TV: Neue Staffel: Das erste weibliche "Monster"

Lizzie Borden griff zum Beil, denn ein Messer ist angeblich zu einfach? Ryan Murphys berühmte Anthologieserie "Monster" treibt True Crime auf die Spitze - und ist wieder besonders brutal.

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Die umstrittene Serie "Monster" ist wieder da. Sie gehört zu den größten Erfolgen von Netflix. Nun hat der Streaminganbieter acht neue brutale Episoden im Programm (Streamingstart 17.9.).

Staffel vier verändert das bisherige Muster gründlich. Und: In "Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden" spielt neben Ella Beatty in der Titelrolle auch die Schauspielerin Vicky Krieps mit, die Ko-Präsidentin der Deutschen Filmakademie (neben Florian Gallenberger).

Fragen und Antworten zum Phänomen "Monster" und zur neuen Staffel:

Was ist "Monster"?

Die Serie ist eine von Ryan Murphy und Ian Brennan erdachte Netflix-Anthologie, die es seit vier Jahren gibt. Anthologieserie bedeutet in diesem Fall, dass sich jede Staffel einem neuen Fall und anderen Charakteren widmet.

Das Verbindende der Serie ist lediglich das übergeordnete Genre und Grundthema: Bei "Monster" sind es legendäre Mehrfachmörder.

Es gibt auch Episoden-Anthologien, bei denen jede einzelne Folge der Serie eine völlig neue Geschichte erzählt (Beispiel: "Black Mirror").

Welche "Monster"-Staffeln gab es bislang?

Bislang gab es drei Staffeln: "Dahmer - Monster: The Jeffrey Dahmer Story" handelte 2022 von dem Serienmörder Jeffrey Dahmer aus Wisconsin (gespielt von Evan Peters), der zwischen 1978 und 1991 mindestens 17 Heranwachsende und junge Männer getötet hat und sie zerstückelte und teilweise aß. Die zehn Episoden erschienen am 22. September 2022.

Die zweite Staffel, "Monster: Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez", behandelte 2024 den Mord der Eltern der Menendez-Brüder, der sich am 20. August 1989 im Wohnzimmer der elterlichen Villa in Beverly Hills ereignete. Die neun Episoden mit Nicholas Alexander Chavez und Cooper Koch in den Hauptrollen wurden am 19. September 2024 auf Netflix veröffentlicht.

Die dritte Staffel mit dem Titel "Monster: Die Geschichte von Ed Gein" erzählte 2025 die Geschichte des berüchtigten Grabräubers und Mörders Ed Gein mit Charlie Hunnam in der Hauptrolle. Die acht Folgen erschienen am 3. Oktober 2025 auf Netflix.

Gein (1906-1984) ist als Täter und Trauma in den USA geradezu ein kulturelles Phänomen. Er diente für viele bekannte Werke als Vorbild oder Inspiration, darunter "Psycho" (Norman Bates), "Blutgericht in Texas"/"The Texas Chain Saw Massacre" (Leatherface) oder "Das Schweigen der Lämmer" (Buffalo Bill).

Worum dreht sich die neue Staffel?

Die vierte "Monster"-Staffel greift den Fall von Lizzie Borden (1860-1927) auf: Im Jahr 1892 wurde die junge Frau aus Fall River (Massachusetts) für den Mord an ihrem Vater (gespielt von Charlie Hunnam) und ihrer Stiefmutter (Rebecca Hall) festgenommen, die mit zahlreichen Axtschlägen getötet worden waren.

Borden wurde aber schließlich freigesprochen, doch ihre Unschuld ist bis heute umstritten. Zum Zeitpunkt des Mordes waren nur das Dienstmädchen Bridget Sullivan und Lizzie Borden auf dem Anwesen in Neuengland.

Über den Fall wurde und wird seitdem immer wieder spekuliert. Über Bordens sexuelle Orientierung gibt es keine eindeutigen historischen Belege. Doch öfter schon wurde sie als lesbisch interpretiert.

Es gab schon zahlreiche Filme und Miniserien über Lizzie Borden, etwa 2015 "The Lizzie Borden Chronicles" mit Christina Ricci in der Hauptrolle und 2018 den Kinofilm "Lizzie Borden - Mord aus Verzweiflung" mit Chloë Sevigny in der Titelrolle und Kristen Stewart als Dienstmädchen Bridget.

Was ist das Besondere an der neuen Staffel?

Netflix selbst schreibt zur vierten Staffel: "Lizzie Borden griff zum Beil ... Das erste weibliche Monster in Ryan Murphys berühmter Anthologieserie."

Zum ersten Mal setzt "Monster" also eine Frau ins Zentrum. Zuvor lag der Hauptfokus auf männlichen Tätern.

Ein zweiter Unterschied: Bisher spielten alle Mordserien bei "Monster" im 20. Jahrhundert. Diesmal geht es ins 19. Jahrhundert zurück - und teils auch weiter.

Ein dritter Unterschied: Bisher wurden alle "Monster"-Hauptfiguren im echten Leben für ihre Taten verurteilt oder eingewiesen. Bei Lizzie Borden liegt der Fall anders: Sie wurde freigesprochen. Die Serie fantasiert deshalb besonders viel.

Schon im Trailer ist der Satz zu hören, wenn es um die Tötung der gehassten Eltern geht: "Ein Messer ist zu einfach. Und ein Gewehr ist fast eine zu nette Art zu sterben."

Die Serie benutzt diverse Serienkillerinnen-Geschichten. So taucht etwa auch die Mörderin Aileen Wuornos (Sarah Paulson) auf, die in den Jahren 1989 und 1990 sieben Freier tötete, als sie an Highways in Florida der Straßenprostitution nachging. Wuornos wurde wegen sechs der Morde zum Tode verurteilt und im Jahr 2002 im Alter von 46 Jahren hingerichtet.

Auch die "Blutgräfin" Elizabeth Báthory spielt eine Rolle in der Staffel. Die ungarische Adelige soll um das Jahr 1600 herum Dutzende Mädchen und Frauen gefoltert und getötet haben.

Die luxemburgisch-deutsche Schauspielerin Vicky Krieps verkörpert sowohl die Gräfin Báthory als auch Bridget Sullivan, das Hausmädchen der Familie Borden.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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