Fernsehen: "Nord Nord Mord" ist einem Uralt-Foto auf der Spur

"Sievers und der Gesang der Wale" heißt der neue Fall der populären Sylter Ermittler um Kommissar Sievers, gespielt von Peter Heinrich Brix. Mit viel Insel-Flair, Humor - und einigen Seltsamkeiten.

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Aktuelle Nachrichten rund ums Thema Fernsehen lesen Sie auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Aliaksei

Auf der heutigen Luxus-Ferieninsel Sylt herrschte einst bittere Armut. Da waren es die Fischer, die auf den Walfangschiffen aus Holland und Hamburg anheuerten, manchmal sogar zum Kommandeur aufstiegen und durch die Jagd etwa im Eismeer bei Spitzbergen für einen bescheidenen Wohlstand sorgten. Ansehnliche Kapitänshäuser bezeugen das noch immer.

Der seit 2011 sehr beliebte ZDF-Krimiklassiker "Nord Nord Mord" erzählt in seinem 29. Fall "Sievers und der Gesang der Wale" (Streamingstart 26.9.; im TV am 5.10.) von dieser Geschichte - mit viel Insel-Flair, vertraut eigenwilligen Hauptdarstellern und auf gewohnt unterhaltsame, teils aber auch seltsam verquere Weise.

Eine Leiche im Hafen von Hörnum

Dabei beginnt alles - nach dem Drehbuch und unter der Regie von Benno Kürten - ganz heutig. Im Hafenwasser von Hörnum treibt eine Leiche. Ein Bootseigner und Fischer namens Fischer (Max Hopp, "Nächste Ausfahrt Glück") zieht den jungen Mann heraus - es ist Hark (Eren Yilmaz), genannt die Harke. Eine Art Ziehsohn von ihm, von dem jeder zu wissen scheint, dass er nicht schwimmen kann - und auch im Kopf nicht ganz klar sein soll.

Der norddeutsch-knurrige Hauptkommissar Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) sowie seine jüngeren Kollegen Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) und Ina Behrendsen (Julia Brendler), die gerade bei einer Gartenparty zur Vorsitzenden des Sylter Heimatvereins ernannt wurde, beginnen zu ermitteln.

Fischer behauptet, dass Eifersucht hinter der Tat stecke. Denn Hark war verliebt in das blutjunge Inselmädchen Helena (Pauline Pollmann). Deren Freund Sören (Tom Gronau) aus der versnobten - und dabei leider stark übertrieben gezeichneten - Hamburger Anwaltsfamilie Stippke soll ihn deshalb mit dem Tod gedroht haben.

Beim Verhör gibt der schnöselige junge Mann zwar zu, Hark zusammengeschlagen zu haben - bestreitet aber, ihn ins Wasser gestoßen zu haben. Während Sievers und Behrendsen bei ihrer Suche nicht weiterkommen, sucht der quirlige Feldmann nach Harks letzten Verwandten - und gerät in eine Alters-WG, in der gerade dessen Großmutter gestorben ist.

Teure Parfüms und Aphrodisiaka

Warum aus einem Fotorahmen neben dem Bett der alten Frau das Bild verschwunden ist, was das mit dem Walfang und daraus resultierendem möglichem Reichtum zu tun hat, erfährt man natürlich aus dem Verlauf der nicht immer ganz überzeugenden Handlung. Das Foto wird noch einen höchst ungewöhnlichen Weg nehmen.

Dabei sei daran erinnert, dass ein unscheinbares Produkt aus dem Verdauungstrakt der riesigen Pottwale, das Ambra, als wertvoller als Gold galt. Denn daraus ließen und lassen sich wohl noch heute Ingredienzien für hochpreisige Parfüms sowie nicht zuletzt Aphrodisiaka herstellen. Wie mag das nun wieder mit dem Heimatmuseum zusammenhängen, in dem die neue Vorsitzende sogar in einem historischen Alkoven übernachtet - und dabei vielleicht dem Täter auf die Spur kommt?

Bei früheren "Nord Nord Mord"-Dreharbeiten auf der Insel hat der Feldmann-Darsteller Wnuk übrigens immerhin schon mal die viel kleineren und nicht ganz so spektakulären Schweinswale gesichtet - hoch im Norden, am sogenannten Ellenbogen. "Wenn die See ruhig ist und gerade Hochwasser herrscht, kann einem das passieren", erzählt Wnuk noch ganz angetan der dpa, "dann sieht man die grauen Rückenflossen dieser Tiere kurz aus dem Wasser auftauchen".

Sievers schleicht ums Altenheim

Im 29. Film sorgt überdies der wie stets wortkarge und mit besorgt gekräuselter Stirn blickende Sievers für einen besonderen Nebeneffekt. Nachdem er geheimnisvoll um das Haus mit den alten Leuten geschlichen ist, entdeckt man ihn auf einem Steg am Strand - einen Rollstuhl mit einem dementen Bewohner (Peter Franke) schiebend, der als einziges Wort wie besessen immer nur "sexy" ausruft.

Am Ende gibt es nicht nur für den Mord, sondern auch dafür eine ziemlich erstaunliche Auflösung in der Kriminalgeschichte, die dank flott frotzelnder Dialoge traditionell auch das Komödiantische pflegt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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