Fernsehen: Neues von "XY gelöst": "Realität ist brutal genug"
Das True-Crime-Format des ZDF geht in seine sechste Staffel, eine weitere wird bereits gedreht. Was die Sendung für Moderator Sven Voss bedeutet und was er sich wünscht.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Keinen Voyeurismus bedienen, keine Gewaltbilder – für Moderator Sven Voss gehört es zum Erfolgsrezept der ZDF-Sendung "XY gelöst", dass bei dem True-Crime-Format schwere Verbrechen nicht reißerisch dargestellt werden. "Die Realität ist brutal genug", sagt Voss. Diesem Grundgedanken folgen auch vier neue Folgen, die nun im ZDF-Streaming-Portal zu sehen sind (Start 9. September). Im Fernsehen werden die Episoden am 16. und 15. September jeweils ab 20.15 Uhr als Doppelfolgen ausgestrahlt.
Es geht in darin um Kapitalverbrechen, deren Täter erst nach Jahren aufgespürt werden konnten. Thematisiert wird etwa ein brutaler Mord an einer 21-Jährigen, dessen Aufklärung 22 Jahre brauchte. Die Folgen drehen sich um eine Frauenleiche, die in einem Rollkoffer gefunden und erst nach einer Ausgabe der Schwestersendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" durch einen Hinweis identifiziert werden konnte, um den Mörder einer Siebenjährigen, der dank eines Details überführt werden konnte und um die jahrelange Jagd nach einem Serientäter, dem fast 60 Überfälle auf Frauen zugeschrieben wurden.
Voss: Besuche von Tatorten haben gewissen Grusel
Gezeigt wird die Aufklärung dieser kniffligen Fälle. Moderator Voss rekonstruiert sie mit Ermittlerinnen und Ermittlern, Staatsanwälten oder Experten, teils werden Abläufe nachgestellt. Es ist die mittlerweile sechste Staffel des ZDF-Formats, das 2022 an den Start ging. Für Voss hat sich über die Jahre nichts daran geändert, dass ihn die Fälle tief bewegen.
"Man bereitet sich vor, weiß dann eigentlich alles darüber", sagt er. "Aber dann kommt es zum ersten Dreh an dem Ort, wo es passiert ist, und dann steht man plötzlich in einem Wald und der Ermittler sagt, dass hier die Frauenleiche gefunden wurde und es einen gewissen Verwesungsgeruch gab."
Plötzlich werde das Geschehene sehr plastisch, bewusst. "Das hat einen gewissen Grusel, aber bei mir löst das auch immer mein Gerechtigkeitsempfinden aus", sagt Voss. "Es bedeutet eine gewisse Befriedigung, dass man weiß, es gibt Menschen da draußen, die nicht aufhören, einen Täter zu jagen, bis sie ihn gefangen oder gefunden haben."
"Dazu gehört auch Brutalität"
Die Rekonstruktion der Fälle samt Reenactments, möglichst wahrheitsgetreu nachgestellter Filmszenen, sei immer eine Gratwanderung, sagt der Moderator. "Wir zeigen keine Gewalt, um Gewalt zu zeigen oder um dem Voyeurismus irgendwie seinen Lauf zu geben", betont er. "Auf der anderen Seite wollen wir, dass diese Verbrechen so realistisch wie möglich gezeigt werden, dazu gehört auch Brutalität." Es genüge jedoch, diese anzudeuten, es brauche nicht Tränen von Angehörigen, um zu zeigen, dass Schreckliches passiert sei.
Voss' Wunsch wäre es, dass "XY gelöst" bei Zuschauern eine Wirkung entfaltet. "Es ist unsere Rechtsstaatlichkeit, die durch dieses Format abgebildet wird", sagt er. Wenn es bei anderen Menschen ein Stück weit ein Gerechtigkeitsempfinden auslöse, in dem Sinne, dass ein Verbrechen nicht ungeahndet bleiben dürfe, sei schon viel erreicht.
Moderator sieht Parallele zwischen "XY gelöst" und "Sportstudio"
Vielleicht meldeten sich Menschen dann eher zu Wort, wenn sie etwas wüssten, oder griffen ein, wenn eine Ungerechtigkeit passiere. "Es ist nicht egal, was mit meinen Mitmenschen passiert", sagt Voss. "Es ist nicht egal, wie aufmerksam ich durchs Leben gehe, sondern es ist wichtig, dass ich mal hinschaue."
Vielen Menschen dürfte Voss eher in seiner Rolle als Moderator des "Aktuellen Sportstudios" bekannt sein. Er selbst sieht gewisse Parallelen zwischen beiden Sendungen. Auch im Sport gehe es um Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit – "Stichwort Doping und unerlaubte Mittel", sagt Voss. "Ich will natürlich immer, dass der Bessere gewinnt. Fairness im Sport ist ein Ideal", sagt er. "Genauso ist es für mich in der Verbrechensbekämpfung ein Ideal, dass es keine Verbrechen mehr gibt. Das werden wir nie erreichen." Genau deswegen brauche es Leute, die darauf achteten, dass Regeln eingehalten und Kriminalfälle gelöst würden.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "TV":
- TV-Programm heute Abend: Das sind die Primetime-Highlights im Fernsehen
- Stefan Mross: Nach seiner Wut-Rede - Fans gehen auf die Barrikaden
- Prinz Harry: Harry strahlt in London ohne Meghan - und kassiert prompt Kritik
- Florian Silbereisen News 2026: Die Schlagzeilen zum Schlagerstar und Moderator im Ticker
- Verstorbene Stars News 2026: Die aktuellen Todesmeldungen im Nachrichten-Ticker
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.