Empathie, weil ich denke: Na, was ist denn bei Dir?", sagt sie.
Das heiße nicht, dass man sich alles gefallen lassen müsse. "Aber eigentlich denke ich mir immer zuerst: Irgendwas stimmt in deinem Haus nicht und das muss aufgeräumt werden. Dann kann man dann durchaus auch Verständnis für haben", sagte die 45-Jährige. "Wenn man viel zusammen ist und zusammenarbeitet, dann merkt man, dass die Person eine ganz andere ist und das, was man zuerst sieht, nur eine Fassade, ein Schutzschild. Die Leute präsentieren sich auf eine bestimmte Weise, aber oft steckt etwas ganz anderes dahinter."
In der Show soll es für die Kandidatinnen vor allem darum gehen, neue Blickwinkel einzunehmen, ihre Komfortzone zu verlassen, neuen Mut zu fassen - vielleicht auch für neue Lebensmodelle. "Sie setzen sich mit ihrem Körper und ihrem Selbstbild auseinander, mit Sexualität und Sinnlichkeit, Wut und Scham, Beziehungen und persönlichen Grenzen", heißt es in der Ankündigung der Sendung.
"Sie sprechen über Dinge, die oft lieber verschwiegen werden, und machen Erfahrungen, die neue Perspektiven eröffnen können. Vor allem aber geht es um die Frage: Was passiert, wenn die Frauen aufhören, sich selbst zurückzuhalten."
Rein weibliches Team
Entwickelt und produziert worden ist das Ganze von einem ausschließlich weiblichen Team. "Ich glaube, das ist sogar eines der ersten Formate überhaupt, an dem nur Frauen beteiligt waren: Kamerateam, absolutely everything. Und das war tatsächlich entspannter. Das war so eine entspannte Stimmung voller Care", sagte Mabuse der dpa. "Das war mir auch wichtig. Ich habe zu den Produzenten und dem Team von WDR und ARD gesagt, wir haben die Verpflichtung, uns zu kümmern. Wir sind die Ersten, die sowas machen. Wie wollen wir damit umgehen? Ich will, dass die Frauen respektvoll aus dieser Sendung rauskommen, dass sie mit Würde da rausgehen."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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