Fernsehen: Düsterster Sommerfilm der Welt: "Midsommar"

Das Mittsommerfestival einer schwedischen Dorfgemeinschaft, das so nur alle 90 Jahre stattfindet, entwickelt sich für Besucher aus den USA zum reinsten Horror. Im Hellen. Ein Fernsehtipp fürs ZDF.

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Fröhliche Sonnenwende? Von wegen. Oft ist es in Horrorfilmen dunkel und es regnet viel. Das tut es hier nur anfangs, dann spielt "Midsommar" im Hellen bei einem traditionellen Fest zur Sommersonnenwende in Schweden. Die Helligkeit tut dem Grusel des Mystery-Meisterwerks "Midsommar" von Ari Aster jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil.

Das ZDF zeigt das Folk-Horrormärchen, das 2019 ins Kino kam und im Juni 2021 seine Free-TV-Premiere bei 3sat hatte, mal wieder in der Nacht vom 13. auf den 14. Juni (02.30 bis 04.45 Uhr). Im ZDF-Streaming-Portal ist der Film dann bis 14. Juli verfügbar. Magenta-TV-Kunden haben das Werk ohnehin in der Flatrate.

Und darum geht es: Nach dem tragisch-schrecklichen Tod ihrer ganzen Familie ist die Amerikanerin Dani (Florence Pugh) tief traurig. Einzige Stütze ist ihr Freund Christian (Jack Reynor), der jedoch über eine Trennung nachdenkt.

Dani gilt in Christians Clique als lästiges Anhängsel, immer nur mit Problemen behaftet. Doch der Boyfriend ist konfliktscheu und feige und nimmt sie widerwillig mit auf einen Skandinavien-Trip.

Kommilitone Pelle hat die ganze Clique von US-Studenten eingeladen, in seine abgelegene schwedische Heimat zu kommen. Dort steht die Sonnenwende-Feier Midsommar an - diesmal mit einem Fest wie zuletzt vor 90 Jahren.

Es geht um Sex, Drogen, toxische Beziehungen

Die jungen Amerikaner sind fasziniert von der herzlich wirkenden Sippe und auch von den ausgeteilten Drogen. Bald merken sie jedoch, dass auch sie Teil eines grausamen Rituals zu werden drohen - und dass vielleicht gerade in den nettesten Menschen die übelsten Abgründe lauern.

Es geht in diesem Film um Sex und Drogen, toxische Beziehungen und die Suche nach Erlösung, Halt und Struktur. Besonders schockierend dürfte für viele der Senizid am Ättestupa sein. Das erklären wir hier jetzt mal nicht. Schauen Sie den Film.

Der Welterfolg von Ari Aster ("Hereditary – Das Vermächtnis") ist sehenswert. Er zieht dem Zuschauer viele Gewissheiten unter den Füßen weg. Der ungewöhnliche Horrorfilm steigert das Erzähltempo nur langsam, erst gegen Ende erahnen alle Beteiligten das ganze Ausmaß des Grauens.

Gelungenes "The Wicker Man"-Remake

"Midsommar" ist in weiten Teilen eine Art Remake des britischen Kultfilms "The Wicker Man" von 1973 mit Christopher Lee, wie jedoch hierzulande nur Extrem-Cineasten und Horror-Liebhaber wissen. In Großbritannien gehört "The Wicker Man" zur Popkultur und hat immer wieder englische Krimireihen inspiriert.

Die amerikanisch-schwedische Neuinterpretation des Stoffs ist jedenfalls sehr gekonnt umgesetzt. Aster versteht es geschickt, alles, was noch kommen wird, unauffällig ganz am Bildrand einzuführen.

"Midsommar" ist ein Film, den man nicht so schnell vergisst.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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