Fernsehen: "Lucky": Anya Taylor-Joy als Hochstaplerin mit Daddy-Issues

Verrat, FBI und ein Batzen Geld: Als Lucky allein im Hotelzimmer erwacht, beginnt für sie ein gnadenloser Überlebenskampf – mit Tricks, die sie schon als Kind lernen musste.

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Das junge Ehepaar Lucky und Carry verbindet vor allem eines: Beide sind Kinder eines hochkriminellen Elternteils. Es erklärt sich fast von selbst, dass das Paar in einer Bonnie-und-Clyde-Manier durchs Leben zu gehen scheint. Doch eines Morgens wacht Lucky - gespielt von Anya Taylor-Joy - in ihrem Hotelzimmer auf und von Carry (Drew Starkey) ist keine Spur mehr. Langsam dämmert ihr, dass ihr geliebter Ehemann sie unter Drogen gesetzt hat und sich mit einem Batzen Geld davon gemacht hat. Und wäre das nicht schon genug, schlägt nun auch noch das FBI auf.

Die neue Mini-Serie "Lucky" macht dem Genre Krimi-Thriller alle Ehre. Die rasante Handlung lässt nur wenig Zeit zum Verschnaufen.

Die von Jonathan Tropper für Apple TV produzierten sieben Episoden werden ab dem 15. Juli veröffentlicht. Zum Auftakt gib es zwei Folgen und dann jeden Mittwoch bis 19. August eine weitere Episode.

Fasziniert von Hochstapler-Geschichten

Die Serie verknüpft eine zutiefst dysfunktionale Eltern-Kind-Beziehung mit einer Gaunergeschichte. "Was mich an Lucky gereizt hat, war die Tatsache, dass ich Filme über Hochstapler liebe – sie waren immer sehr elegant und sexy", sagt die aus der Netflix-Serie "Das Damengambit" bekannte Taylor-Joy über die Rolle.

Lucky habe ihr aber eine ganz andere Perspektive darauf gegeben, "was es bedeutet, niemals stillsitzen zu können und ständig in Bewegung bleiben zu müssen, um zu überleben – und dabei zwangsläufig auch anderen etwas wegnehmen zu müssen. Das war eine Facette des Hochstapler-Daseins, die ich so noch nicht gesehen hatte, und genau diese wollte ich zum Leben erwecken."

Ihre Figur Lucky versteht es dabei bestens, Leute für sich auszunutzen. Nicht selten bedient sie Klischees über verletzliche und schwache Frauen, um Leute zu täuschen. Lucky ist quasi das personifizierte Schweizer Taschenmesser und hat für jede noch so brenzlige Situation einen Trick parat.

Ihrem Vater, der nun im Gefängnis sitzt, hat Lucky einen Großteil dieser außergewöhnlichen Fähigkeiten zu verdanken, denn das Gangster-Leben wurde ihr wortwörtlich in die Wiege gelegt: Ihre Kindheit verbrachte sie damit, durchs Land zu reisen, Leute zu betrügen und zu verschwinden, bevor man ihnen auf die Schliche kam.

Die Serie kreist zudem um die Frage, ob man seiner Vergangenheit wirklich entkommen kann und ist die Charakterstudie einer Frau, die gelernt hat, mit falschen Identitäten zu überleben. Eine mögliche Zukunft Luckys bietet sich etwa in dem Charakter der Priscilla Matheson an. Sie ist die Mutter von Carry und abgebrühte wie gefährliche Unterweltgröße, gespielt von Annette Bening.

Taylor-Joy hat der Charakter der Lucky fasziniert - von ihr lernen will sie aber nicht: "Was Lucky und mich unterscheidet, ist die Fähigkeit, das Spiel zu durchschauen, das alle spielen. Ich glaube, dafür braucht man von Natur aus eine gewisse Portion Zynismus, die ich einfach nicht besitze. Ich glaube wirklich an das Gute im Menschen und daran, dass Menschen sich ändern können – daher ist das ein Zynismus, den ich mir nicht aneignen möchte."

Ziel war "ein richtig packendes Fernseherlebnis"

Die packende Serie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marissa Stapley aus dem Jahr 2021. Jonathan Tropper aber habe die "Spannungsschraube anzuziehen" versucht und die Charaktere "in eine extrem brenzlige Lage bringen" wollen, um "ein richtig packendes Fernseherlebnis für alle zu machen", sagt Taylor-Joy. "Der Hauptunterschied zwischen dem Buch und der Serie – ohne zu viel zu verraten – besteht darin, dass sich das Buch stark um einen Lottoschein dreht; dieses Element gibt es in unserer Serie nicht."

Trotz der heftigen Materie sei es am Set sehr lustig zugegangen, sagt Taylor-Joy auf eine Frage der dpa. "Alle haben die meiste Zeit gescherzt", sagte die Schauspielerin. "Wir haben das kurz nach den Bränden in L.A. gedreht. Es gab Überlegungen, den Drehort zu verlegen, aber dem Produktionsteam war es ein großes Anliegen, etwas an einen Ort zurückzugeben, der uns allen so viel gegeben hatte. Ich glaube, gerade weil wir dort angefangen haben, war der Optimismus und die Fürsorglichkeit, mit denen alle jeden Tag zur Arbeit kamen, besonders ausgeprägt. Wir waren auch einfach dankbar, dort zu sein."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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